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LÖWENKÄFIG

LÖWENKÄFIG

Regie Pablo Trapero
Kinostart 04.06.2009

Kritiken • LÖWENKÄFIG

02. Juni 2009 | LÖWENKÄFIG • Kritik • critic.de Partner von film-zeit

Beeindruckt ist Sebastian Thiele von dem Film. "LÖWENKÄFIG präsentiert sich als ein fesselndes, im Gedächtnis bleibendes Melodram, dessen deutlich formulierte Sozialkritik an keiner Stelle in pathetisch-moralische Unglaubwürdigkeit abgleitet. Die an den Nerven zehrende Schilderung des Einzelschicksals ist als Tortur konzipiert, aus der ein unbequemes klaustrophobisches Gefühl erwächst."

04. Juni 2009 | LÖWENKÄFIG • Kritik • Berliner Zeitung

Maike Schultz hat sich nicht ganz überzeugen lassen. "Dramaturgisch bleibt in LÖWENKÄFIG einiges auf der Strecke, so sehr ist Trapero um einen authentischen Rahmen bemüht: Er drehte in echten Hochsicherheitstrakten bei Buenos Aires und setzte die Häftlinge als Statistinnen ein. Sechzig Prozent von ihnen sitzen wie Julia ohne Urteil ein. Auch das Trauma der Gefängniskinder wird thematisiert: Weil sie angeblich eine Scheu vor offenen Räumen entwickeln, bekommt Tomas bei einem Zoo-Besuch mit Sofia schnell Heimweh."

04. Juni 2009 | LÖWENKÄFIG • Kritik • Die Tageszeitung

So manche mögliche Genrezuordnungen lässt der Film laut Diedrich Diedrichsen hinter sich. "Eine große Qualität von LÖWENKÄFIG ist, wie der Film dieses Lob des Auswegs singt, der ganz anderen Lebenssituation. Er tut das nicht nur, indem er eine Fahrt über einen dumpfen, braunen Fluss auf einer träge tuckernden Fähre als Explosion einer inneren Ruhe inszeniert. Er geht so weit, dass eben vorübergehend auch das Gefängnis - nicht seine brutale, wegschließende Seite, nicht die Kerkergänge und Metalltore, aber doch seine arme, elende, notgedrungen selbst organisierten Lebensformen - als ein solcher anderer Ort erscheint: als Ausweg."

04. Juni 2009 | LÖWENKÄFIG • Kritik • Der Tagesspiegel

Hoch dramatisch und zugleich gänzlich kitschfrei erzählt der Regisseur, lobt Martin Schwickert. "Dabei hält sich die Kamera immer an die Knastrealität und subjektive Sicht der Protagonistin. Gedreht wurde direkt in der Justizvollzugsanstalt, mit Wärterinnen und Häftlingen als Statisten. Anders als im klassischen Gefängnisdrama liegt der Fokus nicht auf den Auseinandersetzungen mit sadistischem Wachpersonal und gewalttätigen Mitgefangenen. Die strukturelle Gewalt des Gefängnissystems ist durchaus spürbar, wird jedoch nicht in personifizierten Konflikten individualisiert."

04. Juni 2009 | LÖWENKÄFIG • Kritik • Frankfurter Rundschau

Für Heike Kühn wäre der Film ein würdiger Gewinner der Goldenen Palme gewesen. "Vielleicht hat die klaustrophobische Optik, die extremen Nahaufnahmen auf Frauen, die nicht einmal die Kontrolle über ihren jederzeit von der Polizei einsehbaren Intimbereich haben, die Jury verstört. Die rostigen Zellengitter, auf denen Julias Sohn Thomas später hin und her schaukeln wird, sind Teil der argentinischen Realität."

04. Juni 2009 | LÖWENKÄFIG • Kritik • perlentaucher.de

Dieser Knast ist ein ungewöhnlicher Ort, findet Ekkehard Knörer. "Alles hat so seine Ordnung in diesen Bildern, die vor allem eines irritierenderweise sein wollen: handwerklich gelungen. So aber wird LÖWENKÄFIG zum Film, der eine Extremsituation auf handwerklich gelungene Weise darstellt. Säuberlich ausgeleuchtet ist jede einzelne Einstellung, gebadet in warmes, nie zu helles Licht. Als Julia einmal in eine Isolierzelle gesperrt wird, sehen wir einen Lichtstrahl ins Dunkel fallen. Im Lichtstrahl flocken pittoresk Stäubchen. Was allerdings dazu führt, dass dieses Bild nichts über die Notlage der Figur sagt, sondern vor allem etwas über die Mühe, die der Kameramann auf diese Lichtkomposition verwendet hat."

