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RELIGULOUS

RELIGULOUS

Regie Larry Charles
Kinostart 02.04.2009

Kritiken • RELIGULOUS

02. April 2009 | RELIGULOUS • Kritik • Berliner Zeitung

Catherine Newmark erkennt die Tradition eines Michael Moore, "mit schnellen, frechen Zwischenschnitten, etwa anhand von Szenen in Hollywood-Bibel-Epen, welche die Interviews visuell kommentieren. Das ist oft witzig, wirkt stellenweise allerdings auch bemüht. Die Ernsthaftigkeit, mit der lächerliche Fundamentalismen widerlegt werden, wirkt für das gemäßigt säkulare europäische Gemüt zuweilen befremdlich. Und anders als immer wieder behauptet, geht es dem Film weniger um das heilsame Säen von Zweifel als um das Vorführen von Absurditäten zwecks komischem Effekt."

02. April 2009 | RELIGULOUS • Kritik • Die Tageszeitung

Ekkehard Knörer erkennt in dem Filmemacher einen reichlich selbstgefällige Typ, er auch wenig begreift. "Zum Beispiel, dass das Ding eben deshalb Glaube heißt, weil es das Bedürfnis befriedigt, mehr zu wissen, als man von Rechts wegen wissen kann. Das darf, wer an Vernunft glaubt, schon blöd finden. Nur lassen sich geschlagene 100 Minuten mit genau einer These nicht unterhaltsam bestreiten. Schon gar nicht, wenn kein halbwegs vernünftiger Vertreter der Gegenseite für mehr als ein paar im Schnitt zurechtmanipulierte Satzfetzen zu Wort kommt."

02. April 2009 | RELIGULOUS • Kritik • Der Spiegel

Der wird niemanden bekehren und mag seinen Feindbildern gegenüber nicht immer fair sein, den Spaß mindert das nicht, stellt Daniel Sander fest. "Tiefgläubige werden das verständlicherweise nicht sehr amüsant und auch nicht überzeugend finden. Denn ernstzunehmende Theologen lässt Maher kaum zu Wort kommen, und wenn er es doch kurz tut, wie bei zwei hochrangigen Vatikan-Priestern, dann erweisen diese sich als vernünftige, absolut rational argumentierende Gesprächspartner, die eben auch nichts von blindem Glauben halten, sehr viel aber von aufgeklärter Religiosität."

02. April 2009 | RELIGULOUS • Kritik • programmkino.de

Der Witz, das Kuriose, das Paradoxe dominieren, meint Thomas Engel. "Manches wird auch um Mahers und seines intellektuell-spitzfindig-überlegen-ehrgeizig-spöttischen Spielchens willen auf die Spitze getrieben. Immerhin ist vieles messerscharf und skeptisch hinterfragt, was ohne Religion nichts und niemandem standhalten könnte. Man kann, legt man einen kritischen Maßstab an, eine Menge erfahren, lernen. Vielleicht sogar die eigene Religion – soweit vorhanden – bewusster wahrnehmen und gegenüber manchem distanzierter werden. Sich in diesem Dokumentarfilm außerdem glänzend unterhalten."

02. April 2009 | RELIGULOUS • Kritik • Junge Welt

Beeindruckend findet Christof Meueler die verschiedenen Jesus-Figuren. Allerdings verharrt der Film "in oberflächlichlicher Lustigkeit. In diesem extrem teuer produzierten, für die deutsche Mainstreamkinoverwertung sogar voll durchsynchronisierten Dokfilm, wird eigentlich nichts analysiert oder produktiv herausgefunden. In Harald-Schmidt-Manier pflegt Bill Maher gegenüber seinen Protagonisten einen sehr wortverspielten, ironischen Redestil, der seine Gesprächspartner distanziert, ohne daß die das merken oder bemerken wollen. Die sind in der Regel sowieso durch nichts zu bremsen."

02. April 2009 | RELIGULOUS • Kritik • Zeit.Online

Für Christian Schüle ist vor allem Mahers Lachen einprägsam:"Ist die Haltung, dem Glauben nicht zu glauben, nicht auch nur ein Glaube? Das Heiterste an diesem Abgesang auf den irrationalistischen Regress der Bush-Ära ist das ansteckende Lachen von Maher selbst. Ein Lachen, das sich nach der gezielten Desavouierung wie eine Erlösung entlädt. Religulous ist das prototypische Produkt einer Zyniker-Guerilla, welches an den klamaukischen Anarchismus von Borat lange nicht heranreicht, in seiner ätzenden Inquisitions-Attitüde aber streckenweise höllisch kurzweilig ist."

