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KAPITALISMUS: EINE LIEBESGESCHICHTE

KAPITALISMUS: EINE LIEBESGESCHICHTE

Regie Michael Moore
Kinostart 12.11.2009

Kritiken • KAPITALISMUS: EINE LIEBESGESCHICHTE

26. Oktober 2009 | KAPITALISMUS: EINE LIEBESGESCHICHTE • Kritik • critic.de Partner von film-zeit

Dieser Regisseur ist kein Revolutionär, behauptet Thorsten Funke. "Der Titel des Films – Eine Liebesgeschichte – ist gar nicht so zynisch gemeint, wie er vielleicht klingt. Es handelt sich wirklich um eine Liebe, um eine enttäuschte allerdings. Michael Moore verbringt viel Zeit damit, von besseren Zeiten zu erzählen, von den Jahren seiner Kindheit, als eben dieser Kapitalismus durchaus vermochte, die Menschen glücklich zu machen. Oder zumindest sorglos. Dazu lässt er sogar seinen eigenen Vater von früher erzählen und er gräbt aus dem Archiv Franklin D. Roosevelt aus, der kurz vor seinem Tod eine „Second Bill of Rights“ ankündigte, aus der leider nie etwas geworden ist. Danach sollten die Amerikaner ein Recht auf Wohnung, Arbeit, Bildung und Gesundheitsversorgung haben."

12. November 2009 | KAPITALISMUS: EINE LIEBESGESCHICHTE • Kritik • Die Tageszeitung

Sven von Reden sah tieftraurige Menschelei, einigermaßen lustige Stunts und einfältige Welterklärung. "Das Problem bei Michael Moore ist immer wieder: Für eine gute Pointe würde er jederzeit seine Glaubwürdigkeit verkaufen - oder jegliche dokumentarische Ethik fahren lassen. ... In KAPITALISMUS: EINE LIEBESGESCHICHTE (KAPITALISMUS: EINE LIEBESGESCHICHTE Trailer) geht er mit seinen öffentlichkeitswirksamen Stunts einen logischen Schritt weiter: Sie sind nur noch Theater. Das Wachpersonal der Unternehmen, Banken und Versicherungen, die er belagert, reagiert ähnlich gelassen bis leicht genervt wie auf einen Besuch der Zeugen Jehovas an der eigenen Haustür - oder auf einen Komiker, der den selben Witz einmal zu viel erzählt hat."

12. November 2009 | KAPITALISMUS: EINE LIEBESGESCHICHTE • Kritik • Der Tagesspiegel

Leider geht Michael Moore diesmal weniger gründlich vor, kritisiert Christiane Peitz. "Zwar ist er live mit der Kamera dabei, wenn ein Räumungskommando in ein gepfändetes Haus einbricht – aber warum genau verlieren die Leute ihr abbezahltes Eigenheim? Zwar macht er auf die dramatische Unterbezahlung amerikanischer Piloten aufmerksam, aber was hat das mit der Krise zu tun? Zwar findet er heraus, dass in einer Jugendstrafanstalt mit der Billigarbeit von Tausenden minderjährigen Delinquenten gewaltige Gewinne erzielt werden – aber warum hat niemand den Betreibern das Handwerk gelegt?"

12. November 2009 | KAPITALISMUS: EINE LIEBESGESCHICHTE • Kritik • Frankfurter Rundschau

Michael Kohler "muss Michael Moore lassen, dass er eine gute Pointe auch dann noch als solche akzeptiert, wenn sie auf seine Kosten geht. In seinem satirischen Feldzug gegen die neoliberale Form des Kapitalismus baut sich Moore in bewährter Form vor einer Wall-Street-Zitadelle auf und haut die zum Portal herausströmenden Banker ironisch um Ratschläge zur Bewältigung der Krise an. Einer nach dem anderen geht grußlos vorbei, dann bekommt Moore auf die Frage "Haben Sie einen Tipp für mich?" doch noch eine Antwort: "Stop Making Movies!"."

