| Regie | Tony Gilroy |
| Kinostart | 30.04.2009 |
Die ehemalige CIA-Agentin Claire Stenwick und der frühere MI6-Spion Ray Koval widmen sich als Sicherheitsberater dem "kalten Krieg" zweier internationaler Konzerne. Ihr beider Plan ist es, die beiden Unternehmensbosse bei ihrer Jagd auf eine wertvolle Formel gegeneinander auszuspielen. Doch eins haben die beiden Profis in ihrem gefährlichen Spiel nicht einberechnet - die Liebe.
Eine Mischung aus Liebesgeschichte und Wirtschaftskrimi.
Nino Klingler findet trotz der überkomplizierten Verschwörungen Vergnügen an dem Film. "Im Falle von DUPLICITY - GEMEINSAME GEHEIMSACHE (
) bläht sich das von allen begehrte Firmengeheimnis nach zigmaligem Hin und Her zu solcher Größe auf, dass die Motivationen der Charaktere dahinter fast zwangsläufig verblassen müssen.Doch Tony Gilroy ist ein zu gewitzter Autor, um solcherlei Schwierigkeiten nicht durch starke Nebencharaktere und gewandte Dialoge zu kompensieren."
Für Wilfried Hippen erinnert der Film "an solche smarten und romantischen Thrillerkomödie aus den 60er und 70er Jahren wie DIE THOMAS CROWN AFFÄRE, in denen Stil wichtiger wurde als Moral und deshalb immer jene gewannen, die am besten aussahen. Tony Gilroy hat auch hier weiter gedacht und so endet sein filmische Coup mit einer letzten Volte, die auch ein genre-geschultes Publikum überraschen dürfte.
Michael Kohler sah einen Wirtschaftskrimi im Gewand einer Agentenfarce. "Das Genre erfindet Tony Gilroy damit nicht neu, was auch gar nicht schlimm wäre, wenn es zwischen Julia Roberts und Clive Owen nur etwas vernehmlicher knistern würde. Doch da ist (wie schon in HAUTNAH) leider beinahe nichts, und da auch die Hatz nach der neuen Weltformel nicht halb so grandios konstruiert ist, wie Tony Gilroy zu glauben scheint, wünscht man sich nach einer Weile den guten alten James Bond oder wenigstens die angemessen zynischen Versteckspiele eines Steven Soderbergh herbei."
Ekkehard Knörer lobt besonders den doppelten Anfang. "Nach diesem brillanten doppelten Vorspiel kann der Film eigentlich nur noch enttäuschen. Was sein Macher Tony Gilroy allerdings weiß. Er tut darum, was er kann, und entwirft, in fortgesetztem chronologischem Vor und Zurück, eine komplizierte Täuschungs-, Geheimdienst- und Betriebsspionage-Geschichte. Volte um Volte schlägt dieser Plot, der, etwas aufdringlich hier und da, auch als etwas klamaukige Satire auf den kapitalistischen Wettbewerb funktioniert. Nach Art einer in raffinierte Bewegung versetzten Kippfigur möchte Tony Gilroy seinen Film dabei immer mindestens zwei Tänzchen zugleich tanzen lassen."
Laut Markus Keuschnigg zeigt der Regisseur endgültig, dass er nur wenig Gefühl und kaum Gespür für die Beschaffenheit von Kinoerzählungen hat. Der Film "schwächt die Schärfe seiner ideologischen Kritik zugunsten von allerlei Schauwerten und schnöder Unterhaltungsdramaturgie ab, ist auch inszenatorisch und dramaturgisch unausgegoren: Unter dem Gewicht mehrmaliger Zeit- und Raumsprünge bricht der Spannungsbogen ein, die Figuren sind zu uninteressant, um die zerfräste Handlung zusammenzuhalten."
Bert Rebhandl sah eine heitere Stilübung. "Clive Owen und Julia Roberts bilden dabei so etwas wie das designierte neue Traumpaar. George Clooney, der für diese Rollen auch geeignet ist, entscheidet sich inzwischen für seriösere Stoffe, und Julia Roberts, die nach der Babypause souverän zurückgekommen ist, braucht einen Partner, der neben einer starken Frau zu bestehen weiß. Auf dieser Ebene ist DUPLICITY - GEMEINSAME GEHEIMSACHE (
) ein typisches Starvehikel, bei dem es auch darauf ankommt, zwei attraktive Menschen an touristisch reizvollen Orten zu sehen (Rom, London, New York)."
Doppelzüngig nennt Peter Körte den Film. In den "Drehbüchern steckt ein Maß an Sophistication, das einen beim Zuschauen auf Trab hält, in seiner Selbstverliebtheit aber nie ganz ungefährlich ist - den alliterierenden Kalauer "Gemeinsame Geheimsache" als deutschen Titelzusatz zu DUPLICITY - GEMEINSAME GEHEIMSACHE (
) hat er deshalb trotzdem nicht verdient. Der Film ist in der Tat doppelzüngig und doppelbödig. Ist es ein Spionagethriller, der eine romantische Komödie enthält, oder verhält es sich umgekehrt, weil die beiden Protagonisten Spione sind? Wer will wen über was täuschen?"
Die Eröffnung ist Programm, meint Hanns-Georg Rodek. "Was Tony Gilroy so herausragen lässt, ist neben dem analytischen Blick auf die Realität sein Talent, diese Realität in kinogerechte Unterhaltung zu verpacken. Seit Katharine Hepburn und Cary Grant hat sich vielleicht niemand so stilvoll duelliert wie Julia Roberts und Clive Owen, und die Schärfe ihres Geschlechterkampfes reicht an die des Paars
Dies ist perfektes Unterhaltungskino – bestens geeignet zum Kriseneskapismus, meint Daniela Sannwald. "Den beiden in DUPLICITY - GEMEINSAME GEHEIMSACHE (
) zuzusehen, wie sie sich als Screwball-Paar belauern, ist ein besonderes Vergnügen. Und auch wenn manchmal nicht mehr klar ist, wer wem misstraut und warum, weil es die Protagonisten nämlich selbst nicht wissen, hat man es bei diesem Film von Tony Gilroy mit einer umso romantischeren Agentenkomödie zu tun."
Sascha Koebner vermißt die Stimmigkeit des Geschehens, wobei er den Unterhaltungswert des Films nicht abstreitet. "DUPLICITY - GEMEINSAME GEHEIMSACHE (
) ist kein reiner Spionagefilm, sondern eine Persiflage des Genres, die mit den Suspense-Mechanismen Alfred Hitchcock arbeitet und in ihren Wortgefechten an die Screwball-Komödien der 1930er-Jahre erinnert... Die Puzzleteile der Erzählung finden nicht komplett zu einer stimmig nachvollziehbaren Handlung zusammen. Die Spielfreude der Haupt- und Nebendarsteller, die elegante Fotografie von Kameramann Robert Elswit und die bewegende Filmmusik James Newton Howards müssen so gegen das Drehbuch ankämpfen. "