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DER DORFLEHRER

DER DORFLEHRER

Regie Bohdan Slama
Kinostart 27.08.2009

Kritiken • DER DORFLEHRER

22. Juli 2009 | DER DORFLEHRER • Kritik • critic.de Partner von film-zeit

Laut Michael Kienzl "propagiert der Film deutlich die Akzeptanz verschiedener Lebensentwürfe. Im Laufe der Handlung bekennt sich Petr nicht nur zu seiner Sexualität, sondern lehrt auch in seinem Unterricht anhand von Normabweichungen in der Natur die Einzigartigkeit des Individuums. Die gute Absicht des Films wird dabei zeitweise von antiquierten Schwulenklischees überschattet. Dem Zuschauer wird etwa suggeriert, dass die Homosexualität des Protagonisten auf seine überdominante Mutter zurückzuführen ist. Außerdem koppelt Sláma den gesamten Film über Petrs Verlangen mit einem Schuldkomplex. Nur einmal darf er sexuell begehren, und dafür muss er in geradezu biblischem Ausmaß büßen."

28. August 2009 | DER DORFLEHRER • Kritik • Der Spiegel

Andreas Banaski kann nicht verstehen, dass der Film so euphorisch gefeiert worden ist. "Weil aber etablierte Feuilletonisten, zum Beispiel in der "Los Angeles Times" oder "New York Times", den "Einblick in das menschliche Herz" und die "emotionale Wucht", die "empfindsame Umsetzung" und die "intuitive Wahrhaftigkeit" rühmen, muss man wohl doch bilanzieren: eine rundum dicke Empfehlung für notorische Programmkinobesucher und Studienräte."

27. August 2009 | DER DORFLEHRER • Kritik • Berliner Zeitung

Laut Ralf Schenk erzählt der Regisseur "Geschichten über das Leben in der Provinz, in denen sich unscheinbare Helden nach dem kleinen Glück sehnen, die Hoffnung aber häufig von der Tragödie eingeholt wird. Die Melange aus zärtlich herumgeschubsten Figuren, ländlich-sittlichen Naturbildern und tendenziell sentimentalen Gefühlen macht Bohdan Slamas Arbeiten international kompatibel: Heimatfilme für Harmoniebedürftige, immer mit einem leicht gehobenen Zeigefinger, der auf den guten Kern eines jeden Menschen verweist."

27. August 2009 | DER DORFLEHRER • Kritik • Der Tagesspiegel

Tastend, nicht effektheischend erzählt der Film, schreibt Martin Schwickert. "Andere Regisseure hätten die Geschichte um Lust, Schuld und Sühne zu einem Melodrama verdichtet, aber Bohdan Slama ist ein Melancholiker, der seine Figuren zu sehr mag, um sie für emotionale Effekte zu verheizen. Seine Erzählstruktur, die in der besten Tradition des tschechischen Kinos steht, schielt nicht nach spektakulären Wendungen, sondern tastet das Leben mit seinen Zerwürfnissen vorsichtig ab, anstatt es in vorgefertigte Formen zu pressen."

27. August 2009 | DER DORFLEHRER • Kritik • Frankfurter Rundschau

Wie Heike Kühn findet, setzt der Regisseur "seine Erkundung der postsowjetischen tschechischen Befindlichkeit fort. Diesmal geht es um nicht ums Auswandern, sondern um die Flucht ins Innere. Sowohl in die Psyche des verschlossenen Naturkundelehrers Petr, der eine Karriere in Prag hinter sich lässt, wie in die Abgelegenheit einer bäuerlichen Idylle."

27. August 2009 | DER DORFLEHRER • Kritik • perlentaucher.de

Melancholisch ist das Adjektiv, welches Thomas Groh dem Film verleiht. Er "ist behutsam, Schritt für Schritt erzählt, in langen, seine Welt sorgsam abtastenden, fast abwartenden Einstellungen, die den sich bemerkenswert frei bewegenden Figuren folgen, sei's in die Höhe, sei's in die Tiefe oder in einer Drehung der Kamera um sich selbst. Schnitte, die das Geschehen dramatisieren, finden sich selten und fast ausschließlich nur dann, um einen Ortswechsel zu markieren. DER DORFLEHRER (DER DORFLEHRER Trailer) ist eine Beobachtung, oder besser noch: Eine Übung in Entschleunigung, die Dinge zunächst geschehen lässt. "

27. August 2009 | DER DORFLEHRER • Kritik • Neues Deutschland

Angelika Nguyen ist überaus angetan. "Der Film ist sanft und radikal zugleich. Jenseits des in Hollywood etablierten digitalen Trickkinos, wo die Kamera inzwischen selbstverständlich durch Wände gehen oder aus der Stratosphäre in den Weltraum mitfliegen kann, hat im stilleren Osteuropa der Tscheche Bohdan Slama die lange Kameraeinstellung ohne Schnitte kultiviert. Die Gefühle seiner Figuren und deren Beziehung zueinander wird damit visuell gestaltet. In riesigen, die natürliche Umgebung einbeziehenden Arrangements bewegt sich die Kamera aufwendig und schafft dynamisch immer neue Bilder."

