| Regie | Frank Miller |
| Kinostart | 05.02.2009 |
Es ist nicht so, dass es in diesem Film nichts Interessantes zu sehen gäbe - im Gegenteil. Man muss nur zur richtigen Zielgruppe gehören, meint Jens Balzer. "Es gibt - hatten wir das bereits erwähnt? - sehr schöne Frauen in diesem Film zu erleben, in toll ausgetüftelten provokanten Kostümen, und oft nehmen sie aufreizende Haltungen ein und werden aus interessanten Perspektiven belichtet. Wer das mag, sollte unbedingt in THE SPIRIT (
) gehen. Zwei andere Dinge, die der unvoreingenommene Besucher von diesem Film eventuell erwarten könnte, finden sich allerdings nicht: Es gibt weder eine verständliche Geschichte noch einen nachvollziehbaren Zusammenhang mit der Comic-Vorlage."
Leider ist dem Film schon nach den ersten Bildern anzusehen, dass Frank Miller kein begnadeter Erzähler ist, bilanziert Michael Kohler. "Er mag Figuren mit wenigen Strichen aufs Papier werfen, Schauspieler führen kann er nicht. Selten dürfte sich Scarlett Johansson derart verlassen vorgekommen sein wie als Gangster-Liebchen, Samuel L. Jackson griff hingegen auf sein bei solchen Gelegenheiten bewährtes Repertoire zurück: Augen rollen und durch. Selbst zum vergnüglichen Trash-Kino reicht es nicht, obwohl sich Frank Miller Mühe gibt."
Andreas Borcholte sah einen visuell beeindruckenden, aber letztlich seelenlosen Langweiler. "Das tut dem durch seine stilisierte Ästhetik ohnehin künstlich und steril wirkendem Film nicht gut, denn weder gelingt es dem Titelhelden, der Geschichte die Abgründigkeit des Originals zu verleihen, noch dem völlig überforderten Regisseur selbst, der in einer kleinen, äußerst kurzlebigen Nebenrolle in Erscheinung tritt. So bleibt von einer Unternehmung, die als verwegen und mutig galt, kaum mehr als Gähnen und Ärger ob der verpassten Chancen und Gelegenheiten, die der Stoff geboten hätte, wäre Miller nicht auf einen Egotrip gegangen."
Laut Rochus Wolff gelingt es dem Regisseur "nie, den Bildern oder den Figuren Leben einzuhauchen. Der Spirit soll, so will es das Drehbuch, ein Frauenheld sein, aber warum das so sein soll, oder was er an den Frauen findet, erschließt sich nicht. Sie alle bleiben Pappfiguren in einer unzusammenhängenden und uninteressanten Handlung, die in ein Spektakel eingebettet wurde, das ganz auf Film Noir getrimmt daherkommt: Die Erzählhaltung des Films und mehr noch seine ganze Ausstattung schreien danach. Die gelegentlich auftauchenden hypermodernen Waffen und Gegenstände lassen das Ganze umso eklektischer wirken. Von Samuel L. Jacksons bizarrem Augen-Make-Up ganz zu schweigen."
Eine herbe Enttäuschun ist der Film für Jörg Gerle. "Während dramaturgisch schnell Flaute herrscht und sich Spannungskurven in Geschwätzigkeit und einem unsäglich gedehnten Nazi-Sketch mit Octopus und Silken Floss verflachen, versucht Regisseur Frank Miller wenigstens noch visuell an seine Erfolgsformate SIN CITY und 300 (
) anzuschließen. Mit stilisierter Comic-Ästhetik, scharfen Kontrasten, gezielten Überbelichtungen, flächiger Farbigkeit und obsessiven Schattenmalereien beschwört er den Geist des Comics. Doch auch hier siegt bald der Krampf über die Virtuosität und entpuppt sich als uninspirierter Abklatsch."
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