| Regie | Gina Prince-Bythewood |
| Kinostart | 23.04.2009 |
Realistisch ist hier nichts, kritisiert Michael Ranze. "Die Kamera von Rogier Stoffers taucht das ländliche, von mythisch überhöhter Fruchtbarkeit geprägte Leben in warme, kräftige Farben, das sorgfältige Production Design versetzt den Zuschauer in traumhaft entrückte 1960er-Jahre, denen eine idealisierte Versöhnlichkeit anhaftet. DIE BIENENHÜTERIN (
) funktioniert vor allem als unterhaltsame Fabel über die Sehnsucht nach Liebe und die Kraft der Hoffnung. Am Schluss löst die Regisseurin die dramaturgischen Knoten mit tränenrührender Sentimentalität, die jedoch nie falsche Gefühle weckt. DIE BIENENHÜTERIN (
) kommt ganz ohne Pathos aus."
Trotz aller Kritik ist der Film für Luitgard Koch sehenswert. "Denn letztlich ist er auch ein Stück afroamerikanischer Geschichtsschreibung. Nicht umsonst bemühten sich Will Smith und seine Frau Jada Pinkett als Produzenten, den erfolgreichen Roman auf die Leinwand zu bringen. Vielleicht entziffert der Zuschauer nicht jede Anspielung, jedes Detail. Trotzdem ist der Beginn der Aufbruchsstimmung der Black Power Ära spürbar. Vor allem, wenn im Hintergrund Soullegende Curtis Mayfield erklingt, dessen Song "Keep On Pushing" Martin Luther King zur Hymne der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung erhob, und mit seiner "message music" eine bessere Zukunft beschwört."
Thomas Engel kritisiert die eher märchenhaft-sentimental-idealistischer Tendenz des Film. "Die Auffälligkeiten liegen nicht in der Handlung sondern anderswo: im Kontrast von geschichtsträchtiger (schöner) Südstaaten-Landschaft und engstirniger Bevölkerung; darin, dass der Film speziell für Frauen geeignet erscheint; darin, dass auf das verheerende Rassenproblem realistisch aufmerksam gemacht wird; darin, dass Queen Latifah viel Herz und Sensibilität zeigt und Dakota Fanning gut spielt (im Gegensatz zu Paul Bettany als T Ray, den die Regisseurin Gina Prince-Bythewood chargieren ließ); darin, dass dieses Mal Schwarze eine Weiße retten und nicht umgekehrt wie in zahlreichen anderen Kinogeschichten."
Martin Ganguly entdeckt viel Positives. "Der eher kammerspielartig angelegte Film zeigt sich in seinem gesellschaftspolitischen Engagement stets glaubwürdig und entwaffnet die angesprochenen Kritikpunkte durch Charme, Herzlichkeit und eine hervorragende junge Hauptdarstellerin (Dakota Fanning), die sich auf Augenhöhe mit den erstklassigen Erwachsenendarstellerinnen (allen voran Queen Latifah und Jennifer Hudson) befindet."
Linksammlung zum Film.