12. November 2009 | KAPITALISMUS: EINE LIEBESGESCHICHTE • Kritik • Neues Deutschland

Michael Moore spielt laut Gunnar Decker "die Rede des todkranken Roosevelt von Anfang der 40er Jahre ein, in der er das Recht auf Arbeit jedem Bürger verfassungsmäßig garantieren wollte. Doch dann habe Amerika das versäumt, was es selbst in anderen Staaten wie in Westdeutschland nach dem Kriege mit initiiert habe: einen starken Sozialstaat aufzubauen. Ist es damit auch bei uns nun bald ganz vorbei, wie es die Neoliberalen wollen? Da klingt es plötzlich weder nostalgisch, noch pathetisch, wenn Michael Moore den – erfolgreichen – Arbeiteraufstand der Fensterhersteller in Chicago vor vielen Jahrzehnten dokumentiert und zu den Tönen der Internationale zur Revolution aufruft."

18. Oktober 2009 | KAPITALISMUS: EINE LIEBESGESCHICHTE • Kritik • Neue Züricher Zeitung

In KAPITALISMUS: EINE LIEBESGESCHICHTE (KAPITALISMUS: EINE LIEBESGESCHICHTE Trailer) von Michael Moore fordert er die Bürger auf, das System zu ändern, wie Christian Jungen beschreibt. "Die Probleme dieses Filmes, der einen mit seiner Detailfülle zwischendurch ermüdet, sind nicht nur Verkürzungen historischer Entwicklungen, sondern vor allem die unausgereifte, leicht naive Konklusion. Michael Moores Gegenentwurf ist – ja was eigentlich? Demokratie, Streikromantik, starke Gewerkschaften und ein verklärtes Vorbild Europa. Allein: Die Demokratie ist kein Garant für Michael Moores Anliegen. Haben nicht die Wähler George W. zweimal ins Weisse Haus berufen?"

08. September 2009 | KAPITALISMUS: EINE LIEBESGESCHICHTE • Kritik • Der Freitag

Wie Xan Brooks befindet, ist der Film "abwechselnd grob und rührselig, erregt und belebend. Gezeichnet wird das Bild eines schlichten moralischen Universums, das von guten kleinen Typen und bösen Großen bevölkert wird. Dennoch kann man sich der grundsätzlichen Kraft der Argumentation nur schwer entziehen."

07. September 2009 | KAPITALISMUS: EINE LIEBESGESCHICHTE • Kritik • Die Tageszeitung

Cristina Nord ist enttäuscht. "Michael Moore beschwört ein Amerika, in dem Papa zur Arbeit geht, Mama nicht dazuverdienen muss, jede Familie ein Eigenheim hat und der Staat für Gesundheitsversorgung wie für Bildung Sorge trägt. ... Sm Ende sperrt der Regisseur die Wall Street als "crime scene" ab, am Anfang lässt er einen TV-Sprecher aus den 50er-Jahren sagen, dieser Film sei nichts für herzkranke Zuschauer - dem selbstgerechten Tremolo unterliegen. Penetrant ist zudem Moores Hinwendung zum Katholizismus, die Aussage mehrerer Priester, die geltende Wirtschaftsordnung sei evil, ist ein unhintergehbares Verdikt."

07. September 2009 | KAPITALISMUS: EINE LIEBESGESCHICHTE • Kritik • Der Tagesspiegel

Wie Christina Tilmann feststellt, gab es "schon in der Pressevorführung wieder kräftig Applaus, als Michael Moore mit Wucht offene Türen einrennt. Nicht, dass er über die Hintergründe der Bankenkrise Neues zu berichten hätte. In der typischen Moore-Manier aus Holzhammerargumentation und polemischen Gegenschnitten wird die Geschichte des Kapitalismus von den alten Römern bis heute erzählt, unterlegt mit wuchtigem Actionfilm-Soundtrack. Es beginnt mit Sklavenhaltung, Brot und Spielen im alten Rom, die nahtlos mit Fabrikarbeitern, Irakkrieg und Bushs Administration überblendet werden, und mündet bald im großen Showdown, dem Zusammenbruch."

07. September 2009 | KAPITALISMUS: EINE LIEBESGESCHICHTE • Kritik • Frankfurter Rundschau

Daniel Kothenschulte ist zwiegespalten. "Wenn der Filmemacher allerdings in der zweiten Hälfte des Films den jüdischen Finanzguru Alan Greenspan als einen Hauptschuldigen an der Finanzkrise ausmacht, bekommt die Predigt über die Tempelreinigung einen unangenehmen Nachgeschmack. Michael Moore ist gewiss weit davon entfernt, ein Antisemit zu sein, aber man wünscht sich, er hätte das christliche Fass lieber zugelassen. Andere Stränge des Films sind dagegen durchaus tragfähig und immer wieder überraschend: Wer hätte gewusst, dass Piloten einer amerikanischer Fluggesellschaft mit Hungerlöhnen abgespeist werden, während die Arbeiter einer selbst verwalteten Brotfabrik hunderttausend Euro im Jahr verdienen?"

