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STURM

STURM

Regie Hans-Christian Schmid
Kinostart 10.09.2009

Kritiken • STURM

14. Februar 2009 | STURM • Kritik • critic.de Partner von film-zeit

Der Film personalisiert das Anliegen der Institution in Den Haag, schreibt Sascha Keilholz. "Als Courtroom-Drama versteht sich der Film dabei selbst nicht, der Fall wird nur in wenigen Momenten vor Gericht verhandelt. Eher schon jongliert Hans-Christian Schmid mit den Elementen des politischen Thrillers. Das geht in einigen klischeehaften Momenten so weit, dass die aufgelöste Zeugin fast vor ein fahrendes Auto läuft und in einer martialischen Sequenz schwarze Geländewagen zur Durchsuchung eines Hotels vorfahren."

10. September 2009 | STURM • Kritik • Berliner Zeitung

Laut Bert Rebhandl zeigt der Film das Dilemma von Gerechtigkeit und Diplomatie. "An die Traumata des Jugoslawienkriegs will und kann Hans-Christian Schmid gar nicht direkt rühren, er hat stattdessen einen melancholischen Film über unser aller Zuschauerrolle in Konflikten gemacht, die "vor unserer Haustür" und doch in der sicheren Distanz ungefährer Fernsehbilder stattfinden. Diese Distanz bekommt in STURM (STURM Trailer) eine politische Form: Es ist die der europäischen Diplomatie. Bernd Lange und Hans-Christian Schmid hätten es sich leicht machen können und populistisch gegen die Institutionen selbst zu Felde ziehen können. Aber das wäre naiv, denn STURM (STURM Trailer) gehört letztendlich zum selben Spiel und bleibt deswegen mit gutem Grund selbst ein wenig diplomatisch."

10. September 2009 | STURM • Kritik • Die Tageszeitung

Dietmar Kammerer nimmt nicht an, "dass der reale Alltag eines Kriegsverbrecherprozesses sich reibungslos auf die Erzählkonventionen der Kinoleinwand übertragen lässt. Hans-Christian Schmid und Drehbuchautor Bernd Lange erzählen eine genau beobachtete Geschichte aus unserer Gegenwart und sie schaffen eine Allegorie, die sich die Freiheiten der Konstruktion und der Verdichtung erlauben kann. Aus den so spröden wie entsetzlichen Tatsachen des Den Haager Tribunals eine Geschichte gesponnen zu haben, die uns daran erinnert, dass hinter jedem Gerichtsprotokoll ein Schicksal steht, das die Mühen der Wahrheitsfindung lohnt, ist das Verdienst des Films."

10. September 2009 | STURM • Kritik • Der Tagesspiegel

Um Schweigen oder Sühne geht es hier laut Caroline Fetscher. "Genau so kann es gehen, so pragmatisch, taktisch, bürokratisch, ohne dass eine Verschwörung am Werk sein muss. Konfrontiert mit der Flut der dokumentierten Gewalttaten, der Masse der Zeugen und der juristischen Erfordernisse, müssen Tribunale wie Den Haag mitunter "Schnitte" machen und Empathie wie ein Luxusgut behandeln, dass man sich nicht immer leisten kann. So bleibt Mira Arendt zunächst mit ihrer Wut allein. Dann aber passiert doch noch etwas Überraschendes."

10. September 2009 | STURM • Kritik • Frankfurter Rundschau

Das filmische Potenzial wird nicht ganz ausgeschöpft, kritisiert Daniel Kothenschulte. "Die Handkamera schwankt in ersten Szenen, als tage das Seegericht der königlich-niederländischen Marine. Und das pessimistische Bild vom Leben in Sarajewo, das sein Film zeigt, bedürfte zumindest einer Erklärung. Fast zu einer Banalisierung des Themas gerät schließlich ein Element des "Human Touch": Wenn sich die Verquickung von Justiz und EU-Politik auch noch in einer privaten Beziehung der Anklägerin zu einem abgebrühten Politiker spiegeln muss, wird die Anteilnahme auf einen Nebenschauplatz abgelenkt. Das ist Den Haag viel zu lange gewesen: ein Nebenschauplatz."

09. Februar 2009 | STURM • Kritik • Berliner Zeitung

Der Regisseur zeigt, was der Internationale Gerichtshof Den Haag seinem Wesen nach ist: eine Maschine, stellt Anke Westphal fest. "Das ist die große Stärke des ersten deutschen Wettbewerbsbeitrags, der auch ein Politthriller ist: In den Mitarbeitermeetings, Beweisaufnahmen, Zeugenvernehmungen, Ortsterminen und Prozessen ersteht das Abbild des Systems und der Regeln, mit denen Europa politische Konflikte zu lösen sucht. In Einrichtungen wie dem Gerichtshof von Den Haag geht es nicht ums Angehörtwerden, sondern um effiziente Abwicklung. Letztlich entscheiden Buchhalter über das Recht."

