| Regie | Simon Verhoeven |
| Kinostart | 08.10.2009 |
"Das alles ist amüsant anzusehen und von treffenden Dialogen begleitet. So nimmt man diesem dramaturgisch etwas dürftigen Film denn auch nicht übel, dass ihm – wie so oft bei Episodenstücken der Fall – eigentlich die Ausdifferenzierung der Figuren und der Tiefgang einer fortlaufenden Handlung fehlen."
Bemerkenswert an den Film sind für Ines Kappert seine Homophobie und seine Frauenfeindlichkeit. "MÄNNERHERZEN (
) macht eine krasse Geschlechterdifferenz auf: schwache Männer hier, starke Frauen da. Dass das nicht gut zusammenpasst, ahnt man von Beginn an. Folgerichtig wird am Ende die weibliche Überlegenheit brachial zerstört. Ihr Zusammenbruch initiiert den unreifen Single zum verantwortungsbewussten Familienvater. ... Darin sind sich in der deutschen Komödie alle einig: Der Heteromann muss in seiner gesellschaftlich zentralen Stellung gestützt werden. Nur dann kommt die Welt wieder in Ordnung. Etwas anderes mag sich keine der Figuren vorstellen. Glasklar zeichnet MÄNNERHERZEN (
) die Familie der Zukunft: Doppelverdiener mit Kind."
MÄNNERHERZEN (
) ist für Philipp Bühler erstaunlich amüsant. "Simon Verhoevens stimmigem Drehbuch folgend geht diese Besetzung wirklich an die Grenzen. Als abgehalfterter Pseudo-Macker wird Til Schweiger immer besser. Justus von Dohnanyi brilliert als schwuler Schlagersänger in einer echten Borderline-Performance, irgendwo zwischen Gunter Gabriel und Klaus Nomi. Und wie sich ein Christian Ulmen im Krokodilbecken macht, wollte man doch schon immer mal sehen. Mit Episodenfilmen ist es manchmal wie mit Männern: Das ganze Konzept ist überholt, einfach nicht ernst zu nehmen; aber im Detail finden sich doch immer wieder Perlen."
Die deutsche Beziehungskomödie ist zurück, stellt Jan Schulz-Ojala fest. "Alles und noch viel mehr: Für die Macher von MÄNNERHERZEN (
) bedeutet das, Zuschauer jedweden Alters und sozialen Status auf das Sorgfältigste mit möglichen Identifikationsfiguren zu bedienen. Für einen Film, dessen erotisches Kraftzentrum eine Muckibude ist und dessen japsende und stöhnende Figuren sich überwiegend mit dem Erwerb von Mausis, Mühlen und Moneten beschäftigen, ist das schon eine Leistung."
Katharina Häger ist völlig enttäuscht. "Til Schweiger schweigt, Christian Ulmen labert und Wotan Wilke Möhring rastet aus – jeder darf bei Simon Verhoeven das machen, was er am besten kann, mehr oder weniger Testosteron versprühen. Dennoch will der Funke nicht überspringen. Das Prinzip Publikumsmagnet mag die Zuschauer ins Kino ziehen, strahlt dafür aber wenig Charme aus. Witz oder Gefühl: Für eine der beiden Richtungen hätte man sich entscheiden müssen. Wenn eine Beziehungskomödie derart selbstbewusst mit ihren Erfolgsgaranten auf zwei Beinen jongliert, statt Herz und Verstand in ihre Episoden- und Problemstruktur fließen zu lassen, verkommt alles zur aussageschwachen Wohlgefälligkeit."