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EIN PROPHET

EIN PROPHET

Regie Jacques Audiard
Kinostart 11.03.2010
Genre Thriller, Drama

Kritiken • EIN PROPHET

16. November 2009 | EIN PROPHET • Kritik • critic.de Partner von film-zeit

Der Film entgrenzt sich in viele Richtungen, ohne dabei auseinander zu brechen, stellt Lukas Foerster fest. "Unsicherheiten – in den manchmal fast an Stan Brackhage gemahnenden experimentelleren Passagen springen irgendwann dann doch ein paar Rehe zuviel durchs Bild – verzeiht man einem Film wie UN PROPHETE leicht. Einem Film, der zwar einerseits ein Stil- und Formenhybrid sondergleichen ist, der aber gleichzeitig nie seinen Fluchtpunkt – der sich tatsächlich erst im letzten Bild manifestiert – aus den Augen verliert. Einem Film, dem mit dem großartigen Tahar Rahim in der Titelrolle eine der größten Schauspielerentdeckungen des Kinojahres gelingt. Und vor allem einem Film, der zeigt, dass man auch (und vor allem: auch in Europa) im Jahr 2009 noch mit und in dem Genrekino über Gesellschaft nachdenken kann."

12. Dezember 2010 | EIN PROPHET • Kritik • wieistderfilm.de

"Zwar lässt sich der Mikrokosmos Gefängnis als Bild für die Gesellschaft sehen, doch UN PROPHETE stellt bei der Erzählung der Geschichte einfach nur dar, ohne bewusst platzierte Denkanstöße, ohne Clou am Ende. Es bleibt ein geschickt und glaubhaft bebildertes, intensives, sorgfältiges aber auch ernüchterndes Drama über eine Erfolgsstory, die keine ist. Im Kern auch ein Mafiafilm, wie man ihn kennt, nur unter konsequentem Ausschluss des sonst dazugehörigen Glanzes."

10. März 2010 | EIN PROPHET • Kritik • Berliner Zeitung

Von der Macht des Wissens im Gefängnis erzählt der Film, meint Christina Bylow. "Das Gefängnis als hohe Schule der Kriminalität - das ist ein altes Bild. In Jacques Audiards Film erlangt es neue Brisanz. Niemand kommt von einem solchen Ort als friedvoller Mensch zurück. Jacques Audiard, der als Nachfolger von Regisseuren wie Julien Duvivier, Jean-Pierre Melville oder auch Henri-Georges Clouzot gilt, zeigt das Gefängnis als schwach beleuchtetes Verließ, in dem es keine Orientierung gibt."

10. März 2010 | EIN PROPHET • Kritik • Die Tageszeitung

Hier wird das Geschäftemachen im Knast gelernt, schreibt Andreas Busche über den beeindruckenden Film. "Gemäß den klassischen Genrevorbildern funktioniert auch UN PROPHETE außerhalb einer verbindlichen Moralität. Malik ist für Sarkozy-Frankreich, was Al Pacinos Tony Montana in SCARFACE (SCARFACE Trailer) einst für Reagans Amerika verkörperte: der Vertreter einer rasch wachsenden gesellschaftlichen Minderheit, der für sein Recht, an den Umverteilungskämpfen des neuen Kapitalismus zu partizipieren, rücksichtslos einsteht."

10. März 2010 | EIN PROPHET • Kritik • Der Tagesspiegel

So einen Gefängnisfilm hat Jan Schulz-Ojala noch nie gesehen. "Der Wechsel am Anfang vom Draußen zum Drinnen: geschäftsmäßig und kurz. Kein Einschluss, Umschluss, Schlüsselgerassel, keine langen Wege an Zellentüren entlang, keine komplizenhaft oder tränenselig hingebrachten Besuchszeiten. Keine mit Zellenkumpanen geschmiedeten Ausbruchspläne, keine spektakuläre Flucht. Wozu auch: Das Draußen, das UN PROPHETE erst spät ins Visier nimmt, funktioniert wie das Drinnen. Hierarchisch und brutal."

