| Regie | Alex Proyas |
| Kinostart | 09.04.2009 |
Der Wissende wird gestraft mit kitschig esoterischen Bedeutsamkeiten, titelt Dominik Kamalzadeh. "Hier soll nicht bloß noch einmal die Erde kaputtgehen und der Zuschauer aus verzweifelten Last-Minute-Manövern seinen Spaß beziehen; hier geht es auch um die Überwindung einer handfesten Glaubenskrise, um biblische Heilsbotschaften und um apokalyptisches Intelligent Design."
Sträflich unpolitisch nennt Peter Uehling den Film. "Dass man nun nichts, aber auch gar nichts machen kann gegen diesen verderblichen Auswurf der lieben Sonne, ruiniert den bis dahin tragfähigen Spannungsaufbau des Films. Da es keine Lösung des Sonnenproblems gibt, die Produzenten die Zuschauer aber auch nicht hoffnungslos entlassen wollten, sah man sich zur Erfindung eines wahrhaft fürchterlichen Schlusses gezwungen. Hätte man ihn weniger süßlich inszeniert, wäre das Verzweifelte hinter seiner Unwahrscheinlichkeit deutlich geworden."
Laut Michael Kohler gibt sich der Regisseur "alle Mühe, sowohl säkulare wie auch religiöse Auslegungen zuzulassen. Seine ganze Wucht entfaltet KNOWING (
) jedoch nur, wenn man seinen biblischen Unterton beim Wort nimmt. Neben den Unheilsverkündigungen Ezechiels greift Proyas Motive der Apokalypse und der Sintflut auf, passend zu Ostern gibt es eine Himmelfahrt, der Garten Eden ist zum Greifen nah, und der uralte Streit zwischen Willensfreiheit und göttlicher Bestimmung wird, sofern man die Möglichkeit intergalaktischer Zeitreisen verneint, abschließend geklärt."
Ekkehard Knörer ist entsetzt: "Das große Unglück von KNOWING (
) - neben dem törichten Drehbuch, der Triefäugigkeit von Nicolas Cage, der Unerträglichkeit der meisten Figuren, dem New-Age-Unfug, der verbreitet wird, und den abstrusen Wendungen, die die Geschichte nimmt, ohne dabei ein Jota ihrer entsetzlichen Ödnis zu verlieren - das große Unglück von KNOWING (
) also ist, dass Alex Proyas den Humbug ganz Ernst meint oder jedenfalls überzeugend so tut. Die ganze niederschmetternde Atmosphäre kommt von Anfang bis Ende in einem Stimmungs-Finsternis Fortissimo daher, in dem auch die eigentlich sehr schönen Spezialeffekte ertrinken."
Rochus Wolf schaut genau auf den Hauptdarsteller. "Nicolas Cages Overacting, über das sich seine Verächter so gerne mokieren, schwingt hier ganz harmonisch mit in der stillschweigenden Prämisse des Films, alles überdeutlich sichtbar zu machen. Dabei fehlt KNOWING (
) das eigentlich Entscheidende in seiner Erzählung, das er anzubieten behauptet: Ein stringentes, tröstliches Konzept der Conditio humana."
Hans Schifferle findet den Film unheimlich. "Die Schreckensvisionen von damals scheinen sich jetzt, am "Ende der Geschichte" zu verwirklichen. Knowing ist ein morbider, furchterregender Film. John und Caleb Koestlers Haus etwa wirkt wie ein Spukschloss, wie die Ruine eines Traums, zerstört durch den plötzlichen Tod der Frau. Auch wenn Proyas gewiss auf gesellschaftliche Verunsicherungen verweist, auf die Angst vor Terror oder Naturkatastrophen, so bleibt die desparate Grundstimmung des Films doch existenziell."
Linksammlung zum Film.