09. Februar 2009 | STURM • Kritik • Der Standard

Isabella Reicher entdeckt "ein Netz von Hierarchien und Abhängigkeiten, Kompromissen und Tauschgeschäften, das Sturm auslegt, feinmaschig gearbeitet, aber manchmal zu sauber gestrickt. Ein relevantes Thema, ein souverän inszenierter Film und ebenso souverän agierende Schauspieler. Trotzdem will sich, verglichen mit REQUIEM etwa, nicht dieselbe Intensität einstellen. Vielleicht, weil auch der Film sein eigenes Interesse einen Hauch zu kalkuliert verfolgt. "

09. Februar 2009 | STURM • Kritik • Neues Deutschland

Egon Günter sah einen mitreißenden Film. "Hans-Christian Schmid nähert sich der Realität, dem Tatsachenbericht, aber damit gerät er in ein ganz anderes Fahrwasser. Mich hat das von einem bestimmten Punkt an nicht mehr nervös gemacht. Der dramatische Vorfall ist so ungeheuerlich, dass formale Vorbehalte nicht ziehen. Sicher: Film ist Film und er hat seine eigenen Regeln. Man verstrickt sich leicht in Widersprüche, wenn man gewissermaßen die Mittel mischt."

09. Februar 2009 | STURM • Kritik • Die Zeit

Markus Zinsmaier lobt die Handkamera. "Vor allem das Spiel von Anamaria Marinca erhält dadurch eine Intensität, die einen noch bis aus dem Kinosaal hinaus verfolgt. Und man wundert sich, dass niemand zuvor auf die Idee kam, einen dokumentarischen Spielfilm zu diesem Thema zu drehen."

08. Februar 2009 | STURM • Kritik • Der Spiegel

Laut Wolfgang Höbel gelingt dem Regisseur "ein bei aller Langsamkeit packender, aber auch peinigender Thriller, in dem auf sehr intelligente Weise über Recht und Gerechtigkeit gegrübelt wird. ... Die Schauspielerin Anamaria Marinca spielt diese von Angst und mörderischen Erinnerungen heimgesuchte Frau sensationell eindringlich, mit wachen Augen und nervösen Ticks in einem frischen Gesicht unter kurzgeschorenen blonden Haaren; vor allem ihre Kunst ist es, die Schmids Film zu einem peinigenden Ereignis macht."

08. Februar 2009 | STURM • Kritik • Der Tagesspiegel

Christina Tilmann lobt den Film. "Stark ist der Film immer da, wo er fast dokumentarisch die komplexen Prozessabläufe in Den Haag schildert, die trostlose Hotelexistenz aller Beteiligten, die mühsame Erstellung von Protokollen, den strenge Zeugenschutz im Hotel und das formalisierte Verfahren. Doch der Schluss, der kleine Sieg gegen das System, den er Hannah Maynard schenkt, ist so wünschenswert wie unrealistisch. Noch einmal ähnelt die Protagonistin ihrem Film: Auch ihm hätte man von Herzen Erfolg und ein Happy End gewünscht – doch die Absicht allein genügt nicht."

08. Februar 2009 | STURM • Kritik • perlentaucher.de

Wahrheitsfindung hier nicht das erste Ziel, meint Thomas Groh. "Stattdessen erzählt Hans-Christian Schmids STURM (STURM Trailer) von den Strukturen des Zwangs, des zähneknirschenden Ausgleichs zwischen diplomatisch-politischen Interessen - schnellstmöglich soll das einstige Kriegsgebiet in die EU eingegliedert werden - Recht und Moral - Bestrafung von Kriegsverbrechen - und privatem Glück. Ein Gutteil der Handlung besteht gerade aus der schmerzlichen Überzeugungsarbeit der Staatsanwältin, against all odds die traumatisierte Zeugin aus der Privatheit in die Öffentlichkeit zurückzuholen."

08. Februar 2009 | STURM • Kritik • kino-zeit.de

Ganz sachlich, kühl und ohne jedes Pathos widmet sich der Regisseur seiner Geschichte, bilanziert Joachim Kurz. "Unaufdringlich und mit kühler Präzision schildert Hans-Christian Schmid die Mühlen der internationalen Justiz, die gefangen zwischen politischen Interessen und juristischem Auftrag einen Kampf auf verlorenem Posten führt, bei dem die Opfer ihr schreckliches Trauma noch ein zweites Mal durchleben müssen, ohne dass ihnen am Ende Gerechtigkeit widerfährt. Auch wenn dies nicht immer so zwingend ist wie beispielsweise Jasmila Zbanics Aufarbeitung des Balkankriegs ESMAS GEHEIMNIS, so wirft dieser leiser Thriller doch ein bezeichnendes Schlaglicht auf die ungesühnten Gräuel der jüngsten europäischen Vergangenheit."

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