| Regie | Niels Laupert |
| Kinostart | 05.03.2009 |
Es ist der 14. Januar 1996. Eigentlich ein ganz gewöhnlicher Sonntag: Wie immer treffen sich Adam und Tommek mit ihrer Clique. Wie immer betrinken sie sich, ziehen um die Häuser und lassen sich ziellos treiben. Wie immer prahlt Tommek und versucht Saras Aufmerksamkeit für sich zu gewinnen. Wie immer hofft Adam darauf, dass in seinem Leben endlich etwas passiert. Dieser Tag soll anders enden als die bisherigen. Plötzlich steht diese Wette im Raum. Der Einsatz: ein Menschenleben ...
Wilfried Hippen lobt den Regisseur. "Er bietet auch keine Erklärungen - stattdessen lässt er Ludwig Trepte und Martin Kiefer die beiden extrem authentisch spielen. Ganz nebenbei gelingt ihm dabei etwas, an dem viele seiner Kollegen scheitern: er inszeniert Langweile ohne dabei selbst langweilig zu werden. Ein Grund dafür ist sein genauer Blick und die Sparsamkeit des nur 80 Minuten langen Films. Den Gewaltakt selbst zeigt Niels Laupert nicht - auch nicht indirekt mit Kameraperspektiven und Toneffekten, die er bei einigen Schlägereien davor eindrucksvoll einsetzt."
Dokumentarische Fragmente eröffnen diesen Film fast im Flüsterton, schreibt Cosima Lutz. "Es ist nicht ganz ohne Ironie, wie Laupert in einem Spielfilm mit an Billy Wilder erinnerndem Titel die kinematografisch äußerst dankbare Sozial-Hölle Plattenbau, wie sie inzwischen jeder Fernsehzuschauer im Kopf hat, vom allzu begreiflichen Mittäter zur realistisch entrückten Kulisse eines Verbrechens erhebt. Zugleich aber weder die Täter anklagt noch die Tat entschuldigt. Seinen gewissermaßen parteilosen Film stemmte er mit minimalem Budget, denn TV-Sender, ursprünglich an einer Koproduktion interessiert, hätten sich Täter gewünscht, die ihre Tat bereuten, sagt Niels Laupert."
Kathrin Häger lobt die zwei Hauptdarsteller. "Der visuelle Realismus wird dabei durch das überzeugende Spiel von Ludwig Trepte und Martin Kiefer komplettiert, deren Dialoge bis ins kleinste Slang-Detail eine ungewohnte Authentizität atmen. Niels Lauperts Figuren erhalten Facetten, die anderen Tätern wohl aus einem gewissen Erklärungsimpetus heraus vorenthalten werden: Sie wanken zwischen Verantwortung, Loyalität und Geltungsbedürfnis, aber auch zwischen Angst, Unsicherheit und purer Wut. Während Niels Laupert vor allem auf der Tonspur den drastischen Schrecken körperlich fühlbar macht, ihn an anderer Stelle aber komplett ausspart, bleibt die Motivation des spontanen Gewaltausbruchs letztlich ebenso im Dunkeln wie die anschließende Reue."
Laut Eric Horst geht es dem Regisseur darum, den Nährboden zu zeigen, auf dem sich solche Taten entwickeln. "Dieser eher soziologische Ansatz findet sich auch in der Dramaturgie wieder, die kathartische Elemente und moralische Wertungen außen vor lässt. Sehr zeitgemäß und vielleicht manchmal zu stilbewusst ist der Soundtrack (u.a. Portishead) und die visuelle Gestaltung des Films, aber das ist auch immer eine Frage des Geschmacks. SIEBEN TAGE SONNTAG (
) führt den Zuschauer in eine Welt, in der die Regeln des menschlichen Zusammenseins kaputt gegangen sind und zu einem Verhalten führen, das sich nur noch zeigen und kaum noch erklären lässt."
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Der Film liefert keine Antworten, schreibt Felix Frieler. "Aus Sicht der Täter versucht er einen Mord zu verstehen, den sich niemand erklären kann. Er stößt dabei an die Grenzen aller Rationalität, versteigt sich aber nicht in einseitige Schuldzuweisungen an Eltern, Behörden oder die Gesellschaft im Allgemeinen. Dass er die Gründe für die Tat, nach denen er sucht, eigentlich nicht findet, ist keine Schwäche des Films, sondern macht gerade seine Qualität aus."