| Regie | Michael Mann |
| Kinostart | 06.08.2009 |
Verfilmung der Geschichte von John Dillinger, der durch seine legendäre Raubzüge zum meistgesuchten Mann auf der Fahndungsliste des damals noch jungen FBIs wurde. Das machte ihn auch zum Helden für einen großen Teil der unterdrückten, benachteiligten Bevölkerung in den Zeiten der Großen Depression in den USA der 1930er-Jahre machten.
Michael Mann erfindet mit PUBLIC ENEMIES (
) das Genre des Gangsterfilms neu, meint Susanne Ostwald. "Erstmals hat er einen Film mit hochauflösenden Digitalkameras gedreht, die auch den nächtlichen Szenen eine nahezu unglaubliche Prägnanz verleihen. Manns Kameramann Dante Spinotti, der schon Curtis Hansons L.A. Confidential (1997) ein meisterhaftes Aussehen gab, hat für PUBLIC ENEMIES (
) aufregende Bilder von grandiosem Format geschaffen. Die oft von Hand geführte, sehr bewegliche Kamera spielt gekonnt mit Schärfe und Unschärfe; extreme Close-ups und ein agiler Schnitt (Paul Rubell) erzeugen eine Sogwirkung, die freilich nur auf der grossen Leinwand zu voller Entfaltung kommt."
"Herausragend sind die Musik und – wie gewohnt bei Filmen von Michael Mann – die Schauspieler. Neben den vier Hauptdarstellern Johnny Depp, Christian Bale, Marion Cotillard und Billy Crudup fallen vor allem die zahlreichen bekannten Schauspieler in Kürzestrollen auf. Giovanni Ribisi spielt einen anderen Bandenführer, Lili Taylor eine leicht überforderte Gesetzeshüterin und Leelee Sobieski taucht am Ende als Angestellte der Zuhälterin Anna Sage auf (entgegen der Behauptung von Rob Gordon wurde Dillinger nämlich nicht von seiner Freundin verraten). Diana Krall darf zudem in einem Nachtclub als Sängerin des zentralen Lied "Bye Bye Blackbird" auftreten."
Doris Kuhn beleuchtet die Hintergründe der Geschichte. "Eher versucht Michael Mann doch, das Gefühl einer Ära zu beschwören, die im Verschwinden begriffen ist - vor allem im Kontrast zu der kühlen Rationalität des oberstes Dillinger-Verfolgers Melvin Purvis (Christian Bale). So wird John Dillingers Verwandlung vom Revolverhelden zum Staatsfeind deutlich - fast könnte man sagen, Michael Mann beobachtet, wie der Western sich verabschiedet und zum Thriller wird."
Kirk Honeycutt ist enttäuscht. "Michael Manns Film über John Dillinger heizt nur langsam an und kommt niemals zum Kochen. Alle guten Zutaten sind sicherlich vorhanden mit dem stets charismatischen Johnny Depp als Bankräuber aus der Zeit der Wirtschaftskrise, der mancherorts mit Marion Cotillard als seinem weiblichen Teil als Robin Hood verherrlicht wurde. Aber Michael Mann und die Autoren Ronan Bennett und Ann Biderman treffen nie die Bedeutung des John Dillinger."
Linksammlung zum Film.