DER KNOCHENMANN

film-zeit Film: DER KNOCHENMANN
Regie Wolfgang Murnberger
Kinostart 19.02.2009
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Inhalt • DER KNOCHENMANN

Horvath ist verschwunden. Die letzten Leasingraten für seinen Wagen sind nicht bezahlt worden. Und deshalb soll der jetzt ausfindig gemacht werden. Brenner übernimmt von seinem alten Freund Berti den lausigen Auf­trag und macht sich auf den langen Weg in die tiefe Provinz. Ein Nach­sende­antrag der Post führt ihn zu einem Imbissrestaurant, wo wöchentlich tausende Backhendl bis auf die Knochen abgenagt zurückbleiben. Die Über­­reste werden zu Knochenmehl zermahlen und dem Hühnerfutter zu­künftiger Backhendlgenerationen untergemischt. Als Brenner ankommt, überschlagen sich die Ereignisse...

Kritiken • DER KNOCHENMANN

19. Februar 2009 | Kritik •

Laut Philipp Bühler glänzt DER KNOCHENMANN (film-zeit Trailer: DER KNOCHENMANN) "durch großen bildlichen Witz, brillant-schlampige Dialoge und Charaktere aus Fleisch und Blut. ... Haas' sprachliche Opulenz etwa hat der deutsche Kameramann Peter von Haller in einen originären Stil verwandelt. Die Kamera ein bisschen angewinkelt, schon ist die Bergidylle völlig aus dem Lot. Unverkennbar auch die satten Farben, etwa bei einem volltrunkenen Maskenball, in dem man den blassen Brenner nicht lang suchen muss: Er ist der ohne Kostüm."

19. Februar 2009 | Kritik •

Josef Engels ist begeistert: "Hier stimmt eigentlich alles: Die präzise berechneten Bildkompositionen voller Schnee und Knochen. Die kleinen, peinlich genau eingesetzten Gruseleffekte. Die leisen Szenen voller ehrlicher Gefühle. Und nicht zuletzt natürlich das Humor-Timing. Da die Dialoge durchgehend so hervorragend sind (Wirt: "Hier gibt's für Sie nichts zu trinken." Brenner (ironisch): "Bei Ihnen ist der Kunde wirklich König." Wirt: "Das ist hier ja auch kein Gasthaus. Sondern ein Wirtshaus"), verzeiht man dem Film auch, dass er kein Ende finden mag."

19. Februar 2009 | Kritik •

Der sehr komplexe, sehr komplizierte Roman von Wolf Haas ist für den Film angenehm vereinfacht worden, lobt Fritz Göttler. "Die Liebe kommt ziemlich unaufgeregt daher, mit schöner Gleichgültigkeit, die mehr aufs Mechanische baut als aufs Exaltierte. Es wird halt auch gevögelt. Und die Kälte, die hier oft zu spüren ist, kommt nicht vom Schnee und vom Eis, sondern von innen. Am zärtlichsten ist, wie in jedem großen Horrorfilm, das Monster, der Löschenkohl. Man hat fast Mitleid mit ihm, wie ihn alle durch ihr dummes Verhalten zum Massakrieren und zum Leichenbeseitigen zwingen."

17. Februar 2009 | Kritik •

Überraschenderweise zählt für Michael Kienzl "gerade jener Erzählstrang, der in Krimis meist reichlich konstruiert und aufgesetzt wirkt, im Knochenmann dank seiner beiden großartigen Schauspieler zu den Höhepunkten. Auf die slowakischen Zuhälter, die nicht mehr als dümmliche Klischees darstellen und für den weniger subtilen Humor des Films stehen, hätte man hingegen verzichten können. Dafür gelingt es dem Film am Ende noch auf eine für das Genre erstaunlich sensiblen Weise eine Transgender-Thematik einzubeziehen, ohne sie auf ihre Funktion als dramaturgischen Überraschungseffekt zu beschränken."

13. Februar 2009 | Kritik •

Fressen und Gefressen werden, heißt es hier laut Thomas Abeltshauser. "Wo die ersten Teile KOMM, SÜSSER TOD und vor allem SILENTIUM bitterböse Satiren auf Wien und Salzburg waren, dreht DER KNOCHENMANN (film-zeit Trailer: DER KNOCHENMANN) das Genre durch den Fleischwolf, ist Krimi, Heimathorror- und Liebesfilm in einem und die Rezeptur geht sogar auf. Sicher nichts für schwache Mägen also, aber ein Schmankerl für Genießer des österreichischen, schwarzen Humors mit derben Dialogen vom Feinsten."

09. Februar 2009 | Kritik •

Bei Nadine Lange blitzen Erinnerungen an FARGO auf. "Genüsslich schlachtet Wolfgang Murnberger die Reize von Koch- und Fleischertätigkeiten aus, wobei er den Löschenkohl langsam zu einem echten Grusel-Monstrum aufbaut. Josef Bierbichler ist für diesen mit stumpfer Konsequenz immer brutaler werdenden Wirt schon durch seine imposante Statur die optimale Besetzung. Brenner hingegen bleibt erstaunlich lange von der Bildfläche verschwunden, erst zum großen Hackebeil-Finale in den Katakomben der Gaststätte trumpft er wieder auf. Eher zufällig gewinnt er letztlich gegen einen übermächtigen Gegner. Nur mit der Liebe, das bleibt schwierig für den Brenner."

09. Februar 2009 | Kritik •

Jede Szene ist eine zweischneidige Sache, sie lässt einen aufheulen und auflachen zugleich - manchmal rührt sie außerdem noch zu Tränen, lobt Max Obexer. "Die wunderbaren Grotesken, die aus der massenhaften Gleichzeitigkeit des Ungleichen hervorschießen, lassen alles Unerträgliche ein wenig auffliegen. Und dass alles ein wenig unerträglich ist, daran lässt der Film keinen Zweifel. ... Nichts steht für sich allein da, sondern greift ineinander über und läuft doch unbehelligt nebeneinander her. Und so doppelbödig jedes Bild durch einen rasanten Schnitt seinen Gegenpart erfährt, so doppelzüngig schön sind auch die Dialoge."

06. Februar 2009 | Kritik •

Erfreulich finden es Joachim Kurz und Michael Spiegel, wie die Filmemacher "lediglich Motive und einzelne Elemente der literarischen Vorlage übernehmen und daraus etwas vollkommen Neues formen, das trotzdem in jeder Szene, jeder Einstellung den lässig-makaber-morbiden Ösi-Charme der Romane atmet. Familiäre Händel und gebackene Hendl, Kulinarisches und Kannibalistisches, Blut und Schnee, die treibenden Beats der fulminanten Sofa Surfers und Haders immer leicht verkatert und dementsprechend verlangsamt wirkendes Gesicht, Liebe, Triebe und Hiebe – die Mixtur ist krude, gewagt und gelungen. Mit schönen Grüßen an den Quentin, den Joel und den Ethan: DER KNOCHENMANN (film-zeit Trailer: DER KNOCHENMANN) ist schwerstens kultverdächtig. Oder auch einfach: Leiwand, Oida!"

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