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LOOKING FOR ERIC

LOOKING FOR ERIC

Regie Ken Loach
Kinostart 05.11.2009

Kritiken • LOOKING FOR ERIC

17. September 2009 | LOOKING FOR ERIC • Kritik • critic.de Partner von film-zeit

Andreas B. Krüger sah eine präzise Charakter- und Milieustudie. "Es ist eine Doppelstrategie, die entsteht. Weder wird der Antiheld glorifiziert, noch dem Gelächter preisgegeben. Der hagere, mental labile Eric scheint sich am Rand der Gesellschaft zu bewegen und ist dennoch als Arbeiter und Fußballfan eine metaphorische Figur des zeitgenössischen Englands. Hinter der stereotypen Oberfläche finden sich Schwächen und Konflikte, die mit linkischen Bewegungen und herzzerreißend komischen Dialogen Illustriert werden, wenn er mit dem imaginären Eric Cantona Jogging und Stretching betreibt oder mit ihm über den Sinn des Lebens zwischen Ehekrisen und Fußballstadien sinniert."

05. November 2009 | LOOKING FOR ERIC • Kritik • Die Zeit

Die Rasenweisheiten fürs Leben findet Urs Willmann gut. "Gemeinsam schauen sich Star und Fan Kostbarkeiten aus Erics Videosammlung an. Allein um jenen Treffer gegen Sunderland einmal höher aufgelöst als bei YouTube zu sehen, lohnt sich der Kinobesuch: Dribbling, Pass zu Brian McClair, der Ball kommt zurück, Schuss mit Drall ins hohe Eck. Die Aufnahme von damals belegt: Eric Cantona war sofort bewusst, für einen der magischen Momente der Fußballgeschichte gesorgt zu haben. Er streckte die Brust raus, richtete den Blick ins Publikum, drehte sich im Kreis. Dabei schien er zu sagen: "Mein Geschenk an euch.""

04. November 2009 | LOOKING FOR ERIC • Kritik • Die Tageszeitung

Sven von Reden lobt den Regisseur. "Ken Loachs Stil ist wie immer so uneitel, dass man auf die Idee kommen könnte, er habe keinen. Dabei bilden beim Briten Form und Inhalt eine perfekte Einheit: Alles ist bei ihm auf den Menschen ausgerichtet. Weder der Regisseur noch die Filmtechnik soll sich zwischen Zuschauer und die Figuren auf der Leinwand drängen. Daher verzichtet er auf Zooms, auffällige Kamerafahrten, extreme Blickwinkel oder Brennweiten - die Bilder sollen immer nah an der Alltagswahrnehmung des Menschen bleiben. Nicht seine Fokussierung auf die Verlierer der Gesellschaft macht Ken Loach zum großen Humanisten des europäischen Kinos, sondern dass er für seine Botschaften eine schlüssige filmische Sprache gefunden hat."

04. November 2009 | LOOKING FOR ERIC • Kritik • Der Tagesspiegel

Julian Hanich liest den Film als Kommentar auf die Rolle des Fußballs als Ersatzreligion. "Mit dem 73-jährigen Ken Loach geht es einem wie mit dem 73-jährigen Woody Allen. Man blickt mit wohltemperierter Vorfreude auf jede neue Lieferung, die zuverlässig alljährlich die Kinos erreicht. Auch wenn die ganz große Erwartungsspannung nicht mehr aufkommen mag – zu vertraut sind Stil und Anliegen geworden –, so hat Ken Loachs verlässliche Betriebsamkeit doch die beruhigende Wirkung des Rituals: Man weiß, was zu erwarten ist, und das hat fast immer hohes Niveau."

04. November 2009 | LOOKING FOR ERIC • Kritik • br-online.de

Thilo Wydra stellt folgendes fest. "Wie so oft geht es bei dem Regisseur um den kleinen Mann, um den sozial Schwachen, der ohnehin nicht das Leben leben kann, das er sich ersehnt. Dabei zeigt Ken Loachs jüngste Arbeit, wie es trotz aller widrigen Umstände möglich ist, die Dinge des Lebens doch noch zu verändern. Es sind vor allem die intimen Momente mit Steve Evets als Eric und Fußballer Eric Cantona, die von einer hohen Glaubwürdigkeit und Emotionalität sind. Kammerspielartige Szenen, in denen Eric, der Postbote und Eric, der Fußballer miteinander über das Leben reden, über das Gestern, das Heute, das Morgen. Darüber, dass es nie zu spät ist, neu anzufangen. Das ist der kraftvolle Impetus von LOOKING FOR ERIC (LOOKING FOR ERIC Trailer): wenn man wirklich will, dann kann man auch."

04. November 2009 | LOOKING FOR ERIC • Kritik • Deutschlandradio

Jörg Taszman lobt den Film. "Im Stil des magischen Realismus hilft dem kleinen Eric nun der überdimensionale Eric, der sich zunächst als sprechendes Poster entpuppt, dann aber leibhaftig bei Eric im Zimmer sitzt. Mit wunderbaren, philosophisch angehauchten Weisheiten baut Eric Cantona den gradlinigen Eric wieder auf, bis zum originellen und witzigen Happy End. Einer der schönsten Filme des Jahres, ein echter Ken Loach und ein überraschend guter Eric Cantona."

