| Regie | Esther Gronenborn |
| Kinostart | 12.03.2009 |
Befremdlich spannungslos nennt Peter Uehling den Mystery. Ein Film, "der das Bildreservoir der Genrevorbilder hemmungslos plündert. Somit gibt es keinen Grund zu erschrecken, denn man kennt die Gesichter hinter der dreckigen Scheibe, das an die Wand spritzende Blut, die plötzlichen Flashbacks, diese Peinlichkeiten übersinnlicher Wahrnehmung aus hundert anderen Filmen - dass die Produktion nicht nur einfallslos, sondern auch so wenig wählerisch ist, erstaunt."
Barbara Schweizerhof stellt fest. "Da ist die aufwendige Produktion, die stimmige Gesamtgestaltung. Man hat versucht, alles richtig zu machen und eben nicht "provinziell" zu erscheinen. Aber vielleicht liegt gerade darin der Fehler. Zwar greift der Film den Volksbrauch der "Raunächte" auf, verzichtet aber auf den hervorstechendsten Zug, den die deutsche Provinz nun mal auszeichnet: den Dialekt. Das hat einen fast unfreiwillig unheimlichen Effekt: Ein Dorf im Allgäu, in dem noch nicht einmal der Pfarrer eine "Färbung" hat - das wirkt in der Tat mysteriös."
Christian Schröder lobt die Regisseurin. Sie "geht mit den Fakten spielerisch um. Sie macht aus dem Fall einen Mystery-Thriller, ein im deutschen Kino eher selten vertretenes Genre. ... Der Film ist stark, solange in der Schwebe bleibt, wo die Realität endet und die Albträume beginnen. Das actiongeladene Finale erinnert dann eher an die holprige Auflösung eines "Tatorts". Zwiespältig."
Jörg Tasman ist entsetzt: "Nichts stimmt in HINTER KAIFECK (
): weder die unlogische Geschichte mit ihren Zeitsprüngen, noch die Machart, weder die Schauspielführung noch das Spiel der beiden populären Hauptdarsteller. Für alle Beteiligten wäre ein reiner DVD-Start vorteilhafter gewesen. So schlecht war ein deutscher Autorenfilm schon lange nicht mehr."
Laut Gebhard Hölzl bewegt sich der Film geschickt zwischen Gruselthriller und Kriminalfilm. "Zunächst nimmt einen die düstere Stimmung gefangen. Christoph Valentiens Kamera macht die Schauplätze zu klaustrophobischen, bedrohlichen Orten, die ihre Bewohner geradezu gefangen halten. Dazu passen die Schreckensbilder in Marcs Kopf, die via Tonspur mit gruseliger Musik (Alexander Hacke) und wohl kalkulierten Soundeffekten verstärkt werden. Derweil hält Esther Gronenborn alle Fäden fest in der Hand, weiß Benno Fürmann zu führen und das Sympathiepotenzial Alexandra Maria Laras zu nutzen."
Paul Collmar findet nicht viel Gutes an dem Film. "So virtuos Esther Gronenborn in HINTER KAIFECK (
) auch mit Kamera, Ton und Montage jongliert – außer mit gelegentlichen Überraschungsmomenten und einer gelungenen Atmosphäre, die durchaus an internationale Vorbilder heranreicht, weiß der Film nicht wirklich zu überzeugen. Was vor allem an Schwächen des Drehbuchs, der Figurenzeichnung und nicht zuletzt der Besetzung liegt. Zwar weiß Benno Führmann durchaus in seiner Rolle zu gefallen, Alexandra Maria Lara ist als bayrisches Mädel allerdings genauso wenig überzeugend wie der löchrige Plot."
"Der reale Kriminalfall von Hinterkaifeck wird hier zum Anlass für eine Schauergeschichte, bei der es nicht um detektivische Recherchen, sondern um das möglichst effektive Gruseln und Erschrecken der Zuschauer geht. Und in diesem Sinne ist HINTER KAIFECK (
) ein gelungener Film - vielleicht der erste deutsche Mystery-Thriller, der an den internationalen Standard heranreicht."
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