15. August 2009 | DER DORFLEHRER • Kritik • schnitt.de

Susan Noll blickt auf den poetischen Realismus. Sie "verbinden das Realistische, Banale, Vorhandene mit dem Inszenierten, Poetischen, Virtuosen und erschaffen so eine filmische Ästhetik, die hinter die Oberfläche des Erwartbaren schaut. Hier wird das Leben abgebildet wie jeder es kennt, gleichzeitig offenbart sich viel Symbolisches gerade in dieser Einfachheit. Bohdan Slamas Lebensbilder verweisen in jedem Moment auf sich selbst; sie berühren, weil sie Stimmungen einfangen, die echt sind und darin den wahren Wert einer Kinematographie spiegeln, die noch nicht durch Sinnentfremdung abgestumpft ist."

15. August 2009 | DER DORFLEHRER • Kritik • Siegessäule

Ambivalente Nachrichten werden hier laut Egbert Hörmann ausgesendet. "Akzeptiert Petr am Ende seine Sexualität? Zwar outet sich Petr seinen Eltern und Kollegen gegenüber, aber eben um den Preis, dass nach der "Beichte" die fiese heterosexistische Masche zum Einsatz kommt, nach der das Thema Schwulsein nie wieder erwähnt wird, damit man sich mit ihm (in einer gemeinsamen Verschwörung des Schweigens) nicht auseinanderzusetzen braucht. Und: der Schwule als an seiner Sexualität leidendes, Vergebung erheischendes Individuum, das sich als Opfer sieht – das gibt's, aber progressiv ist es nicht. Ein urbanes Publikum könnte darauf ziemlich gereizt reagieren."

15. August 2009 | DER DORFLEHRER • Kritik • Strandgut

Laut Tom Zwicker gibt es nur "wenige dramatische Situationen in Bohdan Slamas Film. Mit seinem letzten Film Die Jahreszeit des Glücks hat sich der tschechische Regisseur bereits als sensibler Beobachter erwiesen. In aufwendig langen Einstellungen verfolgt er das Geschehen. Der Dorflehrer (Der Dorflehrer Trailer) ist ein ruhiges Drama mit wenigen Zuspitzungen. Sehnsucht, Liebe und Verzeihen sind die Themen, um die Slamas Filme kreisen. Oder mit Slamas Worten: "Wir brauchen andere Menschen, weil wir nur in der positiven Beziehung zu anderen Menschen Glück finden."

02. Juli 2009 | DER DORFLEHRER • Kritik • programmkino.de

Bisweilen funktioniert für Michael Meyns der "Stil gut, sorgt er für eine zusätzliche Konzentration auf das Wesentliche. Manchmal aber zeigt sich das immanente Problem dieses Stils, der dann zu einer forciert wirkenden Ästhetik führt. Manche Szenen, manche Handlungen der Figuren wirken nicht natürlich, sondern zum Zweck einer ununterbrochenen Einstellung inszeniert. Diese Stilisierung wäre bei einer ebenso stilisierten Geschichte weniger auffällig, angesichts der subtilen Erzählweise Slamas, stechen sie jedoch als Bruch der filmischen Welt heraus. Das ist ein bisschen Schade, etwas weniger stilistische Ambition hätte dem Film nicht geschadet, im Gegenteil. Das und vor allem wie Slama in DER DORFLEHRER (DER DORFLEHRER Trailer) erzählt, hätten vollkommen gereicht um seinen Film zu etwas besonderem zu machen."

01. Juli 2009 | DER DORFLEHRER • Kritik • filmz.de

Linksammlung zum Film.

07. Juni 2009 | DER DORFLEHRER • Kritik • Der Standard

"DER DORFLEHRER (DER DORFLEHRER Trailer) ist keine Romanze, in der kitschige Lösungen vom Himmel fallen, aber dennoch ein positiver Film über das Sich-Zusammen-Raufen. Schließlich sind Menschen doch nicht wie die Bärtierchen, die unter Petrs Mikroskop jedes für sich allein dahinexistieren."

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