| Regie | John Musker |
| Ron Clements | |
| Kinostart | 10.12.2009 |
KÜSS DEN FROSCH (
) ist für Tobias Haupts gesungener Schmalz, der einen besorgt an den eigenen Insulinspiegel denken lässt. "Der Film ist dabei nun ein seltsames Werk, eine Mischung aus Puderzucker, Musical und Palimpsest. Er bietet alles, um den Zuschauer in einer Melancholie aufgehen zu lassen, die einen zurückbringt zur eigenen Disneysozialisation ... Und tatsächlich ist der Film ein richtiges Potpourri des Disney-Werkes (ohne damit gleich als postmodern zu gelten) und führt so zurück in die eigene Disney-Vergangenheit, der früheren Filme und Seherfahrung."
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Das ist laut Sebastian Handke kein Feelgood-Disney. "Alles neu, behauptet Disney. Und auch: alles alt. Mit KÜSS DEN FROSCH (
) soll die handgezeichnete Animation aus Disneys goldenen Zeiten neu belebt werden. Die Mühe, die man sich dabei gab, ist immer spürbar. Vor allem während der herrlich animierten Musiknummern: Randy Newmans Lieder sind es, die dem Film jene Herzenswärme verleihen, die so schwer zu haben ist. Aber ja, es gab mal Zeiten, da Musical-Songs schön waren, mitreißend und raffiniert."
Daniel Kothenschulte ist begeistert. "Rettung verspricht allein eine merkwürdige Voodoo-Hexe, ein unförmiges Mischwesen aus Monster und Übermutter, animiert von Andreas Deja, dem aus Deutschland stammenden Meisteranimator bei Disney. Kein Animator genießt mittlerweile höheres Ansehen in seiner Zunft, und diese überaus originelle Figur, die entfernt an die Schöpfungen des Japaners Hayao Miyazaki denken lässt, ist ein Meisterstück. Aber es gibt noch viel mehr Zauber, wenn dieser Film endlich zu sich selbst gefunden hat - und zu seinem Status als erster würdiger Disney-Cartoon seit DER KÖNIG DER LÖWEN (
)."
Susanne Ostwald ist dem Disney-Zeichner Andreas Deja begegnet.
Der neue Disney-Film KÜSS DEN FROSCH (
) ist laut Jens Balzer konservativ emanzipiert. "Die einzige afroamerikanische Figur, die den Film ohne Froschverwandlung beherrscht, ist hingegen negativ-sinister besetzt: Der Voodoo-Priester Dr. Facilier erscheint mit kantigen Zügen, glühenden Augen und dem unablässig erzeugten Schadenzauber wie der Prototyp des animalisch-gefährlichen schwarzen Mannes. Noch im ausdrücklichen Versuch, einen emanzipatorischen Familienfilm abzuliefern, fallen die Disney-Drehbuchautoren also wieder in die alten rassistischen Stereotype zurück. Vielleicht sollten sie sich beim nächsten Mal lieber ganz auf lustige Alligatoren mit Trompeten beschränken."
Hätten es die Filmemacher allen recht machen wollen, wäre kein politisch korrekter Disney-Film herausgekommen, meint Jan Kedves. " Gemäß C. G. Jungs Interpretation des Grimm-Originals, nach der Brunnen und Wald, sprich: das Dunkle und Nasse, für das Unbewusste stehen, erkennt Tiana in den Sümpfen, dass die Zielstrebigkeit, mit der sie bislang ihren Traum vom eigenen Restaurant verfolgte, allein nicht reicht. Eine Prinzessin, die karrierefähig sein will, muss auch heiratsfähig sein. Wenn Dr. Facilier seine "Freunde auf der dunklen Seite" ruft, bricht eine in fluoreszierenden Farben gepinselte Voodoohölle los, und es sausen in Epilepsie-förderndem Stakkato-Rausch schreiende Schatten durchs Bild. Schwer vorstellbar, wie Kleinkinder dies untraumatisiert überstehen sollen."
