| Regie | Sebastian Schipper |
| Kinostart | 30.07.2009 |
Laut Birte Lüdeking bietet der Film "in erster Linie schwerelose Unterhaltung mit vergleichsweise sympathischen Figuren, trotz oder gerade wegen seiner Klischees und Stereotypen: dem ewigen Konfliktklassiker Sofakauf, der mit dem genervten Satz endet: "Schön, dass du (!) glücklich bist."; oder der russischen Nebenfigur mit einem Bekannten, der sich aufs Finger abschneiden versteht. Vertrautes Personal sind auch die Mittdreißiger, die aus Angst vor Festgefahrenheit und Verantwortung wieder zu Teenagern mutieren und sich hier an der Tankstelle billigen Tetra-Pak-Fusel kaufen, um als "Austauschstudenten auf Interrail" die betrunkene Tanzsau raus zu lassen."
Seltsam, dieser Film hebt nie ab, lobt Jan Schulz-Ojala. "Dabei bedienen sich seine Protagonisten durchaus zeitraubend allerlei berauschender, zumindest enthemmender Substanzen. Oder sollte die unüberwindliche Erdenschwere der irgendwie fiepsig geratenen Heroen doch dramaturgische Absicht sein? Egal, nach einer Weile wirkt sie irgendwie fatal aus Versehen."
Ekkehard Knörer stellt viele Fragen an die Geschichte, zum Beispiel: "Ist sie in sich wirklich überzeugend? Als Liebestragödie mit eher heiterem Beginn, als Beziehungsporträt, als Ferienschicksalsdrama, als Vierecksgeschichte aus unserer Gegenwart? Und wenn sie als eins davon oder alles zugleich überzeugte - ich kann's nicht sagen, weil von den "Wahlverwandtschaften" als Vorlage, wie ich zugebe, von Anfang bis Ende bedrängt -, wozu dann Goethe? Eine Antwort darauf müsste der Film geben. Mir scheint eher, dass er sie letztlich verweigert - und darum nicht einmal als das reüssiert, was er sein könnte, wollte er nicht auf diffuse Weise doch mehr."
Datenblatt der Films.
Laut Cristina Nord streitet sich nicht nur die Protagonisten; hier "streiten die irren, albernen Szenen, in denen die Figuren Wein aus dem Tetrapack auf ex trinken oder "Deine blauen Augen machen mich so sentimental" singen, mit den Szenen, in denen der Ehebruchsplot die Dramaturgie erobert. Sebastian Schipper stellt zudem ein bisschen überdeutlich zur Schau, wie modern und geschickt er Goethes Klassiker auf die Gegenwart zu übertragen imstande ist. Sein Haus ist damit fertig renoviert. Beim Zuschauen denkt man sehnsüchtig an den Vorschlaghammer zurück."
Katrin Knauth sah einen Film "mit viel Pfiff und Humor. Besonders Milan Peschel weiß das mit seiner Figur gut umzusetzen. Eine Ulknudel par excellence. Ganz im Gegensatz dazu sein Bruder Friedrich: Ein Architekt, der soeben von Frau und Kindern verlassen wurde und ein ernster, zielstrebiger, steifer Zeitgenosse ist. Aber gerade diese Gegensätze bringen das Feuer zum Lodern und sie werden auch immer wieder thematisiert."