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RICKY

RICKY

Regie Francois Ozon
Kinostart 14.05.2009

Kritiken • RICKY

07. März 2009 | RICKY • Kritik • critic.de Partner von film-zeit

Der Regisseur führt den Zuschauer auf eine falsche Fährte, doch schlussendlich verirrt er sich dabei selbst, kritisiert Daniel Nehm. "Durch sein überzeichnetes Ende wirkt der Film seltsam unentschlossen, und dabei konstruiert und statisch, wie eine Versuchsanordnung. So poetisch das Bild des geflügelten Babys ist, und so eindringlich und ironisch die Szenen der Metamorphose inszeniert sind – RICKY (RICKY Trailer) ist am Ende nicht mehr als eine von vielen Stilübungen des cinéphilen Verwandlungskünstlers Francois Ozon. Man hat fast den Eindruck, dass sich Francois Ozon in der eitlen Manieriertheit eines Connaisseurs nur noch vor dem Spiegel der Filmgeschichte in Szene setzt."

14. Mai 2009 | RICKY • Kritik • Der Tagesspiegel

Furchtbar albern endet der Film für Kerstin Decker. "Es gibt eine sehr lustige, überraschende Stelle in diesem Film, und Kritiker, die solche Sachen verraten, sind gefährlich. Es existiert dafür nur eine Entschuldigung: Ärger! Ärger über den ganzen Rest von „Ricky“ – über den Hauptfilm also. Denn weder Vater noch Halbschwester sind schuld: Ricky bekommt Flügel! Kleine federlose Hühnerflügel zuerst. Die zum ersten Mal zu sehen, ist lustig. Ricky zum ersten Mal fliegen zu sehen auch. ... Das alles ist bald nur noch eins: furchtbar albern."

14. Mai 2009 | RICKY • Kritik • epd-film 05/2009

Der Regisseur ist immer für eine Überraschung gut, meint Marli Feldvoß. Er "hat mit Bedacht die triste soziale Umgebung magisch verfremdet, Betonblocks und den Kunstsee in Sonnenuntergänge getaucht und verklärt, trotzdem erzeugt der Zusammenprall von kruder Realität und unwirklicher Fiktion einen Reibungseffekt, der nicht aufgeht. Ozon erzählt seine Geschichte zwar absichtlich zu Ende bis zum Verlust des Babies, einer arrangierten Abschiedsszene und einem erneut sich wölbenden Mutterbauch, er kehrt vom Wunder wieder in die Realität zurück, trotzdem bleibt da eine Lücke, die sich einfach nicht schließen will."

14. Mai 2009 | RICKY • Kritik • Die Tageszeitung

So viele Fragen haben sich nach einem Film schon lange nicht mehr gestellt, meint Barbara Schweizerhof. "Als das Baby dann zum ersten Mal durchs Zimmer fliegt, ist das ein größerer Schock, als wenn Pierce Brosnan in MAMMA MIA! (MAMMA MIA! Trailer) zu singen anfängt. Danach kann man der Geschichte kaum mehr folgen, kann aus Fassungslosigkeit über den abrupten Sprung raus aus dem Sozialdrama hinein in - was eigentlich? Von da an gibt es nur noch Fragezeichen: Wie soll man das deuten? Und worum geht es überhaupt? Um verdeckten Missbrauch? Um die Umwege der Liebe? Um die Nöte und Hoffnungen der modernen Arbeiterfamilie?"

14. Mai 2009 | RICKY • Kritik • Frankfurter Rundschau

Katja Lüthge ist etwas unentschlossen. Sie möchte gern "unbedingt ein Loblied auf "Ricky" singen - das Wasser stand ihr am Ende des Films nicht unangenehm in den Augen -, aber ist es fast unmöglich, zu sagen warum, ohne den vielleicht noch nicht allen Lesern bekannten und wahrlich wundersamen Fortgang der Geschichte zu verraten. Denn so viel ist gewiss: Ricky ist ein ganz besonderes Kind, mit allen Schwierigkeiten, die so ein Abweichen von der Norm eben auch bedeuten kann."

14. Mai 2009 | RICKY • Kritik • Der Spiegel

Der Film fängt als graues Sozialdrama an, wird zur absurden Komödie und endet als verträumtes, melancholisches Märchen, schreibt Daniel Sander und passt sogar zusammen. "Aus der Tristesse-Studie wird eine überbordende, phantastische Komödie, lebensfroh und losgelöst, alles scheint doch noch gut zu werden für die geschundene Heldin. Besser hätte sie es sich selbst nicht vorstellen können, es sei denn, sie stellt sich tatsächlich alles nur vor. Francois Ozon reizt das Phantastische aus bis zur Farce, immer an der Grenze zur Albernheit, und verwandelt seinen Film zum Ende hin in ein melancholisches, zartbitteres Märchen."

