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BEDINGUNGSLOS

BEDINGUNGSLOS

Regie Ole Bornedal
Kinostart 09.04.2009
Genre Thriller, Drama

Kritiken • BEDINGUNGSLOS

10. Mai 2011 | BEDINGUNGSLOS • Kritik • negativ-film.de

Der Regisseur treibt laut Isabelle Bastian "ein Spiel mit dem Zuschauer, er betont die Genre-Bezüge auf den Film noir oder Elemente des Melodrams, die fast schon platitüdenhaft offen gelegt und kommentiert werden ("Denn nur so konnte man Julia lieben. Wie im Film. Dramatisch, heftig, übertrieben."), um den Zuschauer in der Vorhersehbarkeit filmischer Konvention in Sicherheit zu wiegen. Gleichzeitig wird diese Sicherheit, die so überspitzt ist, dass das fatalistische Ende des Protagonisten an den Anfang gestellt wird, auf dem Weg zur Erkenntnis immer wieder erschüttert, bis einem nichts mehr bleibt, an das man sich festhalten könnte. Die stilisierte Schönheit der Traumbilder vom Fremden, vom Unbekannten, vom Exotischen, sie bleibt eine stilisierte, sie ist nicht real, sie entpuppt sich sogar als wahrer Alptraum."

09. April 2009 | BEDINGUNGSLOS • Kritik • Der Tagesspiegel

Christina Tilmann über die Konsequenz der Inszenierung: "Klingt wie ein klassischer Krisenfilm. Doch Ole Bornedal ist nicht umsonst Regisseur des gefeierten Thrillers „Nightwatch“. Auch sein neuer Film „Bedingungslos“ ist von Beginn an konsequent mit Unruhemomenten versetzt. Schon in der ersten Einstellung liegt der Protagonist tot auf dem Pflaster und reflektiert darüber, was für eine super Einstellung das doch sei, so von oben gefilmt, im Schnee, und dann mit weinender Ehefrau dazu. Kleine Hommage an Billy Wilder: Auch dessen Film Noir „Sunset Boulevard“ beginnt mit der Leiche der Hauptfigur, und aus dem Off erklingt die Erzählerstimme. Auch sonst spart das Drehbuch nicht an Filmverweisen: „Eine schöne Frau mit einem Geheimnis – fängt so nicht jeder Film Noir an?“, überlegt ein Kollege. Die Richtung ist vorgegeben."

09. April 2009 | BEDINGUNGSLOS • Kritik • taz.de

Dietmar Kammerer über den Film, der seine Zuschauer nicht ins Koma entlässt:"Aber der Film will nicht, dass man sich zurücklehnt. Er will einen im Kinosessel für 99 Filmminuten mit allen Mitteln festnageln. Dafür zieht Bornedal sämtliche Register des visuellen und erzählerischen Überschwangs: Rückprojektionen, Traumsequenzen, Zeitsprünge, Videoästhetik. Jonas, der von fernen Ländern träumt, aber aus seinem kleinen Halbinselstaat Dänemark nicht herausfindet, fliegt durch den Stapel von Adventure World-Reisezeitschriften, die er neben seinem Bett gehortet hat."

09. April 2009 | BEDINGUNGSLOS • Kritik • Junge Welt

Tina Heldt fühlt sich an SUNSET BOULEVARD (1950) erinnert:"Und nicht zuletzt ist er [Jonas] zum Zeitpunkt, da er als selbstreflexive Erzählerfigur agiert, bereits mausetot. Ein Kunstgriff, der eine direkte Hommage an Billy Wilders Film »Sunset Boulevard« (1950) ist. In diesem Film treibt die Erzählerfigur gleich zu Beginn tot im Swimming Pool und erklärt, wie und warum sie dort hineingefallen ist. Den Erzählerfiguren von »Bedingungslos« gemeinsam ist die absurde Position einer Selbstreflexion mit Verspätungseffekt."

08. April 2009 | BEDINGUNGSLOS • Kritik • Spiegel Online

Birgit Glombitza fehlt das Neuartige in der Arbeit des Regisseurs: "In seinen früheren Filmen hat Ole Bornedal in ungehobelten Geschichten von Angst und Gewalt die Zerstückelung zum ästhetischen Prinzip erhoben. Das war mal radikal, kühn und frech. In neuer perfekter Ausleuchtung, raffinierteren Schwenks und penibler Farbdramaturgie, die alles mit einer morbiden und andeutungsvollen Patina überzieht, wirkt es ein bisschen abgeschmackt und allzu kalkuliert."

08. April 2009 | BEDINGUNGSLOS • Kritik • Der Freitag

Für Barbara Schweizerhof ist BEDINGUNGSLOS (2009) ein Film mit doppeltem Boden:"Jonas ist ein Mann, der alles hat – eine liebende Ehefrau, zwei reizende Kinder, eine schöne Neubauwohnung. Dann müsste das Aber kommen, denn so eine Beschreibung zieht immer ein Aber nach sich. Und tatsächlich: was dann passiert, ist schon tausendfach passiert, vor allem in Filmen, die mit Männern anfangen, die eigentlich alles haben. Jonas verliebt sich. So könnte es weitergehen, alles, was in Bedingungslos geschieht, ist einerseits ziemlich ungewöhnlich und lässt sich andererseits als filmisches Klischee beschreiben. Mit dieser Doppelbödigkeit ködert der dänische Regisseur Ole Bornedal den Zuschauer und fesselt ihn auf eine Weise, die man lange nicht mehr erlebt hat im Kino."