Martin Schwickert besuchte das Disney-Studio. Er sieht KÜSS DEN FROSCH (
) "an, dass die Zeichner um die Wiederanerkennung ihrer Kunstform kämpfen. Die Hintergrundmalereien erstrahlen in einer Farbenpracht und Expressivität, die nur mit dem Pinsel herstellbar ist. Die kunstvoll stilisierten Figuren entwickeln eine charakterliche Originalität, wie man sie bei Disney lange nicht gesehen hat."
Entzückt - und befremdet ist Barbara Petsch von KÜSS DEN FROSCH (
). "Irritierend ist die Darstellung der Schwarzen und Weißen. Die Weißen sind reich und mächtig, die Schwarzen arm und liebenswürdig. In den USA wird über diese Stereotypen diskutiert, da es – notabene – Disney-Filme aus den Vierzigern des letzten Jahrhunderts geben soll, die unter Verschluss gehalten werden, weil sie als rassistisch gelten. Mancherlei Einwänden zum Trotz ist das neue Disney-Mainstream-Musical insgesamt aber sehr charmant geraten."
"Stets folgt der Zuschauer mit größtem Vergnügen den Irrungen und Wirrungen der beiden Frösche. Dass dabei alte Bekannte aus anderen Disney-Filmen ihren Weg kreuzen oder sie begleiten, macht das Vergnügen vor allem für erwachsene Zuschauer noch größer. Dass gerade die US-Amerikaner die Kunst des Sidekicks beherrschen, wird auch hier wieder durch sympathische Geschöpfe wie beispielsweise das Glühwürmchen eindrucksvoll bewiesen. Für Vorschulkinder dürfte die Story zwar noch etwas zu anspruchsvoll und die Voodooelemente streckenweise zu finster geraten sein, jenseits dessen ist KÜSS DEN FROSCH (
) aber ein heiterer, kurzweiliger und optisch opulenter Spaß für die ganze Familie."
Martin Schwickert lobt Disney für KÜSS DEN FROSCH (
). "Die kunstvoll stilisierten Figuren vom Bösewicht "Schattenmann" bis hin zum selbstlosen Helden in Form eines Glühwürmchens entwickeln eine charakterliche und animatorische Originalität, wie man sie in einem Disney-Film lange nicht mehr gesehen hat. Der Kitschfaktor wurde hier zugunsten von Humor und Action deutlich heruntergedimmt, ohne den Märchencharakter der Geschichte zu verraten. KÜSS DEN FROSCH (
) verbindet die Tradition alter Disney-Filme mit der kreativen Freiheit der Pixar-Produktionen - ein äußerst gelungenes Comeback für die kriselnde Animationsschmiede."
Michael Meyns ist begeistert. "Statt Anspielungen an die Popkultur finden sich Bezüge zu Tennessee Williams, statt neunmalkluger Tiere, liebevolle Krokodile und Glühwürmchen, nur die Moral unterscheidet sich nicht wesentlich. Auch in KÜSS DEN FROSCH (
) werden die klassischen Disney-Familienwerte hochgehalten, wird die Familie über den persönlichen Traum gestellt, ist die Hochzeit mit dem Traumprinzen der einzig wahre Weg zum Glück. Das ist in jeder Hinsicht so altmodisch wie mitreißend, vor allem aber eine willkommene Abwechslung von den zahllosen überproduzierten Computeranimationsfilmen der letzten Jahre."
Linksammlung zum Film.
Überblick zum Film auf moviepilot.de
Schon lange vor seinem Starttermin im Dezember löst ein Animationsfilm KÜSS DEN FROSCH (
) des Disney-Studios unter Kritikern eine Kontroverse aus. Biance Schroeder berichtet.
Bianca Schröder beschäftigt sich mit der Kritik an der schwarzen Prinzessin.
KÜSS DEN FROSCH (
) ist schon jetzt einer der meist diskutierten Disney-Filme. Denn Prinzessin Tiana ist schwarz. Aber niemand stellt in Abrede, dass die Zeiten reif für eine schwarze Prinzessin sind, wie Moritz Baumsteiger berichtet.
Andrea Köhler berichtet vom Streit um Disneys erste afroamerikanische Prinzessin.
KÜSS DEN FROSCH - Offizielle Website
KÜSS DEN FROSCH - imdb.com
KÜSS DEN FROSCH - critic.de
KÜSS DEN FROSCH - moviepilot.de