| Regie | David Frankel |
| Kinostart | 05.03.2009 |
Einen erschütternd belanglosen, aber ungeheuer cleveren Familienfilm sah Daniel Sander. "Ein dramaturgisches Konzept gibt es nicht wirklich, wie zufällig werden die einzelnen Szenen präsentiert - als wären es kleine süße Filmchen für sich und nicht aufeinander bauende Teile eines großen Ganzen. Daraus ergibt sich weniger ein Film als ein plätschernder Zeitvertreib - bis zum einzig wirklich wichtigen Teil von MARLEY & ICH (
): dem großen tränenreichen Finale, das zwar fast schon obszön manipulativ daherkommt, aber niemanden, der jemals einen Hund besessen oder lieb gewonnen hat, trockenen Auges aus dem Kinosaal entlassen wird."
Laut René Classen gehört das Werk "zu der Sorte Film, in dem die Hausfrau am frühen Morgen perfekt geschminkt und frisiert im Bett liegt. In einer Zeit des Wandels ist es kaum verwunderlich, dass sich das Kino an einer derart geschönten Zelebration des Alltags delektiert. In der Tat sind die Bilder des privaten Glücks in MARLEY & ICH (
) verführerisch. Doch sie bleiben reine Oberfläche und hinterlassen das Gefühl, einen überlangen Werbespot für amerikanisches Familienleben gesehen zu haben. Das ist in der Tendenz durchaus sympathisch, aber in der Ausführung zu bieder, um wirklich zu berühren."
Sascha Keilholz war gewillt, sich einer solchen Art des Banalitätenkinos zu überlassen. Aber ihm stieß "irgendwann die Einfallslosigkeit der Inszenierung, vor allem was die diversen Schauplätze, insbesondere deren Exposition, angeht, auf. Noch während man abwechselnd mit diesem Unwohlsein und der lähmenden Langeweile beschäftigt ist, fährt der Film ein zunächst sehr plötzliches, dann aber ins Unendliche ausgedehntes Ende auf, das als Tearjerker angelegt ist und alle Register der plumpen Gefühlsmanipulation zieht. Da kann sogar eine verschluckte und wieder ausgeschiedene Halskette zum Zeichen furchtbarster, als Tierfreundlichkeit getarnter Menschenverachtung herhalten."
Es ist die konventionelle Verfilmung einer Familienchronik, konstatiert Ronja Dittrich. Der Film "lässt die Zuschauer 115 Minuten lang durch eine geschönte amerikanische Alltäglichkeit Gassi gehen. Die Menschen in diesem Film altern niemals, sie erfreuen sich an der Seifenblase des trauten Eigenheims und projizieren all ihre Wünsche in einen neurotischen Hund (zugegebenermaßen ein durchaus knuddeliger Sympathieträger). Jennifer Aniston und Owen Wilson kämpfen sich tapfer durch die Banalität ihrer Figuren, das Skript hält sie jedoch an der kurzen Leine. Und so gibt Aniston einmal mehr das "All American Girl", während Owen Wilson sein Sunnyboy-Image pflegt. Der Hund, er liegt an mehreren Stellen des Films begraben."
Marcus Wessel ist enttäuscht. Der Film folgt "den Gesetzmäßigkeiten eines typischen, entlang bekannter Hollywood-Regeln konzipierten Unterhaltungsprodukts. Die ausbalancierte Dramaturgie beinhaltet sowohl unbeschwerte Szenen eines nahezu perfekten Familienglücks als auch ernste Momente – letztere jedoch nur in Maßen, schließlich scheinen Frankel und seine beiden Drehbuchautoren Scott Frank und Don Roos den Feel-Good-Charakter der autobiographischen Vorlage keineswegs in Schwermut ertränken zu wollen."
"Insgesamt ein filmisch oft befahrener Boulevard, der sich der Realität junger Familien in heiterer Weise annimmt. Marley & Ich ist eben auch ein Film, der es schafft, Gefühle bis hin zum Sentimentalen zu erzeugen, ohne dass sich Überdruss über ihn einstellt, selbst nicht beim melodramatischen Ende und finalen Rührstück, als Marleys Hundedämmerung und sein Sterben sich vollziehen."