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DIE GRÄFIN

DIE GRÄFIN

Regie Julie Delpy
Kinostart 25.06.2009

Kritiken • DIE GRÄFIN

01. Juni 2009 | DIE GRÄFIN • Kritik • critic.de Partner von film-zeit

Thorsten Funke ist etwas enttäuscht. Julie Delpy, " die auch das Drehbuch und die Musik geschrieben hat, stellt weder die intellektuelle Verbindung zu heutigem Schönheitskult in den Mittelpunkt, noch überlässt sie den Genre-Elementen die Leitung. Das macht ihren Film zu einer Melange, in der sie dem Grusel nicht vertraut, das Historiendrama nur steif zu inszenieren weiß und die zu Beginn doch so strikt gebündelten Metaphern aus den Augen verliert. Es scheint, als fehlte der Regisseurin auf diesem fremden Gelände, ohne den gewohnten jugendlichen Drang als Triebkraft des Erzählens, der rechte rote Faden."

26. Juni 2009 | DIE GRÄFIN • Kritik • Berliner Zeitung

Ausgesprochen blutig und seltsam findet Carmen Böker den Film. Die Regisseurin wollte kein "kitschy horror movie", "sondern eine griechische Tragödie um Liebe und Tod. Nun geben allerdings erstens die leicht trashigen, dabei aber immer noch recht geschmackvollen Schauermär-Elemente (und ewig heulen die Wölfe unterhalb der schroffen Burgzinnen) dem Film erst die rechte, amüsant spukige Schrägheit. Und zweitens ist ausgerechnet die Liebe in alle Ewigkeit eine Schwachstelle dieses schön ausgestatteten und an sich stimmig besetzten Films: Daniel Brühl erweist sich in der Rolle von Erzebets Geliebten Istvan Thurzo lediglich als braver Sekundant."

26. Juni 2009 | DIE GRÄFIN • Kritik • Der Tagesspiegel

Etwas blutarm findet Christiane Peitz die ganze Sache. "Julie Delpy mischt Fakten und Fiktion, ihre Protagonisten sagen schlaue Sätze über die Natur des Alterns, aber ihre Bilder als Antwort auf all die letzten Fragen nach Liebe, Gewalt und Todesangst bleiben flach. Wechseln von Naturtönen ins Graue, zeigen die immergleichen fahlen Gesichter, flackernden Kerzenschein, düsteres Gemäuer. DIE GRÄFIN (DIE GRÄFIN Trailer) bleibt ein Konstrukt: ein schwacher Versuch über Draculas blutarme Schwester."

26. Juni 2009 | DIE GRÄFIN • Kritik • Frankfurter Rundschau

Heike Kühn ist komplett enttäuscht: Sie sah große Namen in einem enttäuschenden Film. "Weder versteht man, warum die selbstbeherrschte Erzébet sich von einem Fremden, den sie verachtet, ruckzuck auf die dunkle Seite des sexuellen Begehrens locken lässt, noch wo die Lust am Zuschlagen überhaupt herkommt: Den historisch überlieferten Sado-Maso-Anteil der als folterfreudig beschriebenen Edeldame hat Julie Delpy vorsichtshalber gestrichen. Ihre Gräfin ist zu schön, um zu wahr sein. Das Töten gegen Altersflecke übernimmt die Dienerschaft."

26. Juni 2009 | DIE GRÄFIN • Kritik • Neue Züricher Zeitung

Atmosphärisch nennt Alexandra Stäheli das Werk. "Wie die Gräfin dabei in ihrer Verzweiflung auf die kaum sichtbaren Falten fixiert bleibt und sich manisch an einer immer raffinierteren Methode zur Gewinnung frischen Bluts festklammert, das vermag Julie Delpy glaubhaft und ohne Pathos zu vermitteln; nur bleibt dabei bis zum Ende in der Schwebe, welche Story sie, die auch für das Drehbuch und die Komposition der Musik zeichnet, uns wirklich ans Herz legen möchte. Geht es um eine starke, selbstbewusste Frau, die durch Intrigen ihrer männlichen Umgebung entmachtet und zerstört wird? Oder um die verheerenden Auswirkungen eines auch heute grassierenden Jugendwahns?"

