Film-Zeit auf  Film-Zeit bei Facebook   Film-Zeit auf Twitter

HARLAN - IM SCHATTEN VON JUD SÜß

HARLAN - IM SCHATTEN VON JUD SÜß

Regie Felix Moeller
Kinostart 23.04.2009

Kritiken • HARLAN - IM SCHATTEN VON JUD SÜß

14. April 2009 | HARLAN - IM SCHATTEN VON JUD SÜß • Kritik • critic.de Partner von film-zeit

Zunächst wirkte für Sonja M. Schultz "die konventionelle Machart des Dokumentarfilms mit einsetzendem Sprecherkommentar zu Beginn und Untermalungsmusik abschreckend und zu sehr aufs Fernsehformat zugeschnitten. Doch dann entfaltet sich mit den verschiedenen Aussagen ein ganzes Panorama des Umgangs mit der Vergangenheit: von den biografischen Verletzungen, Kämpfen und Abwehrreaktionen der zweiten Generation bis zur Annahme der Familiengeschichte und Neugier bei den Enkeln. "Meine Partei ist die Kunst", hat Veit Harlan einst zu seiner Rechtfertigung gesagt. Seine Enkel wollen auch mit der Verantwortung leben."

23. April 2009 | HARLAN - IM SCHATTEN VON JUD SÜß • Kritik • Berliner Zeitung

Es ist die Familie, die den Dokumentarfilmer Felix Moeller interessiert, stellt Christina Bylow fest. "Es ist ein strenger dichter Film, einer, der sich nie gemein macht mit denen, die er befragt, und sie dennoch respektiert. Felix Moeller gelingt der Balanceakt wohlwollender Distanz. Manchmal hört man ihn nachfragen, historische Fakten überlässt er der Erzählerstimme. Die ausgiebig verwendeten Filmausschnitte fungieren nicht als Beweismaterial, und niemals schneidet er seine Mitspieler auf "Statements" zusammen. Er lässt sie vor der Kamera vollständig sein."

23. April 2009 | HARLAN - IM SCHATTEN VON JUD SÜß • Kritik • Die Tageszeitung

Bert Rebhandl fragt, ob ein Film eine Familie zerstören kann? "Felix Moeller achtet sorgfältig darauf, keine der Personen, die für ihn vor die Kamera treten, zu privilegieren. So kommt tatsächlich so etwas wie eine Familienaufstellung zustande, in der die subjektiven Zuspitzungen zum Beispiel von Kristina Söderbaum eine Korrektur erfahren, während man bei den Äußerungen von Thomas Harlan und Jessica Jacoby darauf verwiesen wird, in ihren Arbeiten aus eigener Initiative weiterzuforschen."

23. April 2009 | HARLAN - IM SCHATTEN VON JUD SÜß • Kritik • Neues Deutschland

Das Familienporträt ist ein fesselnder Blick in Film- und Zeitgeschichte zugleich, stellt Marion Pietrzok fest. "Lebendig, außerordentlich detail- und facettenreich und in dem moderaten Tempo, in dem man einen schrittweise entwickelten Gedankengang nachvollziehen kann. Die meist sehr knapp gehaltenen Interviewausschnitte verschränken sich, ergeben jeweils eine Aussage. Moeller hat einfühlsam beobachtet, vermied artistische Experimente, illustrierte die Äußerungen und die Off-Kommentare zum Teil mit Film- und Wochenschau-Ausschnitten. Ein nachdenklich machendes Panorama der Erinnerungen, Gefühle und des Wissens, so unangenehm es auch sei."

23. April 2009 | HARLAN - IM SCHATTEN VON JUD SÜß • Kritik • Der Freitag

Matthias Dell findet faszinierten, wie sehr sich "Muster der versuchten Verarbeitung erkennen lassen. Für die psychologische Täterkinderforschung mag das eine Binsenweisheit sein, in Bild und Ton des Films entfaltet sie noch heute Überzeugungskraft: das Zerbrechen, Flüchten, Verdrängen, das Abwehren, hinter dem nur Schweigen herrscht. So wird das, was eine wenn auch prominente Familie mit ihrem toten Oberhaupt auszutragen hat, relevant für den Zuschauer über den Gossip hinaus. In HARLAN - IM SCHATTEN VON JUD SÜß kann man dem nicht enden wollenden Kampf mit der Verantwortung am deutschen Verbrechen des 20. Jahrhunderts zusehen."

20. April 2009 | HARLAN - IM SCHATTEN VON JUD SÜß • Kritik • Der Tagesspiegel

Christina Tilmann sah Erinnerungsarbeit als Familiengeschichte. "Herausgekommen ist ein psychologisches Meisterwerk, ein Lehrstück in Sachen Vergangenheitsbewältigung. Es ist eben nicht noch ein Film über einen Mitläufer und Opportunisten geworden, wie es Harlan, ebenso wie Leni Riefenstahl, Wilhelm Furtwängler oder Gustaf Gründgens, sicher war. Sondern ein sensibles Familienporträt, das sich mit Verarbeitung und Verdrängung, Entschuldigung, Abrechnung und Distanz befasst. Trotz allen historischen Materials ist es ein sehr heutiger, ein sehr aktueller Film."

20. April 2009 | HARLAN - IM SCHATTEN VON JUD SÜß • Kritik • Neue Züricher Zeitung

Sieglinde Geisel ist dem Schriftsteller und Filmemacher Thomas Harlan begegnet.

17. April 2009 | HARLAN - IM SCHATTEN VON JUD SÜß • Kritik • br-online.de

Kirsten Liese bedauert, dass Harlan-Biograph Frank Noack nicht zu Wort kommt. Er "geradezu prädestiniert gewesen, die umstrittene künstlerische Leistung und filmhistorische Bedeutung Veit Harlans zu diskutieren, die bei Felix Moeller trotz einiger Ausschnitte aus den Melodramen KOLBERG, DIE GOLDENE STADT und OPFERGANG ein bisschen zu kurz kommt. Sehenswert ist die Dokumentation aber allemal dank wertvoller, erstmals öffentlich gemachter Super-8-Videos aus dem Familienleben und tiefer, spannender Einblicke in die Geschichte einer deutschen Familie."

02. April 2009 | HARLAN - IM SCHATTEN VON JUD SÜß • Kritik • programmkino.de

Laut Hendrike Bake bietet der Film "einen spannenden Einblick in eine deutsche Familie, fördert interessante Geschichten zutage (zum Beispiel, dass Stanley Kubrick einen Film über den Arbeitsalltags eines Nazi-Regisseurs plante) und holt die Erinnerung an die Verbrechen des "Dritten Reiches" in die Gegenwart zurück. Die Fragen, die sich stellen, stellen sich im Jetzt: Was wäre denn ein "richtiger" Umgang mit der Vergangenheit? Wie gehe ich, meine Familie, die bundesrepublikanische Gesellschaft mit dem Erbe des Nationalsozialismus um? Wie geht es den Tätern und ihren Familien, wie den Opfern? Und ist es gerechtfertigt den Tätern, wieder einmal, soviel Aufmerksamkeit zu schenken?"

01. April 2009 | HARLAN - IM SCHATTEN VON JUD SÜß • Kritik • filmz.de

Linksammlung zum Film.

Weitere Filme, die euch interessieren könnten

Aktueller Stand der Datenbank:
18738 Filme,
72604 Personen,
6594 Trailer,
873 Biographien,
54 Themen & Listen
all: 0,63165