| Regie | Til Schweiger |
| Kinostart | 03.12.2009 |
Laut Robert Zimmermann fehlt dem Film der Verve. "Dem Erfolgsdruck entsprechend versucht der Film den Unterhaltungsbedürfnissen eines breiten Publikums durch Rückgriffe auf Humorrezepte nahezu jeden Niveaus zu entsprechen. Diese allesamt zu vereinen scheint jedoch derart energieaufwändig, dass das Tempo des Films sichtlich außer Kontrolle gerät. Gerade zum Ende hin verbreitet sich – ob der Vorhersehbarkeit des Happy Ends – eine physisch fühlbare Langatmigkeit."
Jan Schulz-Ojala hat sich nicht überzeugen lassen. "Bei so viel Klamotten-Klamauk gehen die mitunter fast loriothaft funkelnden Dialoge fast unter, die von unseren trägen, lauernden, grundverlogenen Geschlechterverhältnissen erzählen. Und die romantische Komödie, die ZWEIOHRKÜKEN (
) doch vor allem sein soll, gerät zwischenzeitlich so heftig aus dem Fokus, dass das Happyend nachgerade zum emotionalen Gewaltakt gerät."
Als Klamotte bezeichnet Christian Buss den Film. Erstaunlich, "dass Til Schweiger mit diesem Kassenhit im Rücken immer noch jede Art von Selbstironie abgeht. Denn auch KEINOHRHASEN (
)-Nachfolger ZWEIOHRKÜKEN (
) ist nun bei allem weichgezeichneten Männer-Läuterungstheater (in fast jeder Szene fackelt unmotiviert ein Meer von Kerzen vor sich hin) ein wahres Hetero-Stahlbad geworden. Klar, immer wieder hält Schweiger als Probe-Kindergärtner Ludo selbstgenähte behinderte Tierpuppen in die Kamera und sagt dazu Besinnliches in Babysprache auf. Aber im Grunde genommen geht es wieder nur um einen Parcours machistischer Selbstprüfungen."
"Wer 120 lange Minuten ähnlich bieder-verschwitzte "Situationskomik" zwischen einem Paar erleben will, das sich in Beziehungsroutinen verfangen hat und deshalb mit verflossenen Partnern kokettiert, ist mit dieser Produktion gut bedient."
Hanns-Georg Rodek ist erbost über die Praxis von Til Schweiger, für ZWEIOHRKÜKEN (
) keine Pressevorführungen zu zulassen. Der Kritiker vergleicht das Verhalten des Regisseurs mit dem Verhalten seiner Figur Ludo und kommt zu interessanten Schlüssen.
Andreas Kurtz prophezeit: "Das Publikum wird auch an ZWEIOHRKÜKEN (
) lieben, wofür Til Schweiger in den kommenden Wochen wohl viele Schmähungen von der Kritik und die Ignoranz der Mehrheit der beim Deutschen Filmpreis stimmberechtigten Mitglieder der Deutschen Filmakademie ertragen muss: Auch in diesem Film darf man wieder deutlich unter dem eigenen Niveau lachen. Oder auch nicht. ... Dass das trotzdem funktioniert, liegt auch an der sehr wahrhaftigen Spielweise von Nora Tschirner, die in der Vergangenheit mit ihrer Rollenauswahl nicht immer ein glückliches Händchen bewies. Wenn man sie als Anna in unglaublich unvorteilhaften Strapsen souverän agieren sieht oder Zeuge eines ihrer virtuosen Wutausbrüche wird, sind allerdings alle Ausrutscher der Kategorie FC VENUS umgehend vergeben und vergessen."
Andreas Kurtz war bei der Weltpremiere in Berlin.
Übersicht zum Film mit Bewertungen, Kommentaren und News.
Til Schweiger stellte seinen neuen Film ZWEIOHRKÜKEN (
) in Berlin vor. Eva Klawa war dabei.