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ANTICHRIST

ANTICHRIST

Regie Lars von Trier
Kinostart 10.09.2009

Kritiken • ANTICHRIST

01. August 2009 | ANTICHRIST • Kritik • critic.de Partner von film-zeit

Ganz widerspruchsfrei wird sich der Film nie erklären, stellt Rochus Wolff fest. "Es ist ein Schillern der Bedeutungen, das im besten Sinne kunstvoll und postmodern sein kann – oder aber ein großer Scherz auf Kosten der Kinobesucher, eine gleichwohl immer stimmige Aneinanderreihung von Szenen, die Lars von Trier, der während der Arbeit am Film unter Depressionen litt, zu- und eingefallen sind. In dieser Lesart wäre ANTICHRIST schlicht ein zynischer, defätistischer Kommentar zur Psychoanalyse und zum Arthouse-Kino zugleich."

11. September 2009 | ANTICHRIST • Kritik • Der Spiegel

Urs Jenny lobt die Hauptdarsteller. "Was wäre aus diesem Drehbuch geworden ohne Charlotte Gainsbourg, die scharfe Kleine mit dem Körper eines ewigen Kindes, und ohne Willem Dafoe, den sehnigen Knochenmann, der für Martin Scorsese den Jesus gespielt hat? Die beiden schlagen sich für Lars von Triers Sache mit einer realistischen Kraft und Inbrunst, die gängige Schauspielerei weit hinter sich lässt. Durch ihre Schonungslosigkeit ist ANTICHRIST ein Film geworden, der unter die Haut geht, in den Magen und an die Nieren - um von Herzklopfen nicht zu reden."

10. September 2009 | ANTICHRIST • Kritik • Der Tagesspiegel

Lars von Trier hat Christiane Peitz gequält. "Der Regisseur macht keinen Hehl daraus, dass es sich bei ANTICHRIST, diesem poetischsten und unerträglichsten Horrorfilm aller Zeiten, um eine sehr private Obsession handelt, um ein Krankheitsbild – und den Versuch der Selbstheilung. Der Regisseur ist Patient und Therapeut, Täter und Opfer, Mann und Frau. Man muss sich dieser Obsession nicht aussetzen, aber wer es wagt, der wird sich im Kino künftig nicht mehr in Sicherheit wiegen und denken, alles sei nur Illusion und täte deshalb nicht weh."

10. September 2009 | ANTICHRIST • Kritik • Der Freitag

Magnus Klaue ist entsetzt. "Das alles ist leider tatsächlich genauso schlecht, wie es klingt, und man fühlt sich traurig berührt angesichts der Rücksichtslosigkeit, mit der die beiden grandiosen Hauptdarsteller unter Ausbeutung ihres Images für die fade Bebilderung von Lars von Triers Größenphantasien in Dienst genommen werden. Willem Dafoes dämonisches Charisma und Charlotte Gainsbourgs verruchter Kindfrau-Gestus werden in keinerlei ästhetischen Zusammenhang gerückt, sondern als automatisiertes Stimulans abgerufen, um der trivialen Geschichte, die über weite Strecken wie eine Bebilderung der Blut-und-Boden-Psychologie C. G. Jungs anmutet, den Ruch des Tabubruchs zu verleihen."

10. September 2009 | ANTICHRIST • Kritik • Neue Züricher Zeitung

Was Anthony Dod Mantle hier an Kameraarbeit leistet, das reisst fürwahr neue Abgründe des Sehens auf, meint Christoph Egger. "Zentral ist dabei die digitale Bildbearbeitung, die wir zum Teil gar nicht als solche wahrnehmen, wenn sie scheinbaren Alltagssituationen unmerklichen Zuschuss an Intensität verleiht, sei's durch Lichtgebung, Schärfeverschiebungen oder Farbveränderungen. Prominenter sind die Bereiche, in denen die Bildbearbeitung sichtbar in den Vordergrund tritt; nicht als Selbstzweck, sondern zur Erschütterung und Überhöhung der Realität."

08. September 2009 | ANTICHRIST • Kritik • Berliner Zeitung

Anke Westphal reflektiert über die psycho- und theologisch versierte, frauenfeindliche Horrorkomödie Antichrist von Lars von Trier: Es ist ein filmischer Diskurs über Natur und Verstand, Chaos und Ordnung, Leid und Überwindung, Frau und Mann. "Es gibt doch wohl einen Unterschied zwischen einem totalitären Kino und diesem vielleicht pathologisch anmutenden, aber um einen Diskurs bemühten. Man ist natürlich versucht, Lars von Triers Psychoanalytiker zu bemitleiden. Der Regisseur mag ein hoffnungsloser Fall sein. Aber ein langweiliger ist er nicht."

24. Mai 2009 | ANTICHRIST • Kritik • Neue Züricher Zeitung

Laut Martin Walder zeigt der Film, "wie ernst er zu nehmen ist. Mit seinem schweren Gepäck an Referenzen zu Strindberg, Bergman und Nietzsche lotet ANTICHRIST sowohl eine weibliche als auch eine männliche Art aus, mit dem Schmerz umzugehen, und spitzt das zum kalten, höllischen Paardrama zu. Charlotte Gainsbourg und Willem Dafoe spielen dieses Paar ohne Gottes Trost. Der Mann, berufshalber Therapeut (und fatalerweise auch der ihre), rettet sich in rationale Analyse, die Frau reagiert körperlich elementar und unberechenbar: Qual und Geschlechterkampf sind programmiert."