03. März 2010 | EIN PROPHET • Kritik • schnitt.de

Was in UN PROPHETE formal präzise inszeniert ist, wird laut Nicolas Oxen "inhaltlich gebrochen. Die Narrativik der Bilder und der gezeigten Aktion treiben auseinander. Malik bricht die Eingeschlossenheit, die Grenzen von Innen und Außen, denn das kriminelle Business funktioniert dank ihm auch über die Mauern hinweg. In den Szenen an der Sicherheitschleuse hält man Malik eher für einen pünktlichen, erfolgreichen Geschäftsmann, der statt in den Knast in sein Hotel eincheckt. In der für Gefängnisfilme fast obligatorischen Szene in der Dusche muss Malik keine Seife aufheben, sondern lernt sein zukünftiges Opfer kennen."

01. Februar 2010 | EIN PROPHET • Kritik • Un Prophete

Überblick zum Film auf moviepilot.de

19. Mai 2009 | EIN PROPHET • Kritik • Der Standard

Dominik Kamalzadeh sah die Geschichte der Zivilisierung, aus der Negation heraus: Aus dem wilden Tier wird ein soziales Wesen. "Malik wächst über sich hinaus, gewinnt das Vertrauen des Gefängnispaten, gibt jedoch seine Intelligenz nur in Maßen preis und erhöht damit seinen Einfluss, sein Prestige. Jacques Audiard füllt Genrestrukturen mit sozialrealistischen Beobachtungen an - und lässt sie damit lebensnäher, dichter werden. Allenfalls die metaphysische Note, die den jungen Araber zum Vorboten eines neuen Zeitalters stilisiert, wirkt in diesem eindrucksvollen Film ein wenig überzogen."

18. Mai 2009 | EIN PROPHET • Kritik • Der Spiegel

Andreas Borcholte ist begeistert. Die Geschichte klingt "nicht weiter aufregend, denn Gefängnisdramen gibt es zur Genüge, doch Jacques Audiard schafft es, vor allem auch dank Tahar Rahim, der in fast jeder Szene zu sehen ist, eine atmosphärische Dichte zu erzeugen, die den Zuschauer immerhin 150 Minuten lang fesselt und neben einem Einzelschicksal auch noch die Korruption französischer Behörden und den Niedergang der klassischen Mafia zugunsten einer global agierenden Muslim-Gangstergemeinde anmahnt."

18. Mai 2009 | EIN PROPHET • Kritik • Der Tagesspiegel

Jan Schulz-Ojala sah ein Genre-Produkt – und viel mehr als das. "Die anfängliche Einsamkeit des halbwüchsigen Kleinkriminellen, die sexuelle Gewalt, das Gesetz des Stärksten, das korrupte Gefängnispersonal: All diese genregesättigten Vorstellungen nutzt Jacques Audiard – und baut sie, ein Stück näher an der Realität, unerhört nuancenreich neu zusammen. Als Malik nach sechs Jahren aus dem Gefängnis entlassen wird, sind zweieinhalb Kinostunden vergangen wie ein atemloser Augenblick: ein auf der Richterskala eher kleines Erdbeben, das aber auf dem gut sortierten Klischee-Regal allerhand durcheinander bringt."

18. Mai 2009 | EIN PROPHET • Kritik • Frankfurter Rundschau

Das ist ein Favorit, meint Daniel Kothenschulte. Der Film ist "so detailreich, als verbüßte man selbst eine 150-minütige Haftstrafe unter Schwerstkriminellen. Mit der Logik einer Domino-Kettenreaktion vermittelt der Regisseur Jacques Audiard das Abgleiten eines Inhaftierten ins System der Bandenkriminalität. Gleich zu Beginn zum Mord an einem Zellennachbarn gezwungen, wird ein marokkanisch-stämmiger Analphabet zum willigen Helfer der korsischen Mafia. Seinen Aufstieg meistert der scheinbar devote, innerlich aber höchst zielstrebige junge Mann mühelos."

18. Mai 2009 | EIN PROPHET • Kritik • sennhauser.ch

Michael Sennhauser ist begeistert. Dem Regisseur "ist es gelungen, die 150 Minuten dieses Filmes mit einer durchgehenden Energie und Spannung aufzuladen, die Bewunderung verlangt. Seine Darsteller sind intensiv, der junge Tahar Rahim als Malik hat die rastlose Durchtriebenheit, welche Al Pacino in den Godfather-Filmen zur Schau trug, und Veteran Niels Arestrup hat als alternder korsischer Mafia-Capo die Präsenz, die Ruhe und das Gewicht eines Jean Gabins. Aber letztlich ist es vor allem Jacques Audiards Idee, den jungen Aufsteiger als Go-Between zwischen den (kriminellen) Kulturen zu zeigen welche diesen Film so faszinierend macht."

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