| Regie | Daniel Walta |
| Kinostart | 04.06.2009 |
Wahrheit gibt es laut Philipp Bühler scheibchenweise in diesem Film. JAKOBS BRUDER (
) gehört zu jener sattsam bekannten Sorte Roadmovies, in denen die allerunseligsten Trucker-Balladen zur Stimmungsmache auf volle Lautstärke gezogen werden. Buchstäblich als Drehbuchvehikel fungiert ein alter Buckel-Volvo, denn so ein Oldtimer sieht nicht nur besser aus, er geht auch öfter kaputt im Sinne des Evergreens. ... Filmhistorisch betrachtet folgt der 31-jährige Daniel Walta dem Übertrend der ausklingenden Dekade, dem traumatischen Erzählen - da unterscheidet sich der deutsche Problemfilm nicht vom amerikanischen Superheldenepos. In aller Nüchternheit ist JAKOBS BRUDER (
) zwar ein passabler Fernsehfilm mit prominenter Besetzung."
Caroline M. Buck sah einen netten, wohlmeinenden Film. "Daniel Walta sei geraten, beim nächsten Film auf die zwanghaften persönlichen Beichten zu verzichten, in die noch die flüchtigsten Zufallsbekanntschaften hier ständig verfallen. Der dreiste Einfall hingegen, die eigentliche Fehlbesetzung einer minderjährigen Ausreißerin, die die Brüder trampend aufpicken, mit einer Mittzwanzigerin einfach anzusprechen ("sie sieht aus wie Mitte 20, aber sie ist erst 17"), kann schon fast als genial gelten – und Sophie Rogall ist denn auch das Highlight des Films."
Esther Buss zufolge eignet sich die deutsche Landschaft nicht für das uramerikanische Genre des Road Movie. "Das Auto als geschlossener, begrenzter Raum wird in diesen Filmen gerne wie nach Rezept als Austragungsort für Konflikte eingesetzt – als sei das Auto eine Art Katalysator, der Verborgenes und Verdrängtes automatisch an die Oberfläche spült. JAKOBS BRUDER (
) erfüllt dieses standardisierte Schema mustergültig, greift dabei aber noch zusätzlich in die Kiste der abgegriffensten Road-Movie-Klischees."
Gary Rohweder kann dem Film nur halb etwas abgewinnen. "Um diese Story in die Länge eines Kinofilms zu ziehen, mussten die Reisenden mit einem Auto fahren, das wenigstens einmal zu häufig auf der Strecke bleibt. Dadurch werden dem Erzählfluss Zwangspausen verordnet, die diesen zwar nicht weiter stören, aber auch nicht gerade durch Originalität glänzen. Auch machen insbesondere die Rückblicke, in denen die problembehaftete Kindheit der Brüder beleuchtet wird, deutlich, dass es dem Film insgesamt an fantasievollen Einfällen mangelt."
Linksammlung zum Film.