| Regie | Joel Hopkins |
| Kinostart | 16.04.2009 |
Anke Westphal lobt besonders die Hauptdarsteller. "Dustin Hoffman und Emma Thompson spielen diese beiden latent unglücklichen, ihre Nasen aber tapfer in den Wind haltenden Menschen. Und eben wie sie das tun, wie sie versuchen, mit einiger Würde den vielen Demütigungen in ihren kleinen Leben standzuhalten und ihre bescheidenen Plätze zu verteidigen - das ist das Sehenswerte an diesem Film von Joel Hopkins. ... Dass LIEBE AUF DEN ZWEITEN BLICK (
) nicht ganz in der Bedeutungslosigkeit versinkt, ist allein den beiden Hauptdarstellern zu verdanken."
Sebastian Handke hatte trotz allem seinen Spaß. "Es ist eine recht dünne Geschichte, die Regisseur Joel Hopkins hier erzählt, sehr vorhersehbar und ohne Scheu vor Klischees und komfortablen Zufällen. All das verzeiht man dieser warmherzigen Komödie aber gern. Es macht einfach Freude, die beiden beim langsamen Näherkommen zu beobachten; wie sie forsch werden, zurückschrecken und dann doch den Mut aufbringen, ein neues Leben zu wagen. Dustin Hoffman und Emma Thompson nehmen ihre Aufgabe erfreulich ernst – und agieren doch wie große Sportler beim Freundschaftsspiel."
Anke Leweke sah zwei große Schauspieler, die ihre Rollen bewohnen und zugleich mit feiner Distanz betrachten. "Tatsächlich bekommt man es hier mit einem besonders schweren Fall der romantic comedy zu tun: Mit klebriger Musik und einer Komik, die ihre Figuren penetrant in fetteste Fettnäpfchen stößt."
Es ist vor allem die delikate Balance zwischen Humor und Gefühl, die den Film für Susanne Ostwald "zu etwas Besonderem macht. Die Szenen, in denen Kates Mutter (Eileen Atkins) in ihrem neuen Nachbarn einen vermeintlichen Serienmörder sieht, sind hochkomisch. Dann wieder möchte man weinen ob der Herzlosigkeit, die Harvey widerfährt. Und man weiss nicht, ob es Freudentränen oder solche der Rührung sind, die sich aufdrängen, wenn er tapfer die Initiative und das Wort ergreift, um seiner Tochter den schönsten Toast zur Hochzeit zu bringen, den niemand weniger von ihm erwartet hätte als er selbst."
Silvy Pommerenke mag den Film: Er "ist ein wunderschönes Märchen, das zwei großartige Schauspieler ebenbürtig nebeneinander stellt, das viele ironische und witzige Momente beinhaltet und in dem dennoch eine ernsthafte Aussage steckt: "Es ist nie zu spät, sein Herz zu öffnen.""
Thomas Engel ist zufrieden: "Kein großer, formal außergewöhnlicher, tiefgehender Film, aber eine schöne Geschichte, zudem bestens inszeniert. Sie zeigt, beispielsweise, dass Liebesversuche nicht nur bei ganz jungen Menschen einen Sinn und eine Berechtigung haben, sondern dass verlieben und lieben auch bei solchen noch funktioniert, bei denen die Jugend schon eine Zeitlang vorbei ist. Der größte Trumpf dieses Streifens besteht darin, dass Dustin Hoffman und Emma Thompson die Hauptrollen innehaben."
Sascha Koebner empfindet die weiblichen Rollen als zu wenig ernsthaft: "...Kates Probleme [werden] eher in einem komischen Licht gezeigt. Insbesondere Kates Mutter als wichtigste Bezugsperson des alternden Single ist eher eine Figur, die einer romantischen Komödie entsprungen sein könnte: Ängstlich vermutet sie in ihrem Nachbarn einen Mörder, der scheinbar mit in Säcken gehüllten Leichenteilen im Garten herumfuhrwerkt. Immer sind es unpassende Situationen, in denen sie ihre Tochter anruft, um sie diesbezüglich auf den Stand der Dinge zu bringen. Es ist die männliche Perspektive auf die Geschichte, der mehr Raum gewährt wird."
Michael Sennhauser ist das Drehbuch zu durchschaubar, ist aber von der schauspielerischen Leistung angetan: "[...] der Film ist eine eigentümliche Mischung aus künstlich aufpoliertem amerikanischem Drehbuch und britischer Sophistication. Im Kern lebt Regisseur Joel Hopkins’ schamlos hingebogene Story von Emma Thompsons spielerischer Grosszügigkeit und Dustin Hoffmans unbändigem Bedürfnis, im Alter noch einmal zu gefallen."