| Kinostart | 02.09.2010 |
Till Kadritzke schaut auf den Regisseur. "Am Beispiel eines kleinen Ausschnitts aus dem alltäglichen Marketing-Irrsinn enthüllt Jude die inneren Widersprüche der Ordnung, die das Erbe jenes düsteren Kapitels rumänischer Geschichte angetreten hat, um das es in Mungius Meisterwerk ging. Indem Radu Jude sich dessen Ernsthaftigkeit bewahrt und die schöne neue Welt des Kapitalismus ebenso realistisch-distanziert darstellt wie Mungiu die Schrecken der Diktatur, rettet er den kritischen Geist des rumänischen Films in die Gegenwart. Anders als die Werbemanager lässt er sein "Produkt" weder in falschem Glanze erstrahlen, noch peppt er es mit fremden Zutaten auf, weil den Kontrasten der Gesellschaft mit diesen Mitteln nicht beizukommen ist. Der Saft ist immer, wie er sein soll, das Kino aber ist, wie es ist."
Andreas Thomas schreibt: "THE HAPPIEST GIRL IN THE WORLD (
) ist ein schöner Film, der es schafft, anhand einer kleinen Geschichte komisch und ernst und ironisch und zugleich - und das ist seine größte Qualität - ein bisschen irritierend über die Situation eines ganzen Landes zu berichten."
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Christian Westheide konnte nicht lachen. "Das einzig ansatzweise Komische entsteht daraus, dass das Mädchen eine verpickelte, pubertierende etwas speckige Misantrophin ist, immer eine Flappe zieht und mit ihrer Mutter streitet - aber auch das ist eben, wie 15-jährige Mädchen eben so sind - in Rumänien und dem Rest der Welt. Wenn sie dann grinsen muss zu dem blöden Auto und total begeistert Limo trinken, entbehrt das nicht einer gewissen Komik."
Laut Thekla Dannenberg verzichtet der Regisseur "auf jede suggestivere Form der Bildführung. Die Kamera bleibt an dem Platz, für den sie sich einmal entschieden hat, oft mehrere Minuten lang ohne Schnitt, schwenkt mal ein wenig nach links und nach rechts, hält aber immer Äquidistanz, wenn Mutter und Tochter, Vater und Tochter oder alle drei gegen- und miteinander ringen. Je härter die Bandagen werden, mit denen die Eltern und die Filmleute Delia zusetzen, umso größere Kräfte entwickelt dieses Mädchen, das sich an das Auto, an die Chance auf ein Leben in Bukarest genauso fest klammert wie an ihre gehäkelte Handtasche mit den Glasperlen."
Datenblatt des Films.