| Regie | Neele Leana Vollmar |
| Kinostart | 06.08.2009 |
Nino Klingler ist der Zusammenprall der Kulturen ziemlich schnell auf die Nerven gegangen. "Die Kategorien des Deutschen und des Italienischen werden zu massiven Blöcken der Selbstverleumdung und radikalen Abgrenzung, ohne dass der Film mit überraschenden Einsichten aufwarten könnte. Und so verspielt Neele Leana Vollmar die Möglichkeiten der Ausgangssituation, uns durch die Komödie Einblicke in das Wesen kultureller Identitäten zu verschaffen. Stattdessen empfindet man zuletzt vor allem eines: dass hier leider doch eher Klischees bedient werden, als dass man mit ihnen spielte. Nationale Zugehörigkeit als Gefängnis des Individuums."
Wie Katharina Zeckau entdeckt, muss es bei den Dreharbeiten offensichtlich gut gelaunt zugegangen sein, "wovon das Spiel der durchweg passend besetzten Protagonisten zeugt, allen voran der italienische Volksschauspieler Lino Banfi in der Rolle des redseligen Antonio und Christian Ulmen als käsiges Weichei Jan. Neben all diesen stark gezeichneten und gespielten Haupt- und Nebenfiguren fällt es ausgerechnet der von Mina Tander dargestellten Figur der Sara schwer, Profil zu entwickeln. Was jedoch ebenso wenig wie der Score, der vor allem mit Mandolinenklängen quält, das Vergnügen an dieser albern-schönen Sommerkomödie schmälert."
Verlacht und konsterniert gibt sich Christian Ulmen in seinem neuen Film MARIA, IHM SCHMECKTS NICHT! (
). Und seine Trash-Figuren entwickeln Eigenleben, meint Anna Sauerbrey.
Andreas Kurtz porträtiert Christian Ulmen.
Thomas Engel sah eine "harmlose, aber durchaus lustige Komödie. Kein Klischee wird ausgelassen, aber es gibt zusätzlich eine ganze Menge netter Einfälle. Die Machart ist gängig, gespielt wird vorzüglich. Vor allem ist da der bekannte italienische Komiker Lino Banfi als Saras Vater Antonio zu nennen, äußerlich ein schwerer Brocken, im Spiel jedoch gewieft, wendig und heiter. Sehr gut machen ihre Sache auch der seriöse, manchmal schier verzweifelnde Christian Ulmen als Jan und die reizende Mina Tander als Braut."
Hinreissend witzig findet Margret Koehler den Film. "Dass Regisseurin Neele Leana Vollmar sich dazu entschied, die Szenen mit italienischen Dialogen nicht zu synchronisieren, erweist sich als äußerst wirkungsvoll. Der Zuschauer fühlt sich dadurch genauso fremd wie Jan, der unter den prüfenden Blicken der Mischpoke lustlos im Essen herumstochert, bis der Entsetzensschrei ertönt: MARIA, IHM SCHMECKTS NICHT! (
). Da fällt zwar dem armen Jan das Herz in die Hose, aber herzerfrischender für den Zuschauer gehts nicht bei dieser temperamentvollen Culture-Clash-Komödie."
Luitgard Koch konzentriert sich auf eine Figur. "Die heimliche Hauptfigur des Films, der trotz aller Komik ansatzweise als sozialkritsche Studie funktioniert, ist freilich Schwiegervater Antonio. Sein schwieriges Schicksal als Arbeitsemigrant, der es wagt im spießigen Wirtschaftswunder-Deutschland als Ausländer mit einer Deutschen eine Familie zu gründen, eröffnet in prägnanten Rückblenden eine neue emotionale Ebene. Das Kaputtgehen an Deutschland, wie es einst Werner Schroeters stilsprengende Passionsoper "Palermo oder Wolfsburg" zeigte, blieb Antonio jedoch erspart. Nicht zuletzt dadurch, dass er sich seine eigene Welt aufbaute, um sich zu schützen."
Linksammlung zum Film.