02. Juni 2009 | LÖWENKÄFIG • Kritik • film-dienst 12/2009

Obwohl Wolfgang Hamdorf das Filmende etwas zu künstlich ist, schätzt er, dass der Regisseur über die üblichen Frauenknast-Stereotypen hinausgeht. "Der Grundton des Films ist realistisch und zurückhaltend. LöWENKäFIG lebt vom überzeugenden Zusammenspiel der Protagonistinnen, der tiefen Beziehung zwischen Julia und Marta, aber auch den teils subtilen, teils offenen Spannungen zwischen Mutter und Tochter, zwischen zwei völlig unterschiedlichen Lebensmodellen."

01. Juni 2009 | LÖWENKÄFIG • Kritik • programmkino.de

Ein leichtes Thema verhandelt der Film nicht, meint Thomas Volkmann. "Von Anfang bis Ende ist die Geschichte mehr von Verzweiflung und Enttäuschung denn von Hoffnung geprägt, herrscht eine bedrückende, manchmal gar bedrohliche Stimmung. Weglaufen aber geht nicht. Dank der intensiven darstellerischen Leistung von Martina Gusman erlebt man schließlich, wie Grenzen überwunden werden."

01. Juni 2009 | LÖWENKÄFIG • Kritik • programmkino.de

Thomas Engel sah ein schicksalhaftes, drastisches Leben in einem argentinischen Frauengefängnis. "Vielleicht ist Julias Flucht nicht so ganz nachvollziehbar, was jedoch sonst geschildert wird, ist von realistischer, lebendiger, zum Teil traurig-schmerzlicher Echtheit. Das liegt u. a. daran, dass es dem Regisseur Pablo Trapero und seiner Frau Martina Gusman, die Mitproduzentin ist und die Hauptrolle spielt, gelang, in realen Haftanstalten mit echten Gefangenen als Mitschauspielern zu drehen. Das ergibt eine Unmittelbarkeit, die andernfalls nicht zu erreichen gewesen wäre. So ist ein Film entstanden, der mit seinen Themen Schicksal, Solidarität und Mutterliebe berühren kann."

16. Mai 2009 | LÖWENKÄFIG • Kritik • Die Tageszeitung

Das ist stellenweise subtil und nüchtern inszeniert, lobt Cristina Nord. In einigen Momenten "offenbart sich das Wesen des Disziplinierungsapparats, ohne dass Pablo Trapero dramatisieren und zuspitzen müsste. Zwischendurch lässt er sich dann doch mitreißen, was angesichts der hohen Emotionalität des Sujets nicht verwundert, den Film aber eine Spur konventioneller macht, als er sein müsste."

16. Mai 2009 | LÖWENKÄFIG • Kritik • Frankfurter Rundschau

Daniel Kothenschulte fasst seinen Kritik wie folgt zusammen: "Fast der gesamte Film spielt in der für Mütter mit Kindern eingerichteten Station eines Gefängnisses. Auch dies ist ein Ort, der sich für gewöhnlich der Sichtbarkeit entzieht: Pablo Trapero beleuchtet ihn mit allen erdenklichen zwischenmenschlichen Aspekten - außer einem, der Schuldfrage. Sie hat in seinem humanistischen Kino nichts verloren."

16. Mai 2008 | LÖWENKÄFIG • Kritik • Der Spiegel

Laut Andreas Borcholte will der Regisseur "anprangern und anklagen, dass macht er mit teils drastischen Bildern und Szenen von drallen Knastmatronen, die sich auf versifftem Duschraum-Boden eine Art Schlammcatching liefern, unmissverständlich klar. Dass sein Film nicht an diesem hehren Pathos erstickt, dafür sorgt vor allem seine Hauptdarstellerin Martina Gusman, die in LÖWENKÄFIG ihre erste Hauptrolle spielt. ... In Martina Gusmans hungernde, sehnende Augen zu blicken, heißt, in die seelischen Abgründe isolierter menschlicher Existenzen in den alles verschlingenden Großstadt-Ghettos dieser Welt zu werfen."

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