27. März 2009 | RELIGULOUS • Kritik • film-dienst 07/2009

Am Ende erliegt die Inszenierung laut Josef Lederle "ihrem eigenen Furor, wenn sich die kabarettistische Verweigerung, auf letzte Fragen keine Antworten zu präsentieren, sondern am Prinzip des Zweifels festzuhalten, selbst in eine endzeitliche Prophetie verwandelt: Entweder gelingt es der Menschheit, sich aus der religiösen Sklaverei zu befreien, oder sie droht im atomaren Inferno der von den Religionen als "selffullfilling prophecy" verschuldeten Apokalypse ausgelöscht zu werden. Die simple Alternative „grow up or die“, vor die Maher sein Publikum stellt, bringt vielleicht die Intention des Films auf seinen atheistischen Nenner, ist für einen scharfsinnigen Spötter wie Maher aber ein Bankrotterklärung."

02. März 2009 | RELIGULOUS • Kritik • br-online.de

Hier wurde gut recherchiert, behauptet Heidi Reutter. "Bill Maher ist der smarte, eloquente Interviewer, der alles besser weiß als seine merkwürdigen Gesprächspartner. Vermutlich veranlasst ihn diese Hybris am Ende des Films zu einem furiosen Appell, in dem er, ganz der Allwissende, sämtliche Gläubigen zu Extremisten stigmatisiert. Ist das dem dringenden, altruistischen Wunsch nach Aufklärung geschuldet oder dem verlockenden Bedürfnis, die Kinokassen klingeln zu lassen? Man wird doch wohl noch fragen dürfen."

01. März 2009 | RELIGULOUS • Kritik • filmz.de

Linksammlung zum Film.

01. März 2009 | RELIGULOUS • Kritik • kino-zeit.de

Ganz ohne Predigt kommt der Film laut Joachim Kurz nicht aus. "Am Ende verfällt Bill Maher in den Tonfall eines eifrigen Missionars und mahnt eindringlich an, sich mehr auf die Kräfte des eigenen Geistes zu verlassen, anstatt ohne zu hinterfragen jeden Blödsinn zu glauben. Ein Bekehrungsversuch ist also auch dieser Film. Immerhin aber einer, der auf die Vernunft und die Freiheit als höchste Maxime des menschlichen Handelns baut. Ob die filmische Missionsarbeit fruchtet, ist freilich ungewiss. Denn Fundamentalisten jeglicher Couleur und Glaubensrichtung werden diesen Film sicherlich meiden wie der Teufel das Weihwasser. Das zumindest ist so sicher wie das Amen in der Kirche."

01. März 2009 | RELIGULOUS • Kritik • programmkino.de

Subjektiv ist der Kreuzzug, schreibt Marcus Wessel. "Zum Ende hin schlägt der Film zunehmend ernste Töne an. Die Menschheit, das ist Bill Mahers feste Überzeugung, muss sich von Religion und Irrglauben emanzipieren. Ansonsten drohe die Welt in Chaos zu versinken. Religion sei gefährlich, weil sie uns Nonsens als unumstößliche Wahrheiten verkaufe und den Menschen nicht zur kritischen Reflexion erziehe. Wenn Bill Maher diese Schlussworte spricht, scheint er sich seiner Sache sehr sicher zu sein. So sicher wie jene, die sich auf das Wort Gottes berufen."

28. Februar 2009 | RELIGULOUS • Kritik • critic.de

Als reine Satire betrachtet, muss Michael Kienzl dem Film durchaus einige witzige Augenblicke zugestehen. "Selbst Bill Mahers respektlose Interviewführung scheint an manchen Stellen, etwa bei einem verlogenen Fernsehprediger, angemessen zu sein. Wenn er aber seinen muslimischen Gesprächspartnern immer wieder ins Wort fällt und sich über ihre Aussagen lustig macht und gleichzeitig die Äußerungen des Rechtspopulisten Geert Wilders über die Gefahren des Korans völlig unkommentiert lässt, scheint sich Maher gar nicht darüber bewusst zu sein, auf welches politische Terrain er sich damit begibt."

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