| Regie | Adrián Biniez |
| Kinostart | 01.10.2009 |
Birte Lüdeking lobt den Film. "Ruhige, überwiegend statische Kameraeinstellungen, ein langsamer Erzählrhythmus und die präzise Zeichnung der Hauptfigur ordnen Gigante (
) dagegen eher einer Charakterstudie zu, die die Obsession des Protagonisten gleichermaßen als Variante von Liebe und als Ausdruck von Unsicherheit versteht und sie nicht zum Fall für Psychiater und Polizei erklärt. Eine der größten Stärken von Adrián Biniez’ Debüt ist es, dass es verschiedene Genres und Stimmungen vereint, ohne überladen oder angestrengt zu wirken, und bis zum Schluss unvorhersehbar bleibt."
Carmen Böker sah eine köstlich lakonische Komödie. Der Regisseur baut seinen Film "um einen Brocken von Mann herum, der anfangs genauso steinern wie schüchtern ist - und sich auf das Rührendste erweichen lässt von der Liebe. Adrián Biniez erfindet fabelhaft komische, trocken instrumentierte Bewährungsproben."
Das kleine, aber feine Regie-Debüt hat Christiane Peitz überzeugt. "Die knappen Dialoge beim Kantinenessen der Supermarkt-Angestellten. Das Knacken der Halswirbel, als Jara einem Kollegen vom Sicherheitsdienst mit chiropraktischem Kunstgriff den verspannten Nacken lockert. Die Stummfilm-Szenen auf den Monitoren, wenn die Azubis sich mal wieder balgen, wenn die Putzkolonne mit ihren Putzeimerwägelchen ausschwärmt oder Jara bei den kleinen Diebstählen der Putzfrauen ein Auge zudrückt (weil er lieber weiter Kreuzworträtsel löst). ... Von solchen kurzen, komischen Momenten lebt GIGANTE (
). Und von der Geduld, mit der der 34-jährige, aus Argentinien stammende Musiker und Regisseur die Liebesgeschichte von Jara und Julia entfaltet."
Dietmar Kammerer hätte dann doch etwas mehr erwartet. "Das macht der Film nicht ohne Charme - aber er vergibt die Möglichkeiten auf eine komplexere Thematik, die er in seiner ersten Hälfte angesammelt hat. Dass ein Teil der Belegschaft in Streik tritt, weil mehreren Mitarbeitern gekündigt wurde, wird im Film nicht politisch, sondern lediglich auf der Ebene einer persönlichen Fehde verhandelt. Weil Julia unter denen ist, die an die Luft gesetzt werden, bekommt Jara einen Wutausbruch und verprügelt den Abteilungsleiter. GIGANTE (
) hat einige Momente einer solchen körperbetonten Slapstickkomik: als wolle der Film den Umstand, dass über die sogenannten Sicherheitstechniken, über Kameras und Walkie-Talkies, nur distanziert kommuniziert wird, wieder ausgleichen."
Lars-Olav Beier ist durchaus angetan von dem Film. "Mit vielen pfiffigen Einfällen und bezwingend lakonischem Humor erzählt Adrián Biniez von den großen Gefühlen kleiner Leute. Von Festivaldirektor Dieter Kosslick auf den 9-Uhr-Termin gelegt, der für die Presse seit Jahren eher filmische Zumutungen bereithält, wurde GIGANTE (
) von den überraschten Journalisten begeistert beklatscht."
Datenblatt des Films.