26. Juni 2009 | DIE GRÄFIN • Kritik • Die Tageszeitung

Das Schöne an dem Film ist laut Birgit Glombitza, "dass er all dieses Wissen um das barocke Leiden am Endlichen unaufdringlich mitschwingen lässt. In einem dezenten Helldunkel, einer reduzierten Ausstattung und auch in dem Gesicht seiner Hauptdarstellerin, das zu den widersprüchlichsten Projektionen einlädt. Deswegen ist schade, dass sich der Film dann doch nicht traut, den Wahn seiner Heldin anders zu deuten denn als private Passionsgeschichte."

16. Juni 2009 | DIE GRÄFIN • Kritik • film-dienst 13/2009

Jörg Gerle ist enttäuscht. "Das größte Problem ist jedoch Daniel Brühl als dessen schöner, aber schwacher Sohn Istvan: Sein Auftritt als Junker sieht verdächtig nach Karnevalsverkleidung aus und ermöglicht dem Zuschauer keinen wirklichen Zugang zu der Figur, die die ansonsten stimmige Szenerie durch ihre pure Anwesenheit platzen lässt. Hier gelingt es auch der Regisseurin nicht, glaubhaft zu vermitteln, was es denn an Istvan ist, das die starke Figur der Erzebet zerbrechen lässt. Das ist schade, denn prinzipiell ist Delpy mit dem "Nachtstück" aus dem archaischen Siebenbürgen ein nur selten expliziter Horrorfilm gelungen, dem besonders in den "Blutszenen" stark nachwirkende Bilder entspringen. Man darf gespannt sein, wohin die dunkle Seite Julie Delpys ihre Filmkarriere noch führen wird."

11. Februar 2009 | DIE GRÄFIN • Kritik • Die Tageszeitung

Ines Kappert findet, dass es dem Film an Radikalität mangelt. "Bleiben die Splatterszenen. Doch entgegen Julie Delpys Verheißung, hier würde Düsteres entfesselt: Die sind nun tatsächlich niedlich. Wer sich hier gruseln kann, dürfte noch nie einen "Tatort" gesehen haben."

10. Februar 2009 | DIE GRÄFIN • Kritik • Berliner Zeitung

Carmen Böker sah ein herrliches Schauermär, in dem das Blut spritzt, suppt und strömt und Leiber aufbrechen wie überreife Früchte. "Der Film ist bis in die Nebenrollen fabelhaft besetzt. Ihm gelingt es, auch den Gesichtern der Gegenwart einen authentisch historischen Look zu verleihen, der weder zu trashig noch zu opulent ausstattungsverliebt ist. Erzsébets Ratgeberin Darvulia wird von der wunderbaren Anamaria Marinca verkörpert, die gerade erst im Berlinale-Wettbewerb in STURM (STURM Trailer) zu sehen war; den sinistren Gefährten gibt Sebastian Blomberg sehr genüsslich. Anna Maria Mühe spielt die Magd Bertha, die das erste Opfer der Gräfin sein wird."

10. Februar 2009 | DIE GRÄFIN • Kritik • Der Tagesspiegel

"Julie Delpy verteidigt die Wahl: Sie habe kein "kitschy horror movie" drehen wollen, sondern eine Art griechische Tragödie von ewiger Liebe und Angst vor Alter und Tod. Ob die Geschichte einer Frau, die sich dank Intelligenz und Reichtum in einer Männer- und Kriegswelt behauptet, ein feministisches Statement sei, wird sie gefragt – und winkt ab: eher ein post-feministisches. Die Überzeugung, dass die Welt besser wäre, wenn Frauen sie bestimmen, mag sie nicht teilen."

02. Februar 2009 | DIE GRÄFIN • Kritik • Berlinale

Datenblatt der Berlinale.

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