| Regie | Christos Georgiou |
| Kinostart | 11.06.2009 |
Für Maurice Lahde ist dies ein "nicht unsympathischer Film, keine Frage; zu behutsam inszeniert, um kitschig zu geraten – aber eben auch zu vorsichtig, um je in Schwung zu kommen. Dafür bräuchte es auch in einer "charmanten Sommerkomödie" neben pittoresken Einfällen und skurrilen Figuren ein wenig mehr Konfliktpotenzial. KLEINE VERBRECHEN (
) ist eine Art filmisches Gegenstück zu einem (fast) wolkenlosen blauen Himmel. Der Zacharias-Fall findet eine versöhnliche Auflösung, und selbst die potenziell schwarzhumorigen Szenen um die Tiefkühltruhe, in der es sich die Leiche des alten Mannes zwischen Bierdosen und Eistüten bequem machen darf, wirken fast warmherzig."
Daniela Sannwald hat sich nicht ganz überzeugen lassen. "In seiner Überraschungslosigkeit entbehrt der Film nicht eines gewissen Charmes: Er resultiert weniger aus dramaturgischen oder ästhetischen Strategien als aus der Unbefangenheit, mit der er sich vergnügt über jegliches Kunstbemühen hinwegsetzt."
Laut Alexandra Seitz scheint der Film die "Bezeichnung "Sommerkomödie" erfunden worden zu sein. Nicht nur, weil darin komödiantisches Geschehen in sommerlicher Atmosphäre präsentiert wird, sondern weil sich das Ganze bei näherem Hinsehen auflöst wie eine über heißem Asphalt flirrende optische Täuschung. Unbeschwert und humorvoll zieht KLEINE VERBRECHEN (
) an einem vorüber, der Film konfrontiert einen nicht mit der Hässlichkeit der Welt und hat auch keine schwer wiegenden Probleme im Schlepptau."
Daniel Sander hatte Spaß. "Die kurzen, absurden Szenen, in denen Leonidas sich vorstellt, was wirklich passiert sein könnte, gehören zu den besten in KLEINE VERBRECHEN (
). Etwas schwerfälliger wird der Film nur dann, wenn er ernsthaft versucht, eine Liebesgeschichte zwischen dem Helden und der hübschen Inseltochter und Fernsehmoderatorin Angeliki (Viki Papadopoulou) zu konstruieren. Doch meistens regieren unbeschwerter Frohsinn, milder Slapstick und eine unaufgesetzte Herzlichkeit, die man sich häufiger im Kino wünscht. KLEINE VERBRECHEN (
) ist nicht das große Meisterwerk, das den Oscar für den besten ausländischen Film gewinnen könnte. Aber der perfekte Film für den Sommer, das ist er."
Caroline M. Buck ist von der Inselidylle begeistert. "Die Bilder von der Insel sind atemberaubend: Wie ein gestrandeter Wal liegt sie da, steil abfallende Klippen im Osten, bebautes Land und ein weißgetünchtes Dorf mit Fähranleger im Westen, drum herum blaues Meer, darüber die Sonne. Ein Ferienparadies der ursprünglichen Art, ein Sehnsuchtsort für die Seele, ein Leinwandfüller, der einem unwillkürliche Stoßseufzer entlockt."
Postkartenidyllen sind Heike Kühn verhasst. "Christos Georgious Film, der so sommerlich leicht auf staubigen Straßen daherkommt und sich nicht schämt, die weißgetünchten Gästehäuser zu zeigen, die vergeblich auf Touristen warten, arbeitet mehr am Umgang mit den allzu schönen Bildern, als es auf den ersten Blick aussieht."
Ronja Dittrich sah "eine ungezwungene und charmante Komödie, die den Zuschauer auf eine 90-minütige Reise unter die Sonne Griechenlands entführt. Die malerische Schönheit des Inselschauplatzes ist einer der Hauptakteure des Films, der mit viel Empathie und einem Hauch schwarzen Humor einen skurrilen Mikrokosmos vor uns ausbreitet. Eine Begegnung mit schrullig-liebenswerten Inselbewohnern und ihren kleinen Verbrechen, die sie täglich unter ihre Teppiche kehren. Ein Film wie ein Ouzo: Würzig-süß auf der Zunge, kräftig im Nachgeschmack."
Ulrich Kriest ist angesichts dieses griechischen Films gespannt auf die Resonanz des Publikums. "... Über diverse Wendungen kommt der etwas sehr spannungslos und sommerlich vor sich hin plätschernde Film schließlich zu einem Schluss, der meilenweit von seinem schrägen Beginn entfernt ist. Käme diese in vielem vorhersehbare, aber nicht unsympathische Provinzkomödie aus Skandinavien, Frankreich oder Italien, könnte man wohl von einem in die Jahreszeit passenden Geheimtipp sprechen."
Wie Thomas Volkmann findet, lebt der Film "von der Leichtigkeit des griechischen Sommers, sympathischen Schauspielern und der humorvollen Darstellung von fast schon zum Klischee verkommenen Realitäten. Die Hirngespinste Leonidas lockern die geradlinige Entwicklung angenehm auf – gleichwohl hätte der von großartigen Landschaftsaufnahmen profitierenden Krimikomödie ein wenig mehr an Spritzigkeit und Tiefgang nicht geschadet."
Für Thomas Engel kann sich der Film nicht entscheiden. "Ein wenig Komödie, ein wenig Krimi, wunderbare Landschaften, ortstypisches Geschehen mit Tanz und Hochzeit, Tratsch auf schwachen Füßen, Schatten der Vergangenheit – und eine zarte Liebesgeschichte. Das alles ohne größeren dramaturgischen und formalen Anspruch zusammen gemischt in einem jedoch einnehmenden griechisch-deutschen Film, der vor allem unterhalten will."
Linksammlung zum Film.