| Regie | P. J. Hogan |
| Kinostart | 12.03.2009 |
Der Film ist lahmer als das nett überspannte Buch ausgefallen, findet Carmen Böker. "Da hätte bei Isla Fisher als Becky mehr komödiantischer Drive als das ewige Augenaufreißen und Haareraufen aktiviert werden können, in Die Hochzeits-Crasher ging es seinerzeit schließlich auch. So haben wir es mit einer konfektionierten Mischung aus "Sex & The City" und "Bridget Jones" zu tun; aus ersterem stammt die brünftige Begeisterung für alles, was shiny and new ist, aus letzterem kennen wir die ungeschickte, immer etwas zu billig angezogene, aber selbstverständlich herzensgute Heldin, die am Ende den Alpha-Mann abbekommt."
Daniela Sannwald hätte etwas mehr erwartet. "Noch immer definieren sich unsere Gesellschaften über den Warenkonsum – und nicht über soziale Teilhabe, Engagement, Bürgersinn. SHOPAHOLIC - DIE SCHNÄPPCHENJÄGERIN (
) greift dieses Phänomen höchst vorsichtig auf, um dann allerdings ganz bestimmt nicht wirklich dran zu rühren. Von einer Komödie aber wäre das vielleicht auch zu viel verlangt."
Jürg Zbinden sah eine quirlige Komödie. Der Film "nimmt die glänzende Oberfläche der Mode- und Konsumwelt aufs Korn und hat das eine oder andere mit DER TEUFEL TRÄGT PRADA gemein. Ohnehin verhallt nach drei Jahren und zahllosen Kollektionen selbst "le dernier cri". … Auch die gewitzte Naive ist nicht neu: Isla Fisher alias Rebecca Bloomwood erinnert aber in den besten Momenten an die hinreissende Judy Holliday, die 1950 George Cukors Komödie REPORTER FÜR INTIME STUNDEN unsterblich gemacht hat."
Die Rechnung des Films geht laut Daniel Haas nicht auf. "Die Plumpheit dieses Konsummärchens ist umso ärgerlicher, als die Hauptdarstellerin wirklich komisch ist. Isla Fisher, bekannt geworden als sexbesessene höhere Tochter in der Klamotte DIE HOCHZEITS-CRASHER, ist ein Slapstick- und Clownstalent. Mit ihren Vaudeville-Qualitäten kann sie noch die stumpfesten Handlungsklischees mit Ironie aufladen. So gibt es in SHOPAHOLIC - DIE SCHNÄPPCHENJÄGERIN (
) eine Tango-Szene, in der sie den Geliebten mit herrlich verrückten Phantasie-Moves umtanzt. Doch dafür einen ganzen Film durchsitzen? Das rechnet sich nicht."
Verdummung erkennt Ekkehard Knörer. "Kreuzbrav ist das alles, traut sich mit gar nichts raus. Die Heldin als Hascherl ist eine Kreuzung aus Schreckgestalten des Biedersinns wie Bridget Jones und Carrie Bradshaw. Mit großen Augen appelliert diese Figur an wahlweise Identifikations- und Beschützerinstinkt und ist doch Szene für Szene nicht zu ertragen. Der einzig bizarre Gedanke, den sich der Film erlaubt, ist der, ihr als leibliche Eltern Joan Cusack und John Goodman zur Seite zu stellen."
Leider verlassen sich die Drehbuchautoren laut Sascha Koebner "auf harmlose Slapstickeinlagen. Zwar sind das genau jene Szenen, in denen das komische Talent Isla Fishers durchscheint, doch erlangt ihr Charakter nie die Eigenständigkeit, die notwendig wäre, um auf Dauer in Erinnerung zu bleiben. Das Happy End wirkt schließlich ebenso konstruiert wie die stark geraffte innere Wandlung der jungen Schreiberin. Als harm- wie recht geistlose Unterhaltung mag der Film seinen Platz haben, ein "Schnäppchen" an der Kinokasse aber ist er wahrlich nicht."
Vorhersehbar nennt Doris Hüber die Komödie. Basierend auf den beiden ersten Büchern der fünfteiligen Bestseller-Reihe "Die Schnäppchenjägerin" von Sophie Kinsella, kann der Film "nur durch Isla Fisher als Shopping-Victim Becky Bloomwood überzeugen. Ansonsten bietet der Film nicht viel Neues - abgesehen von schicken Klamotten, für die Kostümbildnerin Patricia Field verantwortlich zeichnet. Die vorhersehbare Story lässt so gut wie kein Klischee aus. Deswegen unser Tipp: Lieber Shoppen gehen als ins Kino!"
Linksammlung zum Film.