| Regie | Wolfgang Murnberger |
| Kinostart | 19.02.2009 |
Laut Philipp Bühler glänzt DER KNOCHENMANN (
) "durch großen bildlichen Witz, brillant-schlampige Dialoge und Charaktere aus Fleisch und Blut. ... Haas' sprachliche Opulenz etwa hat der deutsche Kameramann
Überraschenderweise zählt für Michael Kienzl "gerade jener Erzählstrang, der in Krimis meist reichlich konstruiert und aufgesetzt wirkt, im Knochenmann dank seiner beiden großartigen Schauspieler zu den Höhepunkten. Auf die slowakischen Zuhälter, die nicht mehr als dümmliche Klischees darstellen und für den weniger subtilen Humor des Films stehen, hätte man hingegen verzichten können. Dafür gelingt es dem Film am Ende noch auf eine für das Genre erstaunlich sensiblen Weise eine Transgender-Thematik einzubeziehen, ohne sie auf ihre Funktion als dramaturgischen Überraschungseffekt zu beschränken."
Bei Nadine Lange blitzen Erinnerungen an FARGO auf. "Genüsslich schlachtet Wolfgang Murnberger die Reize von Koch- und Fleischertätigkeiten aus, wobei er den Löschenkohl langsam zu einem echten Grusel-Monstrum aufbaut. Josef Bierbichler ist für diesen mit stumpfer Konsequenz immer brutaler werdenden Wirt schon durch seine imposante Statur die optimale Besetzung. Brenner hingegen bleibt erstaunlich lange von der Bildfläche verschwunden, erst zum großen Hackebeil-Finale in den Katakomben der Gaststätte trumpft er wieder auf. Eher zufällig gewinnt er letztlich gegen einen übermächtigen Gegner. Nur mit der Liebe, das bleibt schwierig für den Brenner."
Jede Szene ist eine zweischneidige Sache, sie lässt einen aufheulen und auflachen zugleich - manchmal rührt sie außerdem noch zu Tränen, lobt Max Obexer. "Die wunderbaren Grotesken, die aus der massenhaften Gleichzeitigkeit des Ungleichen hervorschießen, lassen alles Unerträgliche ein wenig auffliegen. Und dass alles ein wenig unerträglich ist, daran lässt der Film keinen Zweifel. ... Nichts steht für sich allein da, sondern greift ineinander über und läuft doch unbehelligt nebeneinander her. Und so doppelbödig jedes Bild durch einen rasanten Schnitt seinen Gegenpart erfährt, so doppelzüngig schön sind auch die Dialoge."
Erfreulich finden es Joachim Kurz und Michael Spiegel, wie die Filmemacher "lediglich Motive und einzelne Elemente der literarischen Vorlage übernehmen und daraus etwas vollkommen Neues formen, das trotzdem in jeder Szene, jeder Einstellung den lässig-makaber-morbiden Ösi-Charme der Romane atmet. Familiäre Händel und gebackene Hendl, Kulinarisches und Kannibalistisches, Blut und Schnee, die treibenden Beats der fulminanten Sofa Surfers und Haders immer leicht verkatert und dementsprechend verlangsamt wirkendes Gesicht, Liebe, Triebe und Hiebe – die Mixtur ist krude, gewagt und gelungen. Mit schönen Grüßen an den Quentin, den Joel und den Ethan: DER KNOCHENMANN (
) ist schwerstens kultverdächtig. Oder auch einfach: Leiwand, Oida!"