07. September 2009 | KAPITALISMUS: EINE LIEBESGESCHICHTE • Kritik • Die Presse

Wie verzweifelt ist Michael Moore eigentlich, fragt sich Christoph Huber. Seine "Krisenzeitabrechnung mit gewissenlosen Kredithaien, dubiosen Bereicherungspraktiken von Großkonzernen und Banken sowie politischem US-Filz verspielt jeden Glaubwürdigkeitskredit im Namen einer abstrusen, selbstgefälligen Antikapitalismusshow, die dem Thema weder gerecht werden kann noch will. Der angebliche Weltherrschaftsplan der Citibank-Gruppe: irgendwelche Zettel mit Leuchtstiftmarkierung von perfiden Stellen."

07. September 2009 | KAPITALISMUS: EINE LIEBESGESCHICHTE • Kritik • Der Standard

Für Dominik Kamalzadeh findet, arbeitet der Regisseur "erneut mit allen Registern der filmischen Verführung: Suggestive Archivmontagen, emotionale Einfühlung statt Analysearbeit, "gespielte" Szenen, in denen Moore vor Banken und in der Wallstreet den "Muckraker" mimt und damit seinen Einsatz beglaubigt. Seine Anwaltschaft gilt seit jeher dem verzweifelten Mittelstand, dessen Niedergang er als Verrat und Verkauf amerikanischer Ideale beschreibt. Spätestens seit Ronald Reagan hat sich "corporate America" als heimliche Macht an die Spitze des Establishment gesetzt. Strukturelle Ursachen werden da nur gestreift - wäre ja auch alles viel zu kompliziert!"

06. September 2009 | KAPITALISMUS: EINE LIEBESGESCHICHTE • Kritik • Der Spiegel

Daniel Sander kann "Michael Moore wie immer eine extrem selektive Wahrnehmung vorwerfen, Tatsachenverdrehung und billige Polemik. Eine echte Lösung hat er auch nicht zu bieten, er deutet höchstens an, dass man es vielleicht wieder mit etwas Sozialismus versuchen könnte. Entscheidend aber ist: KAPITALISMUS: EINE LIEBESGESCHICHTE (KAPITALISMUS: EINE LIEBESGESCHICHTE Trailer) ist ein rundherum ehrliches, leidenschaftliches Projekt. Der Film fordert Gerechtigkeit und Veränderung für eine Welt, in der es zu vielen Menschen viel zu schlecht geht."

04. September 2009 | KAPITALISMUS: EINE LIEBESGESCHICHTE • Kritik • Der Freitag

Laut Andrew Pulver zeigt der Film Michael Moore so, wie wir ihn kennen. "Er steht mit leeren Geldsäcken vor einer Bank und stellt die wohl grundlegendste aller Fragen: "Wo ist unser Geld?" Sich einfach mal vor das Hauptquartier des Versicherungsriesen AIG zu stellen und in ein Megaphon zu schreien, man wolle den Aufsichtsrat verhaften, haben schon viele gefordert, aber außer Moore noch niemand in die Tat umgesetzt. Noch deutlicher kommt dieses revolutionäre Element wohl bei dem bewaffneten Pick-up-Fahrer zum Ausdruck."

25. August 2009 | KAPITALISMUS: EINE LIEBESGESCHICHTE • Kritik • Concorde Verleih

Stolz verkündet der Verleih Concorde: "Michael Moores KAPITALISMUS: EINE LIEBESGESCHICHTE (KAPITALISMUS: EINE LIEBESGESCHICHTE Trailer) zum ersten Mal in der Geschichte des Internationalen Filmfestival Venedig eine Dokumentation im Wettbewerb um den Goldenen Löwen konkurriert. Anfang September 2009 feiert der Film auf dem zum 66. Mal stattfindenden Festival in Anwesenheit von Regisseur Michael Moore seine Weltpremiere.

Im Anschluss an Venedig wird KAPITALISMUS: EINE LIEBESGESCHICHTE (KAPITALISMUS: EINE LIEBESGESCHICHTE Trailer) in der offiziellen Selektion auf dem Internationalen Film Festival in Toronto präsentiert, wo Michael Moore ebenfalls zu Gast sein wird."

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