Film-Zeit auf  Film-Zeit bei Facebook   Film-Zeit auf Twitter

ELLY

ELLY

Regie Asghar Farhadi
Kinostart 06.01.2010
Genre Drama

Kritiken • ELLY

07. Januar 2011 | ELLY • Kritik • negativ-film.de Partner von film-zeit

Ein wenig irritierend ist für Ciprian David "die minutiöse Vorgehensweise in der Erzeugung der Dramaturgie. Fast mechanisch wirkt der Film in dieser Hinsicht, in seinem fortwährenden Beibehalten zweier nebeneinander existierende dramaturgische Fäden. So wird im ersten Teil im Vordergrund die Romanze aufgebaut, während im Hintergrund über kurze Einstellungen oder Inszenierung im Bildhintergrund zunächst auf das mögliche Ertrinken der Kinder aufmerksam gemacht wird, dann über Obskurität und metaphorische Verweise in den Dialogen auf Ellys mögliches Verschwinden vorausgedeutet wird."

06. Januar 2011 | ELLY • Kritik • kultiversum

Oliver Heilwagen stellt fest: "Der Iran einmal nicht als Jammertal voller Unterdrückung und Hass, sondern als Heimat großstädtischer Mittelklasse-Menschen: Allein dieser Ansatz macht ELLY (ELLY Trailer) sehenswert. Zumal Regisseur Ashgar Farhadi alle Schablonen beiseite lässt und seine Schar sehr differenziert zeichnet: Ihre weltläufige Lässigkeit bei der Anreise, ihre unbeschwerte Lebenslust am ersten Abend und die allmähliche Verdüsterung der Atmosphäre, als Probleme auftauchen."

05. Januar 2011 | ELLY • Kritik • Die Tageszeitung

Asghar Farhadi ringt laut Andreas Busche "sichtlich um gesellschaftliche Relevanz, was seinen Film einerseits zugute kommt, weil es den Blick für die soziale Konditionierung schärft. Er schildert, wie eine vermeintlich weltoffene Gemeinschaft im Ausnahmezustand wieder in vormodernen Strukturen zurückfällt. Andererseits ist es schade zu sehen, wie ELLY (ELLY Trailer) allmählich an Offenheit und Drive verliert. Man würde Farhadis Figuren gerne länger beim zwanglosen Miteinander zusehen, in ihr soziales Spannungsfeld eintauchen, wie es Asghar Farhadi in der ersten halben Stunde so phänomenal gelingt."

01. Februar 2010 | ELLY • Kritik • Alles über Elly

Überblick zum Film auf moviepilot.de

09. Februar 2009 | ELLY • Kritik • Berliner Zeitung

Es liegt für Jens Balzer daher nahe, den Film auch als politisch gemeinten Film zu betrachten. "Bei dem Versuch, das Verschwinden und die sich anbahnende Katastrophe zu bewältigen und zu verstehen, verstrickt sich die anfangs so heitere Reisegesellschaft in Lügen, Streit und schlechter Laune. Unter der modernen Fassade treten Kälte, Borniertheit und atavistische Ehrbegriffe zu Tage; keiner von den Beteiligten scheint in der Lage, ehrlich und aufrichtig zu reden."

09. Februar 2009 | ELLY • Kritik • kino-zeit.de

Ein dichtes, manchmal aber etwas zähes Beinahe-Kammerspiel, sah Joachim Kurz. "Regisseur Asghar Farhadi will den Film zwar – vielleicht auch aus Schutz vor möglichen Zensurmaßnahmen – nicht als Bestandsaufnahme der iranischen Gesellschaft verstanden wissen. Doch die rigiden Moralvorstellungen, die sehr subtil immer wieder an die Oberfläche drängen, und die Selbstverständlichkeit, mit der Frauen im Extremfall für alles verantwortlich gemacht werden, spricht Bände und zeichnet sehr wohl ein stimmiges Bild des Iran als zutiefst gespaltenes Land zwischen Tradition und westlichem Lebensstil."

08. Februar 2009 | ELLY • Kritik • Der Spiegel

Es ist laut Wolfgang Höbel "ein bisschen langatmig, wie ELLY (ELLY Trailer) nun ein paar Lebenslügen der Titelheldin aufdeckt, wie man der Feriengesellschaft beim Schreien, Weinen und moralisch Daherwispern zuschauen muss. Man versteht nicht ganz, welche merkwürdigen Maßstäbe für weibliche Untadeligkeit in der von Mullahs überwachten iranischen Gesellschaft gelten und ob der Regisseur diese Maßstäbe nun kritisiert oder gutheißt; aber man sieht und spürt die Qual der plötzlich gar nicht mehr so schönen Menschen, die sich mit kleinen und großen Lügen das Leben zur Hölle machen."

08. Februar 2009 | ELLY • Kritik • Der Tagesspiegel

Jan Schulz-Ojala macht die gewaltigen Themen Wahrheit und Lüge, Schuld und Scham aus. "Ein Urlaubsfilm offenbar, Zelte unter Bäumen, großfamiliäre Picknicks neben dem Station Wagon oder dem gepflegten knallroten BMW, Sonne und Meer. Nein, der Iran, das scheinen uns diese Bilder zu sagen, ist nicht nur Düsterschlagzeile, Erdöl, Ahmadinedschad, dumpfer islamischer Fundamentalismus, der zudem im Kino als geografische Entsprechung offenbar nur die immerselben kargen Bergwüsten zulässt. Nein, hier ist Moderne, nur anderswo. ... Fast wie ein früher Dogma-Film, so schmucklos energisch verfolgt er sein Drama, kommt ELLY (ELLY Trailer) daher, und gerade so düster geht er aus. Modern ist diese Gesellschaft nur zum Schein."

08. Februar 2009 | ELLY • Kritik • perlentaucher.de

Ekkehard Knörer ist enttäuscht. "Mehr als ein "well made play" ist das nicht. Das Verschwinden und Verschwundenbleiben von Elly fungiert dramaturgisch als Spannungseffekt, aber auf Dauer nimmt man gerade diesen gekonnten Einsatz der Mittel doch etwas übel. Zumal sich das Karussell der aufbrechenden Konflikte und Leidenschaften doch insgesamt eher gemächlich dreht. Und am Ende, wenn die Mittel erschöpft sind, ist man's als Zuschauer auch."

08. Februar 2009 | ELLY • Kritik • Die Zeit

Konzentriert und stilsicher nennt Markus Zinsmaier den Film. "Mit Ellys Verschwinden verliert auch der Film an Farbe, nicht aber an Intensität. Erst nach und nach werden die einzelnen Facetten der Geschichte sichtbar: Die lebenslustige Sepideh (Golshifteh Farahani) hat die Kindergärtnerin als potenzielle Heiratskandidatin für einen Studienkollegen ihres Mannes eingeladen."

01. Februar 2009 | ELLY • Kritik • Berlinale

Datenblatt des Films.

Weitere Filme, die euch interessieren könnten

Aktueller Stand der Datenbank:
18738 Filme,
72604 Personen,
6594 Trailer,
873 Biographien,
54 Themen & Listen
all: 0,86085