08. Februar 2009 | RICKY • Kritik • Der Spiegel

Schwarze Märchenmagie hat Wolfgang Höbel ausgemacht. "Man kann Francois Ozons Film als Fantasie von Katies kleiner Tochter, als Nachtmahr einer strapazierten Mutter oder als Kritik an medialer Wundergeilheit lesen, besser wird RICKY (RICKY Trailer) dadurch nicht. Die Kühle, die das Konzeptkino dieses Regisseurs in SWIMMING POOL oder DIE ZEIT, DIE BLEIBT auszeichnete, ist diesmal stumpfe Kälte, die Darsteller sind einem herzlich egal, die Bilder vom flatternden Baby sorgten im Kino für viel ratloses Gepruste und Hohngelächter."

08. Februar 2009 | RICKY • Kritik • Die Zeit

Wundersam nennt Markus Zinsmaier den Film. "Man möchte jede einzelne fantastische Begebenheit dieser Geschichte glauben. Und sei es nur, um sich dem Gefühl hinzugeben, dass die Utopie "Familie", die Ozon zum Schluss von RICKY (RICKY Trailer) zur Musik von Cat Power heraufbeschwört, Realität ist. ... Francois Ozon, der Stilist unter den französischen Filmemachern, macht, was er am Besten kann: Eine Stimmung in klaren Bildern zu skizzieren. Unmerklich schiebt sich etwas Bedrohliches in die Familienidylle."

08. Februar 2009 | RICKY • Kritik • perlentaucher.de

Für Ekkehard Knörer ist der Film ein "Witz, und in jeder Hinsicht ein schlechter. Probleme, die man durchaus Ernst nehmen kann - Eifersucht zwischen Geschwistern, Misstrauen zwischen Partnern, der Umgang mit dem Monströsen bzw. einem Wunder -, nimmt er leicht. Aber wie oft bei Francois Ozon ist das keine Leichtigkeit, hinter der sich in irgendeiner Weise Lebensweisheit verbirgt. Es ist die reine Oberfläche, die Geringschätzung seines Gegenstands und seiner Figuren. Aus einer dünnen Kurzfilmidee macht er ein Film-Souffle. Je genauer man drüber nachdenkt, desto bitterer schmeckt es."

07. Februar 2009 | RICKY • Kritik • Berliner Zeitung

Carmen Böker findet den Film im höchsten Maße bescheuert. Der Regisseur "begegnet der im Kino nicht eben raren Thematik nicht mit übersinnlichem Schmus, sondern prächtigem Pragmatismus; esoterische Anflüge zähmt er mit Sarkasmus. So klärt er endlich darüber auf, wie solch ein Engel erster Ordnung (einer, der sich seine Flügel nicht erst verdienen muss) fliegen lernt: genauso mühselig wie ein Vogeljunges."

07. Februar 2009 | RICKY • Kritik • Der Tagesspiegel

Die fast wissenschaftliche Akribie, mit der der Filmemacher Rickys Abnormität zeigt, sowie der große Ernst, den Alexandra Lamy ihrer Rolle gibt, tragen die Geschichte für Christina Tilmann über jeden Zweifel. "Es ist eine geniale Metapher, die Francois Ozon mit seinem – einer Erzählung von Rose Tremain entlehnten – Bild eines fliegenden Babys gefunden hat. Im Gewand eines fantastischen Films geht es sehr konkret um Behinderung und Andersartigkeit, um Kindstod, Trauer und psychische Störung. Und einen Neubeginn des Lebens, mit einem schönen, himmlisch schwebenden Schluss."

07. Februar 2009 | RICKY • Kritik • Der Standard

Isabella Reicher ist etwas unsicher. "Francois Ozon hat dem Film einen leichten Dreh ins Unheimliche gegeben: RICKY (RICKY Trailer) könnte ein Thriller werden. Die Spannung löst sich allerdings auf andere Weise. Nun hat der Film eine richtige Attraktion. Eine entscheidende Szene nimmt passenderweise in einer Spielwarenabteilung ihren Anfang. Kurz nachher hat der Regisseur an seinem eigenen Spielzeug das Interesse verloren und begnügt mit einem Rückgriff auf tradierte Bilder."

07. Februar 2009 | RICKY • Kritik • kino-zeit.de

Laut Joachim Kurz sind "die Interpretationen für diesen Film, der sich vom düster-finsteren Sozialdrama in eine zunehmend absurder werdende Geschichte um Behinderung, Andersartigkeit, Abschied und (vielleicht) Tod wandelt, vielfältig. Und keine davon ist wirklich zwingend, zumal Francois Ozon einige der ausgelegten Fährten nicht auflöst und so einiges im Unklaren bleibt. Vielleicht war alles, wie es das Schlussbild andeutet, ja nur ein Traum. Im Kino jedenfalls wachsen der Fantasie manchmal Flügel – und so mancher Absturz ist damit – wie in diesem Falle – quasi einprogrammiert.

01. Februar 2009 | RICKY • Kritik • Berlinale.de

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