| Regie | Jody Hill |
| Kinostart | 18.06.2009 |
Amerika entdeckt sein Herz für die Loser, meint Thorsten Funke. "SHOPPING-CENTER KING - HIER GILT MEIN GESETZ (
) versucht noch einen Schritt weiter zu gehen. Nach der Ehrenrettung der Nerds soll die Ehrenrettung der Soziopathen, Rednecks, Rassisten und potenziellen Amokläufer versucht werden. Man kann aber keine Komödie drehen, ohne sich weitgehend mit seinem Protagonisten gemein zu machen – mit seinen Spleens und mit seiner Wahrnehmung. Doch Ronnie und wie er die Welt sieht – das ist einfach kein Spaß."
Einen Grenzgang zwischen tumbem Klamauk und ätzender Farce sah Daniel Sander. "Als Zuschauer wird man zunehmend unsicher, wie man zu dem Anti-Helden stehen soll. Man schwankt zwischen Sympathie und Abscheu. Irgendwann scheinen auch im Film die Grenzen zwischen Wahn und Wirklichkeit zu verwischen: Am Ende könnte die Kamera ganz Ronnies Perspektive eingenommen haben, man hat den Eindruck, als verfolge man das Geschehen selbst aus den Augen eines Wahnsinnigen. Die anfangs billigen Gags weichen einem hintergründigen, finsteren Humor."
Die Hauptfigur ist für Philipp Bühler eine der unsympathischsten zu langem. "Der hässliche Schluss ist die Krönung einer Reihe grausamer Scherze auf Kosten von etwa Indern, Frauen und Behinderten - es besteht wahrlich kein Grund, Ronnie zu mögen. Der autoritätsfixierte Waffennarr ist die Antithese zum gemütlichen Kevin James, der zuletzt als DER KAUFHAUS-COP (
) die Kinokassen stürmte. Stilistisch jedoch sind beide Filme, und irgendwo hier liegt der springende Punkt, kaum unterscheidbar. Dieselben altbackenen Zeitlupenmontagen zu bekannten Hits, dasselbe hilflose Ringen um Liebe und Anerkennung."
Die ist der radikalste aller Mall-Filme, meint Ekkehard Knörer. "Weil sie nämlich dem Bösen - der Verkörperung sexueller Transgression - als Schutzmacht des Guten das noch Bösere entgegenstellt. Der vom aus Judd Apatow-Filmen wie BEIM ERSTEN MAL (
) bekannte Komödien-Star Seth Rogen nämlich spielt den Cop Ronnie Barnhardt als psychisch schwer gestörte Figur. Er ist ausdrücklich manisch-depressiv, schusswaffensüchtig, rassistisch, sexistisch und in jeder Hinsicht dringend der Erlösung bedürftig. Das tief Verstörende an Jody Hills Film: Er wird nicht erlöst."
Der Film hat kaum etwas zu bieten, stellt Michael Ranze fest. "In DER KAUFHAUS-COP (
) spielte der Ort mit seinen Gängen, Rolltreppen, Ventilationsröhren und Einkaufsbereichen eine wichtige Hauptrolle. Kevin James machte sich in einer originellen Katz-und-Maus-Jagd die Tücke des Objektes zu Nutze. Hier jedoch ist das Einkaufszentrum nur Schauplatz unerfreulicher Begegnungen von unliebsamen Menschen, mehr nicht. Vielleicht hat der Regisseur das Motto seines Films, "Observe and Report", zu wörtlich genommen und sich die Impotenz seines Helden zu eigen gemacht. Jody Hill vertritt keinen eigenen Standpunkt, seine Geschichte hat keine Moral, seine Absicht ist unklar. Schlimmer noch: Der Humor ist so geschmack- und witzlos, dass es nichts zu lachen gibt. Was für eine Komödie fatal ist."
Linksammlung zum Film.