DISTRICT 9

film-zeit Film: DISTRICT 9
Regie Neill Blomkamp
Kinostart 10.09.2009
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Inhalt • DISTRICT 9

Vor 30 Jahren: Aliens landeten zum ersten Mal auf der Erde. Die Menschen warten seitdem auf den feindlichen Übergriff oder auf den gigantischen technologischen Fortschritt. Doch nichts davon geschah. Die Aliens kamen als letzte Überlebende ihres Heimatplaneten als Flüchtlinge auf die Erde. Während die ganze Welt darüber diskutierte, was mit ihnen passieren soll, wird ihr Raumschiff vorübergehend nach DISCTRICT 9, einem Armenviertel in Südafrika, versetzt. Als sich der Agent der MNU Wikus van der Merwe (Sharlto Copley) mit einem mysteriösen Virus infiziert, der seine DNA verändert, wird er zum meistgesuchten und gleichzeitig verletzlichsten Mann der Erde - denn er ist der Schlüssel, um das Geheimnis der Technologie der Aliens zu lüften.

Kritiken • DISTRICT 9

11. September 2009 | Kritik • Der Standard

Diese Invasion geht Isabella Reicher unter die Haut. "Der Film operiert auf allen Ebenen geschickt mit Vorhandenem - und er kann vielleicht auch deshalb auf eine große Heldenerzählung verzichten, weil er andere Identifikationsangebote macht: DISTRICT 9 (film-zeit Trailer: DISTRICT 9) hat sich Stilistiken von Doku-Formaten und Ballerspielen produktiv angeeignet. Und eben- so Versatzstücke dystopischer Science-Fiction vom Body Horror bis zu Alien-Invasions-Szenarien. Nicht zuletzt schimmern fortwährend Anspielungen auf die (gegenwärtige) äußere Realität durch ... Zugleich hat man schon länger keinen so buchstäblich rohen Zukunftsentwurf mehr gesehen: Man wird mehr mit Fleisch und Blut konfrontiert als mit High-Tech und blitzblanken Oberflächen. Und offenbar reicht dieses kluge Spiel mit Bezügen in einer eigenwilligen Neufassung völlig aus, um ein Publikum anzusprechen."

11. September 2009 | Kritik • telepolis.de

Stefan Höltgen ist enttäuscht. "Es gelingt ihm nicht, die Authentizitätssuggestion mit seiner Story zu verbinden – wie es etwa die als Vorlage anzusehenden Filme CLOVERFIELD (film-zeit Trailer: CLOVERFIELD) oder [REC] (film-zeit Trailer: [REC]) noch problemlos beherrschten. Die Tatsache, dass vom spanischen Horrorfilm [REC] (film-zeit Trailer: [REC]) kurze Zeit später ein Hollywood-Remake erschienen ist, spricht nicht nur für den unbedingten Willen Hollywoods, fremde Stoffe einer eigen-kulturellen Lesart zu unterziehen, sondern auch dafür, dass dessen Ästhetik "gebändigt" werden musste. An DISTRICT 9 (film-zeit Trailer: DISTRICT 9) kann man sehen, wie dieser Prozess weiter verläuft: Die "normale" Spielfilm-Optik drängt sich in die eher kritische Medien-Polemik und bricht damit auch deren politischen Stachel. Wenn DISTRICT 9 (film-zeit Trailer: DISTRICT 9) an seinem Finale angekommen, ist er zu einem banalen Hollywood-Science-Fiction-Film geworden."

10. September 2009 | Kritik • Berliner Zeitung

Als präzise Sozialsatire bezeichnet Peter Uehling DISTRICT 9 (film-zeit Trailer: DISTRICT 9). "Dank seiner originellen Machart und seiner bizarren Mischung aus Komik und Gewalt ist DISTRICT 9 (film-zeit Trailer: DISTRICT 9) einer der Überraschungserfolge des Jahres im US-Kino gewesen. Seine Mitleidlosigkeit in der Darstellung von rassistisch motivierter Gewalt hebt ihn wohltuend gegen moralisierende Gefühlsduseleien à la L. A. CRASH ab. Wieder einmal ist hier ein Genrefilm zu bewundern, dessen präzise Analyse eines sozialen Problems jeden Kunstfilm schlägt."

10. September 2009 | Kritik • Frankfurter Rundschau

Katja Lüthge fällt es schwer, sich für das Schicksal dieser verrohten Fremdlinge zu erwärmen. "Der um der Authentizität Willen wohl unverzichtbare Einsatz von wackelnden Handkameras und der wilde Stilmix funktionieren dabei ganz ausgezeichnet. Dafür sorgt dann der durchaus ruppige, explosive Showdown. Hier fliegen Gliedmaßen, Autos, Gehirne, Gebäudeteile, Hubschrauber und anderes in üppiger Anzahl durch die Luft. Das alles allerdings auf überzeugende Weise, wie sich überhaupt die Tricktechnik perfekt in den Dienst der Erzählung stellt. So bleibt das Aussehen der Aliens bis zum Schluss zwar irreduzibel fremd, aber ist es nicht wahre Menschlichkeit, die dort im Blick des außerirdischen Vaters liegt?"

