| Regie | Anne Fontaine |
| Kinostart | 02.07.2009 |
Für Rochus Wolff gerät dieser Film zu einem "seltsamen Zwitter, als sich die ursprünglich leichtfüßige Handlung abrupt ins Tragische wendet, ohne dass dieser Umschwung sich aus dem Geschehen zwingend ergibt. Audrey wird dann ohne viel Federlesens entsorgt, was dem Zuschauer noch als moralische Handlung untergejubelt werden soll; da schimmert mehr als nur ein Hauch Frauenfeindlichkeit durch die Oberfläche der Komödie."
Eine flotte französische Sommerkomödie sah Katja Lüthge. "Für das flotte Tempo im Film sorgt die energiegeladene Debütantin Louise Bourgoin, die ihre Figur gegen alle stilistischen Zumutungen - das pinkfarbene Zimmer mit den Lady-Di-Devotionalien schreit den Zuschauer geradezu an - mit sympathischer Natürlichkeit ausstattet. Ikonografisch mutet dagegen der Einsatz der einstigen Claude Chabrol-Darstellerin Stéphane Audran an: Endgültig unter dem Gefrierpunkt agierend, reicht ihr kurzer Auftritt, um all die Abgründe der Bourgeoisie aufzurufen."
Hübsch und hintergründig findet Martin Schwickert den Film. "Das Figurendreieck aus dem vernarrten Advokaten, dem bierernsten Bodyguard und der hedonistischen Lustfee ergänzt sich auf der humoristischen Ebene bestens. Aber Anne Fontaine reduziert die Figuren nicht auf ihre komödiantische Funktion. Im scheinbar belanglosen Geplänkel werden Lebens- und Liebeskonzepte, männliche Angst- und Lustfantasien, Loyalitätskonflikte und Klassengegensätze verhandelt. Fabrice Luchini beweist sich wieder einmal als Frankreichs begabtester Tragikomiker."
Jens Hinrichsen ist durchaus angetan von den Qualitäten des Drehbuchs. "Zu (gar nicht so) guter Letzt dürfte sich im Publikum Unsicherheit darüber breit machen, ob es sich hier um eine Komödie mit Thriller-Elementen oder einen humorvollen Thriller handelt. Fest steht, dass Das Mädchen aus Monaco an Unterhaltsamkeit und souverän geführter Spannungskurve seinesgleichen sucht, zuzüglich eines Final Twist, der den Zuschauer noch einmal ganz schön ins Schleudern bringt."
Margret Koehler entdeckt in der leichten Komödie einen dramatischen und überraschenden Twist. "Der Fürstenstaat in seiner halbseidenen Mischung aus echten und Möchtegern-Promis und kitschigem Operettendekor bietet die optimale Kulisse für diese charmante Tragikomödie über die Naturgewalt der Liebe, über falsche und echte Gefühle. Sündige Sinnlichkeit unter mediterraner Sonne, da folgt die Strafe auf dem Fuß."
Als lockere Mittelmeerkomödie bezeichnet Thomas Volkmann den Film. "In einem entscheidenden Plotdetail nämlich lässt sie wichtige kriminalistische Grundkompetenzen wie etwa die Frage nach einem Alibi vermissen. Die Missachtung führt immerhin dazu, das Maître Beauvois noch ein wenig länger als geplant in Monaco bleiben darf. Das französische Publikum scheint sich am leichtfertigen Ende dieses süffisanten Sommerfilms nicht gestört zu haben: in den Kinos links des Rheins war Das Mädchen aus Monaco ein gut laufender Hit."
Thomas Engel ist von den Darstellern begeistert. "Einmal mehr ist von exzellenten Schauspielern zu berichten. Fabrice Luchini hält als Beauvois glaubhaft die Balance zwischen charakterlichem Ernst und erotischem Verlorensein. Roschdy Zem ist ein herrlicher Bodyguard – mit unbeweglichem Gesicht und unerbittlicher Pflichtauffassung, aber mit weicher und verwundbarer Seele. Die attraktive Louise Bourgoin (Audrey) lässt als die gnadenlose Verführerin durchgehend die Puppen tanzen."
Linksammlung zum Film.