| Regie | Angelo Colagrossi |
| Kinostart | 20.08.2009 |
Wechselhaft nennt Matthias Dell den Film. "Das Beste an HORST SCHLÄMMER - ISCH KANDIDIERE! (
) ist der Protagonist. Horst Schlämmer, wie Hape Kerkeling ihn bis hin zur Schnappatmung ausdifferenziert, ist selbst eine Art Kino, weshalb es mitunter komisch wirkt, wenn dieser Schlämmer Handlungen in einem Film absolviert, in dem er eine Rolle spielt. Der Charakter Schlämmer erzählt viel mehr als alle Geschichten, die man sich dazu ausdenken kann."
Der Film ist laut Daniel Haas so genial schlecht wie Schlämmers Aussprache - und eine perfide Abrechnung mit der deutschen Medien- und Comedy-Kultur. "Medial ist das hochinteressant, gerade weil das Ganze schon nach 30 Minuten öde wird, ein auf Spielfilmlänge aufgeblasener Sketch ohne richtigen Konflikt, ohne dramatische Struktur, ohne Dramaturgie. Es darf ja auch kein straff erzählerisches Programm geben, weil hier die Fiktion des Dokumentarischen entstehen soll."
Als großes Durcheinander bezeichnet Andreas Kurtz die Sache. Dies "ist eine wilde Mischung aus improvisierten Gesprächen der Hauptperson mit realen Menschen und Spielszenen, an denen nur Schauspieler (und Leute, die sich für welche halten) beteiligt sind. Dieses Durcheinander hätte ein besserer Regisseur als Angelo Colagrossi vielleicht mildern können, ganz ohne geht es bei Kerkeling allerdings nicht. Seine stärksten Momente sind nämlich die, in denen er ganz ohne Drehbuch Gesprächspartner aus ihrem Konzept bringt."
Der Film folgt dem braven Rhythmus einer Nummernrevue, meint Christiane Peitz. "Cameo-Auftritt folgt auf Fake-Interview auf Double-Einlage. Ob die Nummer zündet, ist meist Sache der Mitspieler. ... Schlager sind doof. Fernsehen macht dumm. Politik wird immer dämlicher. Mit solch schlichten Botschaften hält Schlämmer der Gesellschaft gewiss nicht mutig den Spiegel vor. Sie weiß es doch längst selbst, hegt wenig Respekt vor Medien und Ministern und goutiert die Grenzüberschreitung zwischen Fakten und Fake, Politik und Parodie gern als Extra-Showeinlage. Spaßpartei? Realsatire? Hauptsache, die Show geht weiter."
Für Jörg Schindler ist der Film im Grunde genommen die Film gewordene Perversion des amerikanischen Traums. "So richtig ist in dieser 90-minütigen Farce nie auszumachen, ob sie nun hochprofessionell auf dilettantisch getrimmt wurde oder am Ende einfach nur dilettantisch ist. Die filmischen Mittel jedenfalls sind begrenzt, der Humor ist es auch, was andererseits bei Gastauftritten von so hochmögenden Komikern wie Jürgen Drews, Kader Loth - besser bekannt als "Nackt-Luder" -, Gunter Gabriel oder auch Michael Schumacher nicht wirklich verwundert."
Die Hauptkonkurrenten Angela Merkel und Frank-Walter Steinmeier standen nicht auf der Gästeliste der Premierenfeier, entdeckt Andreas Conrad.
Laut Amke Ferlemann hält der Film Politik und Gesellschaft ironisch den Spiegel vor. "Der erste Film über und mit dem beliebten, äußerlich leicht schmuddeligen, nuschelnden Journalisten verspricht auf den ersten Blick eher komische als hintersinnige Unterhaltung begleitend zur Bundestagswahl und dem laufenden Wahlkampf. Fans von Hape Kerkeling als Horst Schlämmer sollten bei Horst Schlämmer - Isch kandidiere! (
) auf ihre Kosten kommen."
Linksammlung zum Film.
"Horst Schlämmer scheut nicht den Vergleich mit den Großen der Welt (Slogan: „Yes Weekend“) und ist sich nicht zu fein, von ihnen zu lernen. Er setzt im Wahlkampf aufs Netz, ist in sämtlichen sozialen Netzwerken vertreten – auch das mit Erfolg. Bei Facebook hat er 26.000 Fans, fast doppelt so viele wie Angela Merkel."