10. September 2009 | Kritik • Berliner Morgenpost

Zwischen Analyse und Affirmation liegt im Genrekino ein schmaler Grat, und von dem rutscht Neill Blomkamp mehr als einmal ab, kritisiert Sascha Westphal. "DISTRICT 9 (film-zeit Trailer: DISTRICT 9) beginnt wie eine Fernsehdokumentation über Wikus Van De Merwe und die Umsiedlung. Interviewschnipsel und Handkamera-Bilder suggerieren Authentizität. Allerdings hält Neill Blomkamp den pseudodokumentarischen Schein nur so lange aufrecht, wie er ihm entgegenkommt. Später wechselt er - immer auf den größten Effekt bedacht - ständig zwischen Van De Merwes Perspektive und einer Erzählerposition hin und her."

10. September 2009 | Kritik • Neue Züricher Zeitung

Susanne Ostwald sah "das schmutzigste und zynischste Kinostück, das je auf den Holocaust und die Apartheidpolitik rekurriert hat. In pseudodokumentarischem Stil, unter Einsatz vermeintlicher Fernsehinterviews, Überwachungskameras und anderer "authentischer" Quellen, entblösst er die Mechanismen des Rassismus und Völkermords. Das ist mitunter nur schwer auszuhalten, vor allem, da Neill Blokamp dem Publikum seine expliziten, teilweise sehr brutalen Bilder mit zynischer Nüchternheit unterbreitet – zunächst jedenfalls."

02. September 2009 | Kritik • br-online.de

Von der semi-dokumentarischen Machart ist Gregor Wossilus fasziniert. "Die erste Hälfte von District 9 (film-zeit Trailer: District 9) wirkt ganz und gar wie ein Dokumentarfilm. Wackelige Aufnahmen vom Raumschiff über der afrikanischen Metropole, eingestreute Interviewfetzen von Zeitzeugen und Bürgen von Johannesburg sowie TV-Nachrichtenschnipsel vermitteln von der ersten Sekunde an das Gefühl, hautnah im Geschehen zu stecken. Man spürt förmlich den Dreck im Slum. Dazu kommt, dass die komplett computeranimierten Aliens täuschend echt aussehen und agieren. ... Da verzeiht man dem jungen Filmemacher auch, dass er im zweiten Teil von District 9 (film-zeit Trailer: District 9) fast zu sehr dem reinen Actionfeuerwerk frönt."

30. August 2009 | Kritik • Süddeutsche Zeitung

Der Film hat laut Fritz Göttler Coolness. "Er bringt ein Gefühl von Freiheit und Spontaneität rüber, wie es heute wohl nur das Genrekino fertigbringt. Die Spontaneität, eine Geschichte mit den phantastischsten Volten zu erzählen und dabei ganz dicht an der Wirklichkeit zu bleiben. Die Freiheit, mal wieder einen Film zu entdecken, wirklich zu entdecken, ohne den Schraubstock der PR, der einen gnadenlos konditioniert und dirigiert."

24. August 2009 | Kritik • Die Tageszeitung

Christian Ihle ist begeistert. Er sah "einen ungewöhnlich politisch engagierten, intelligenten Blockbuster, der auf überaus lobenswerte Weise durchdachte Dramaturgie, Actionfeuerwerk und eine politische Haltung verbindet - wann hat man das zuletzt gesehen, dass ein Actionfilm sich überhaupt bemüht, neben all dem Kling Klong Zack auch eine Geschichte zu erzählen, die nicht nur Hand und Fuß hat, sondern gleich noch eine politische Allegorie ist? Gerade die Actionsequenzen gegen Ende des Films sollten die Macher von TRANSFORMERS (film-zeit Trailer: TRANSFORMERS) vor Neid erblassen lassen: weniger ist mehr und trotzdem ungemein effektiv, wenn nur etwas Herz am Start ist."

23. August 2009 | Kritik • telepolis.de

Leider Stefan Höltgen kippt der Film "im dem Maße, wie er sich selbst zum Blockbuster-Kino bekennt, in die übliche Spielfilmästhetik. Das ist insofern schade, als gerade dadurch der kritische Impetus geschwächt wird: Die Analogien zur Situation zwischen Israel und Palästina sind nämlich unübersehbar – und müssten eigentlich gar nicht durch Konstrukte wie orientalische Einsprengsel im Soundtrack unterstützt werden. Schließlich bleibt District 9 (film-zeit Trailer: District 9) jedoch ein sehr spannender und in seiner Weise origineller neuer Science-Fiction-Film mit einem großen Vorbild: CLOVERFIELD (film-zeit Trailer: CLOVERFIELD).

17. August 2009 | Kritik • Der Spiegel

Es geschieht laut Frank Patalong nur selten, dass ein Sci-Fi-Actionfilm Kritiker zu Lobeshymnen animiert. District 9 (film-zeit Trailer: District 9) gelingt nicht nur das: Der Überraschungserfolg übertrumpfte in den USA sämtliche Blockbuster. "Das geht, weil die Grundidee des Actionkrachers eine zutiefst vertraute ist: Er nimmt das große Thema der Diskriminierung auf, der Ausgrenzung und Verfolgung von Andersartigen. District 9 (film-zeit Trailer: District 9) ist ein perfide sinnfällig in einem zukünftigen Südafrika angesiedelter Apartheidsthriller, bei dem die Unterdrückten und Internierten Aliens sind."

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