20. Mai 2009 | ANTICHRIST • Kritik • Neue Züricher Zeitung

Schreckensschreie und Hohngelächter hat Christoph Egger ausgemacht. "Der Film ist Andrej Tarkowski gewidmet; mit ebenso viel Recht wird man ihn in der Tradition Ingmar Bergmans sehen dürfen: in der quälerischen Befragung des Ichs, die hier in gewisser Weise für die Frage des Verhältnisses zu Gott steht, in den bohrenden Explorationen von unaufhebbarer Schuld und nicht zu leistender Sühne, in der Ergründung der unauflösbaren, nahezu tödlichen Verstrickung von Mann und Frau. Als Chiffre für diesen amorphen Komplex aus Trieben, Verstricktheit und unheimlich-ungreifbarer Bedrohung steht die "Natur" – Natur als "die Kirche Satans", wie es einmal heisst."

20. Mai 2009 | ANTICHRIST • Kritik • Frankfurter Rundschau

Daniel Kothenschulte lässt kein gutes Haar an dem Film. "Im Stil eines gestylten Werbespots treibt es das Paar in einer Winternacht, während ein hübsches Kleinkind in Zeitlupe zum Hochhausfenster hinausklettert und unbemerkt zu Tode stürzt. Es ist eine Szene von gelackter, lebloser Zielstrebigkeit. Auch in seinen besseren Filmen setzte der dänische Regisseur immer wieder auf die Instinkt-Wirkung vermeintlich emotionaler Kinobilder, die er in ihrer Manipulation bloßzustellen hoffte. So plump jedoch sah man das bei ihm noch nie. ... In seiner Gänze ein tragischer Ausdruck der Schaffenskrise seines Regisseurs, leidet der Film im Detail an der inneren Distanz seiner Protagonisten."

19. Mai 2009 | ANTICHRIST • Kritik • artechock.de

Rüdiger Suchsland beschreibt Zuschauerreaktionen. "Schockiert, mit bleichen Gesichtern, manche grinsend, andere kopfschüttelnd, viele nachdenklich und ungewohnt schweigsam, taumelten die viel gewohnten internationalen Kritiker aus dem Kino. Erschüttert. Zuvor hatte sich lautes "Buh" und Beifallsklatschen in etwa die Waage gehalten, und man hatte einen Film gesehen, wie man ihn auch auf einem Filmfestival nicht oft zu sehen bekommt, einen Film, der unmittelbar zu "dem" Aufreger des diesjährigen Wettbewerbs wurde, und von dem man sich noch in Jahren erzählen wird. Für derartige Provokationen auf höchstem Niveau ist von Trier immer gut, und wer ANTICHRIST gesehen hatte, konnte auch sämtliche Zuschauer-Reaktionen irgendwie nachvollziehen."

18. Mai 2009 | ANTICHRIST • Kritik • sennhauser.ch

So schön hat schon lange kein Film von Lars von Trier mehr ausgesehen, findet Michael Sennhauser. "Religion ist übrigens das einzige Thema, das der Film überhaupt nicht anrührt. Und damit bekommt sogar der Titel diese ironische Zweideutigkeit. Ich halte ANTICHRIST für ein sehr stimmiges, provozierendes und perfekt durchgstaltetes Kunstwerk, ein autotherapeutisches Suduko, viel zerebraler als erwartet und allen Schockmomenten zum Trotz weniger manipulativ als die meisten bisherigen Lars von Trier Filme, und dazu ein höchst anregendes, ästhetisch reiches Erlebnis."

18. Mai 2009 | ANTICHRIST • Kritik • Merkur

Josef Lederle ist sich nicht so sicher. "Was der raffiniert konstruierte Film sagen will, hängt entschieden von der Lesart ab, ob man sich auf die zahllosen Verweise und Anspielungen einlässt, die ein ganzes Team von Researchern zusammengetragen haben. Oder ob man vielmehr auf Distanz geht, weil man Lars von Trier für einen Trickster hält, dessen fintenreiches Kopf-Kino das Publikum primär hinters Licht führt. Das Maß an exzessiven Bildern und Schockelementen, deren bizarre Einfälle man in einer ausführlicheren Analyse nicht verschweigen kann, reicht jedenfalls aus, um ANTICHRIST nicht so schnell ad acta legen zu können."

18. Mai 2009 | ANTICHRIST • Kritik • Der Spiegel

Laut Andreas Borcholte sorgt der Däne für einen Schockeffekt mit Sex und Blut. Der Film "ist ein extrem schwer verdauliches, aber grandioses und sehr bildgewaltiges Meisterwerk (Kamera von SLUMDOG MILLIONÄR (SLUMDOG MILLIONÄR Trailer)-Cinematograph Anthony Dod Mantle), das gute Chancen auf die Goldene Palme haben sollte, selbst wenn sich der Applaus der Journalisten die Waage mit den Buh-Rufen hielt. Aber auch das ist Teil des ausbalancierten Balletts aus Zu- und Abneigung, das in Cannes zum alljährlichen Ritual gehört."

18. Mai 2009 | ANTICHRIST • Kritik • Die Tageszeitung

Cristina Nord ist dem Satan höchstpersönlich begegnet. Der Film "bietet vieles, was man aus Horrorfilmen kennt. Der Soundtrack schwillt dunkel-dräuend an, wenn die Protagonisten durch den Wald streifen, wenn der Wind ein Fenster aufstößt oder sich die Luke zu einem Speicher voller unheimlicher Gegenstände und Bilder öffnet. Viele Einstellungen sind so gewählt, dass sie der Perspektive eines unbekannten, potenziell gefährlichen Wesens folgen. Aus einem Fuchsloch schaut die Kamera auf Charlotte Gainsbourg, durch Farne und Äste auf Willem Dafoe. ... Lars von Trier ist ein talentierter Trickster, aber warum und wozu, das ist in ANTICHRIST egal."

21. April 2009 | ANTICHRIST • Kritik • netzeitung.de

Bericht über den Beginn der Dreharbeiten.

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