Film-Zeit auf  Film-Zeit bei Facebook   Film-Zeit auf Twitter

VINCERE

VINCERE

Regie Marco Bellocchio

Kritiken • VINCERE

23. Mai 2009 | VINCERE • Kritik • telepolis.de

Rüdiger Suchsland ist entsetzt. Der Regisseur "erzählt das Ganze im Stil einer Daily-Soap als kitschige Märtyrergeschichte. Langweilige Fernsehbilder, Schnitt-Gegenschnitt-Dialoge, Kulissenschieberei, das ganze unterstützt durch immense Mengen von illustrierendem Dokumentarmaterial, die die den Film mehr zerstückeln als gliedern. Vor allem aber interessiert er sich überhaupt nicht für die politischen Vorstellungen seiner Heldin. Deren Motivation war, glaubt man dem Film, allein ihre sexuelle Abhängigkeit von dem überaus potenten und allzeit bereiten Diktator."

20. Mai 2009 | VINCERE • Kritik • Berliner Zeitung

Anke Westphal nennt den Film eine opulente Märtyrergeschichte. "Archivbilder aus dem Italien zwischen 1907 und 1945 sind zwischen die Spielszenen geschnitten, wie um historische Authentizität zu beglaubigen, und die Figuren gehen selbst gern ins Kino - sogar in dem Feldlazarett, in dem Mussolini seine Verletzung im Ersten Weltkrieg auskuriert, werden Filme gezeigt. Das alles zeugt von viel Liebe zur Geschichte jenes Mediums, das Cannes feiert. Zutiefst bedauerlich ist jedoch, dass sich Marco Bellocchio nicht recht dafür interessiert, welchen politischen Überzeugungen denn seine Heldin anhängt."

20. Mai 2009 | VINCERE • Kritik • Frankfurter Rundschau

Laut Daniel Kothenschulte behandelt der Film "die oft behauptete, aber schwer darstellbare erotische Faszination des Totalitarismus. ... Marco Bellocchio nimmt die Perspektive seiner Protagonistin ein, und in den stärksten Momenten macht er sie sich derart zu eigen, dass sogar einer frühen Sex-Szene mit dem Noch-Kommunisten nichts Peinliches anhaftet. Im Gegenteil: Die Bewunderung scheint emotional erklärlich. Anders als die jüngsten deutschen Ausstattungsfilme über die Nazi-Zeit verfällt Bellocchio nicht in illustrativen Naturalismus. Trotz aufwendiger historischer Ausstattung besitzt jede Szene ihren eigenen Stachel der Verfremdung."

20. Mai 2009 | VINCERE • Kritik • Neue Züricher Zeitung

Christoph Egger ist enttäuscht. "Weder das Drehbuch des ambitionierten, jedoch auch formal etwas ratlosen Films noch die Rollenkonzeption vermögen aber mit dem Umstand ganz klarzukommen, dass hier offensichtlich eine grosse Liebe auf fatale Weise an das falsche Objekt gewendet wurde."

19. Mai 2009 | VINCERE • Kritik • sennhauser.ch

Michael Sennhauser sah einen kunstfertigen, manchmal ziemlich effizienten Film mit einem klaren Anspruch und klassischer Unterfütterung. "Vom historischen Wissen des Altmeisters profitiert der Film eben so sehr wie von seinem Kunstsinn ... Vieles im Film bleibt allerdings Behauptung, die wunderschöne Giovanna Mezzogiorno als Ida kommt nie ganz auf den Boden, und Filippo Timi, der sowohl den jungen Mussolini wie auch später seinen nicht anerkannten Sohn spielt (und sich in dieser zweiten Reinkarnation auch noch als Parodist des Originals betätigt) flüchtet sich ein wenig zu oft ins Augenrollen und Stirnfalten legen."

Weitere Filme, die euch interessieren könnten

Aktueller Stand der Datenbank:
18738 Filme,
72604 Personen,
6594 Trailer,
873 Biographien,
54 Themen & Listen
all: 0,46682