| Regie | Matthias Emcke |
| Kinostart | 30.04.2009 |
Maurice Lahde ist etwas enttäuscht. "Klassischerweise wäre so ein Stoff die Geschichte einer Läuterung – Marc indes bedarf keiner solchen. Auch vor dem Unfall hatte er Freunde und war zu echter Liebe fähig. Auch nach dem Unfall steigt er mit Frauen ins Bett und, einer Prothese sei dank, bald auch wieder aufs Rennrad. So kommt es, dass die Unfallszene, die der Schlüsselmoment des Films sein müsste, einfach eine Szene unter vielen ist. Auch ästhetisch und formal tut sie sich, wie die meisten Szenen von Martin Todsharows einlullend melancholischem Score untermalt, nicht besonders hervor."
Für Klaus Brandt zieht der Film "seinen Reiz aus der emotionalen Kraft der Story. Die wirkt allerdings psychologisch heftig überfrachtet. Der Vater-Tochter-Konflikt im Hause Schweiger hätte gereicht. Marcs gestörte Beziehung zu seinem toten Vater als Off-Kommentar durch den Film zu ziehen, belastet die Handlung wie ein Mühlstein."
Als Mobilitätstragödie bezeichnet Peter Uehling den Film, der sich nicht lohnt. "Matthias Emcke, bislang vor allem als Produzent von Independent-Filmen in Los Angeles tätig, hat in seinem Regiedebüt die Geschichte eines Freundes adaptiert. Das macht den Film so warmherzig und einfühlsam, dass es schier nicht auszuhalten ist. Dann aber versagt PHANTOMSCHMERZ (
) eklatant bei der Darstellung jener Wandlung, die doch eigentlich der Kern der Geschichte sein soll. Til Schweiger, mit solchen Rollen erfahren und wirklich nicht das größte Problem des Films."
André Weikard ist durchaus angetan von Film und Hauptdarsteller. "Es wird sparsam inszeniert. Kein Überwältigungs-, bestenfalls Bewältigungskino. Überflüssige Dialoge und Bilder werden gemieden. ... Es entsteht aber keine Rachegeschichte, keine Suche nach dem weißen Wagen, sondern das einfühlsame Porträt eines Mannes, der lernen muss, beim Gehen Hilfe anzunehmen und seinem Leben neuen Halt zu geben. Und Til Schweiger? Macht sich in dieser Rolle verblüffend gut."
Andreas Kurtz berichtet über Til Schweiger anlässlich der Premiere von PHANTOMSCHMERZ (
).
Horst Peter Koll ist enttäuscht, dass der Filmemacher "einer sehr glatten Inszenierung den Vorrang gegenüber einer individuellen, erzählerisch kraftvolleren Kinofabel gegeben hat. Im Grunde lässt sich dagegen auch nichts sagen: PHANTOMSCHMERZ (
) ist ein betont positiver Appell, dass man alles schaffen und meistern kann, selbst schwere Unfälle und körperliche Beeinträchtigungen, wobei paradoxerweise gerade die schwere Behinderung hilft, sich zu ändern und zu Lebensmut und aufrichtigen Gefühlen durchzuringen. Schade ist nur, dass dies alles in der filmischen Aufbereitung selbst so zum Klischee gerinnt, dass man solche Wahrheiten kaum noch als wahrhaftig, geschweige denn als berührend empfindet."
Heidi Reutter gefällt die Hauptfigur. "So wird aus dem geschwätzigen Selbstdarsteller Marc ein neuer, vielleicht auch besserer Mensch, der sich seinen Gefühlen stellt. Je sensibler, verletzlicher die Figur, desto besser wird auch das Spiel Til Schweigers, der anfänglich Gefahr läuft, von Stipe Erceg (in der Rolle seines besten Freundes) oder Jana Pallaske an die Wand gespielt zu werden - was daran liegen mag, dass beide zu den spannendsten Jungdarstellern gehören, die das deutsche Kino zu bieten hat, weil ihrem Spiel eine allzeit authentische Sensibilität innewohnt."
"Wunderschöne Kameraaufnahmen von berühmten Radrenn-Strecken machen diese romantische Heldengeschichte auch für rein sportlich interessierte Kinobesucher zu einem visuellen Erlebnis."