04. November 2009 | LOOKING FOR ERIC • Kritik • Der Freitag

Bestimmt hat dieser Mix aus Realismus und Märchen viel für sich, schreibt Michael Angele. "Aber würde man nicht doch lieber zwei Filme sehen? Einen mit dem großartigen Steve Evets als Briefträger in der Hauptrolle, und einen Dokumentarfilm über Eric Cantona, dem Mann mit dem Stehkragen. Natürlich könnte Ken Loach gleich beide Filme drehen ... Milieus mit wenigen Strichen so zeichnen, dass der Strich zum Zündholz wird und das Leben anfängt zu brennen, das kann Ken Loach in der Tat wie kaum ein anderer. Er beweist es auch in LOOKING FOR ERIC (LOOKING FOR ERIC Trailer) etwa in der Szene, in der die Postboten versuchen, ihren Kollegen mit ungewöhnlichen Mitteln aus seiner Krise zu holen."

02. November 2009 | LOOKING FOR ERIC • Kritik • br-online.de

Christina Raftery ist angetan. "Fair Play statt Egomanie: Das kann man nicht nur vom Fußball, sondern auch von Ken Loach lernen - und dabei sehr viel Spaß haben. Fazit: Ein Fest für Fussball- und Romantikfans, aber auch für Anhänger des klassischen Ken Loach-Kinos, das trotz aller sozialkritischen Deutlichkeit vor allem Humor und Hoffnung als Rezept zum (Über)leben empfiehlt."

01. November 2009 | LOOKING FOR ERIC • Kritik • epd-film

Unbeschwert nennt Andreas Busche den Film. "Den hohen Identifikationsgrad der englischen Arbeiterklasse mit ihren Fußballver­einen hat Ken Loach schon in früheren Filmen immer wieder thematisiert. In LOOKING FOR ERIC (LOOKING FOR ERIC Trailer) leistet er sich nur kleine Seitenhiebe auf die Kommerzialisierung des Fußballs; sie sind lediglich Fußnoten, Punkte, die Loach machen will, ohne dass er die Parteinahme Erics und seiner Kumpel für den Kommerzverein problematisieren muss. Was auch zeigt, wie gelassen sich Loach mit Looking for Eric gibt. Ein solches Feelgoodmovie hätte man nach seinen letzten, mitunter allzu verbissenen ­Filmen nicht unbedingt erwartet."

01. Oktober 2009 | LOOKING FOR ERIC • Kritik • Looking for Eric auf moviepilot.de

Übersicht mit Kommentaren, Bewertungen und News.

20. Mai 2009 | LOOKING FOR ERIC • Kritik • Neue Züricher Zeitung

Wie gut er ist, wenn er seine ideologischen Lektionen im Spind versorgt, und wie unterhaltsam er auch sein kann, demonstriert Ken Loach mit diesem Film, meint Christoph Egger. "Eric, das ist der grosse Eric Cantona von Manchester United, der hier souverän himself auftritt, um, imaginiert durch einen armen Pöstler und rückhaltlosen Fan, diesem in allerlei Familienproblemen beratend zur Seite zu stehen. Selten hat man Ken Loach vergnüglicher das Hohelied des Zusammenhalts anstimmen sehen."

20. Mai 2009 | LOOKING FOR ERIC • Kritik • telepolis.de

Rüdiger Suchsland dachte sich: Hätte Ken Loach doch einfach eine Dokumentation über Cantona gedreht. "Das Hoch auf die Arbeitersolidarität gibt es auch hier, aber im Zentrum des Film steht die poetische Überschreitung der Wirklichkeit. Denn ManU-Fan Eric, der im Schlafzimmer ein lebensgroßes Poster seines Idols Eric Cantona an der Wand hat, raucht einen Joint zuviel, da steht Cantona plötzlich leibhaftig in seiner Küche. Es ist der Coup von Ken Loach, dass es ihm gelungen ist, den Spieler im Ruhestand für die Leinwand zu reaktivieren, Cantona also dazu zu gewinnen, sich selbst zu spielen."

19. Mai 2009 | LOOKING FOR ERIC • Kritik • Berliner Zeitung

Laut Anke Westphal hält der britische Filmemacher seine Balance aus Komik und tiefster Ernsthaftigkeit bis zum Ende, wofür es rauschenden Beifall gab. "Eric Cantona wollte unbedingt mal einen Film mit Ken Loach machen und bot dem Regisseur ein Script an, das zwar nicht realisiert, aber zum Beginn einer wunderbaren Zusammenarbeit wurde. LOOKING FOR ERIC (LOOKING FOR ERIC Trailer) feiert die Solidarität der kleinen Leute, ohne dem Sozialkitsch zu frönen. Es ist ein Ken Loach-Film, der Ken Loach-Hasser umstimmen wird - so kann Cannes einen überraschen."

19. Mai 2009 | LOOKING FOR ERIC • Kritik • sennhauser.ch

Michael Sennhauser hat sich amüsiert. "Szenenapplaus ist selten in Cannes, dieser Film hat ihn gleich ein paar Mal ausgelöst. Dazu konstantes Lachen über die wirklich drolligen Einfälle, welche samt und sonders einer sorgfältigen und klugen Figurenzeichnung zu verdanken sind. Wenn der dramatische Twist dann nicht hundertprozentig überzeugt, macht das auch nichts, denn die Effekte sind grossartig, die Rührung und das Vergnügen ebenfalls. Ich kenne keinen anderen Filmemacher, der seine sozialen Anliegen, seinen Glauben an das Machbare und die Kraft der Solidarität so beharrlich in Filmen ausdrückt und es damit auch immer wieder fertig bringt, genau jene Leute zu erreichen, die er auch porträtiert."

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