07. April 2009 | BEDINGUNGSLOS • Kritik • film-dienst 07/2009

Auch wenn sich Ole Bornedal laur Felicitas Kleiner "lieber auf das etwas konstruiert wirkende, dennoch rundlaufende Räderwerk seiner Crime Story verlässt als die Implosion des gezeigten Mittelstand-Daseins mit derselben Konsequenz durchzuspielen wie Mendes, schaffen es seine Schauspieler, eindringlich die Hilflosigkeit angesichts der Emotionen zu vermitteln, die wie eine Naturgewalt das wohleingerichtete Familienleben verwüsten. Ole Bornedals Inszenierung weist dabei die Qualitäten seiner früheren Arbeiten auf."

02. April 2009 | BEDINGUNGSLOS • Kritik • epd-film

Birgit Roschy entdeckt folgendes: "Wie einst der Spaghetti-Western, der dem US-Western noch eins draufsetzte, so verleiht die angetäuschte Bergman-Tristesse dieses dänischen Erfolgsfilmes der von Hollywood inspirierten Kiss-Kiss-Bang-Bang-Dynamik einen irritierenden Reiz. Von den oben genannten Filmemachern übernimmt Bornedal überdies die Vorliebe für Frauen, die hauen – was nicht nur Gewalt­szenen einen "Wow"-Effekt verleiht. So erscheint Jonas in dieser wüsten Kolportage wie ein guter Ritter, der die zu schützende Frau naiv verkennt: die Tragödie eines Romantikers, eine Spur lächerlich. Ein düsterer Thriller, der ziemlich gute Laune macht."

02. April 2009 | BEDINGUNGSLOS • Kritik • programmkino.de

Wie Marcus Wessel feststellt, weiß der Regisseur "um diese und andere Stolpersteine. So reichert er seine zunehmend groteske Geschichte mit mehr als nur einer Prise schwarzen Humor an, der manche scheinbar ernst gemeinte Wendung wieder relativiert. Auch wenn das Augenzwinkern nicht zu übersehen ist, baut der Film im letzten Akt doch eine ungemein düstere Suspense auf. Die Leinwand färbt sich (blut-)rot, als Jonas schließlich mit den Konsequenzen seiner Entscheidungen und Lügen konfrontiert wird. Ole Bornedal holt in diesem Moment das gefräßige Krokodil auf die Bühne, das zuvor im Verborgenen auf seinen großen Auftritt lauerte."

02. April 2009 | BEDINGUNGSLOS • Kritik • programmkino.de

Laut Thomas Engel steuert der Film jetzt auf den dramatischen Höhepunkt zu. Und der ist auch mit Mord und Totschlag verbunden. "Ein der Phantasie und Träumereien des Autors und Regisseurs Ole Bornedal entsprungener film noir, der irrational, exzessiv, am Verstand rüttelnd und kompliziert daherkommt, der aber auch spannend ist und menschliches Mitgefühl hervorruft. Inszeniert ist das mit Verve – und einer Portion Verrücktheit. Pures Kino halt."

01. April 2009 | BEDINGUNGSLOS • Kritik • filmz.de

Linksammlung zum Film.

01. April 2009 | BEDINGUNGSLOS • Kritik • kino-zeit.de

Marie Anderson sah einen unorthodoxen Genre-Mix. "BEDINGUNGSLOS ist ein Thriller, der sein Publikum gnadenlos packt, auch wenn innerhalb der rasanten, verschlungenen Dramaturgie nicht immer alle Aspekte nahtlos ineinander greifen. Hier geht es auf einer philosophischen Ebene um die ebenso gefürchtete wie mitunter ersehnte Region der Mittelmäßigkeit, deren Verlassen einen Preis hat, dessen Dimensionen bei Zeiten ins Unbezahlbare eskalieren."

09. März 2009 | BEDINGUNGSLOS • Kritik • critic.de

Der Film übernimmt recht überzeugend die Handlungsstruktur des klassischen Film noir. Das ist dann aber auch alles, kritisiert Lukas Foerster. "Ansonsten reduziert er dessen komplexe Figurenpsychologie um Wahnideen, beschädigte maskuline Subjektivität und Narzissmus auf banale Psychopathologie. Und Menschen reduziert der Film auf ihre Gesichter sowie – im Fall der Frauen – auf ihre Geschlechtsteile. Fast ausschließlich in Großaufnahmen montiert Bornedal seinen Film, der Hintergrund verschwindet konsequent entweder in der Unschärfe oder in den verspiegelten Glasflächen der tristen Architektur, die dem Film die Verkörperung des Spießerlebens ist. Die Eigenheiten der Welt, die der Film entwirft, sind zu vernachlässigen. Das ist in Ole Bornedals Film keine These, sondern tatsächlich nur: Nachlässigkeit."

09. März 2009 | BEDINGUNGSLOS • Kritik • critic.de

Bei Lukas Foerster reicht eine schöne Frau nicht für einen überzeugenden Film- noir: "Ansonsten reduziert [der Film] dessen komplexe Figurenpsychologie um Wahnideen, beschädigte maskuline Subjektivität und Narzissmus auf banale Psychopathologie. Und Menschen reduziert der Film auf ihre Gesichter sowie – im Fall der Frauen – auf ihre Geschlechtsteile. Fast ausschließlich in Großaufnahmen montiert Bornedal seinen Film, der Hintergrund verschwindet konsequent entweder in der Unschärfe oder in den verspiegelten Glasflächen der tristen Architektur, die dem Film die Verkörperung des Spießerlebens ist."

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