| Regie | Catherine Hardwicke |
| Kinostart | 15.01.2009 |
Bella Swan war schon immer ein wenig anders als ihre Mitschüler. Als ihre Mutter erneut heiratet, zieht sie zu ihrem Vater nach Forks, einer Kleinstadt im Staat Washington. Ihre Erwartungen an ihr neues Leben sind gering, doch dann begegnet sie in der Schule dem geheimnisvollen Edward. Die beiden fühlen sich magisch zueinander hingezogen, doch etwas steht einer normalen Beziehung der beiden im Weg: Edward ist ein Vampir...
Beißend romantisch findet Matthias Schmidt den Film. "Einen spannenden Vampirthriller zu drehen ist offenbar einfacher, als eine atemberaubende, zurückhaltende Liebesgeschichte in Bilder zu übersetzen. Dennoch, Mädchen, geht ruhig ins Kino. Ihr werdet einen gut gemachten Film sehen, schöne Menschen und Landschaften, eine ungewöhnliche Geschichte. Einen aber werdet Ihr dort nicht finden: den Edward aus Euren Träumen. Den gibt es nur in Eurer Fantasie."
Tanja Rest porträtiert Teenie-Idol Robert Pattinson.
Die reaktionäre Tendenz des Romans wurde laut Peter Uehling nicht angetastet. "Viel mehr als eine hübsch anzusehende, in grünliche Moderfarben getauchte Illustration von Meyers unterleibsloser Fantasy-Schmonzette ist der Film leider nicht geworden. Kristen Stewart ist immerhin eine herbere Isabella als das peinlich unterwürfige Buchgeschöpf, und Robert Pattinson ist als Edward ein eher melancholischer als in der Herrlichkeit seiner Talente strahlender Typ."
Eine fantastische Pubertätsromanze sah Christina Tilmann. Es ist "überraschend ein richtig guter Film geworden. Die Regisseurin, die 2003 mit DREIZEHN einen harten Pubertätsfilm und mit ES BEGAB SICH ABER ZU DER ZEIT ... einen Film über die unbefleckte Empfängnis vorgelegt hat, ist für ihren Stoff prädestiniert und findet für TWILIGHT - BISS ZUM MORGENGRAUEN (
) magische, rätselhafte, romantische Bilder einer geheimnisvoll nebelverhangenen Welt. Ein Märchenwald, ein unschuldiges Reh, und dann ein Wolf, der es durchs Unterholz hetzt, bis eine rettende Hand eingreift: schon im Vorspann sind die Märchenmotive von Bambi bis Rotkäppchen angespielt."
Verführerisch findet Ekkehard Knörer die ganze Sache weniger. Die Regisseurin "bemüht sich immer mal wieder, der Geschichte visuell einen Kick zu geben, den sie ganz programmatisch nicht hat. Der treuherzige Versuch, die blutigen Küsse des Genres auf Kuschel- und Blümchensex umzuschalten, produziert selbst in den Actionszenen noch lahmen und erzkonservativen Tugendterror ohne Biss. Freuen dürfen sich darüber nur diejenigen, die schon immer aufs evangelikale Coming-out des bisher stets noch angstlüsternen Vampir-Genres gewartet haben."
Vampire sind auch nicht mehr das, was sie mal waren, stellt Eberhard von Elterlein fest. "In schwelgerischen Bildern vereint Catherine Hardwickes Regie zarte Liebesromanze, edel gefilmtes Vampirmärchen und ein Stück weit amerikanische Sozialstudie. Sie hat jenen Mut zum sympathischen Schwulst, der Meyers Büchern abgeht, bewegt sich in ihrem Erzählton immer ein märchenhaftes Stück über der Wirklichkeit und holt die Zuschauer letztendlich dort ab, wo die HARRY POTTER-Filme aufhören - in der Pubertät, in der ein nicht blutsaugender, kultivierter Vampir - in der Verkleidung eines Fantasy-Märchens - ein äußerst willkommenes Plädoyer für sexuelle Enthaltsamkeit hält, die gegenwärtig in den USA propagiert wird."
Michael Kohler glaubt nicht, dass sich viele Jungs den Film ansehen. "Schon Stephenie Meyers gleichnamige Buchvorlage ist ein geschlechtsspezifisches Phänomen wie Pferdestriegeln oder Tokio Hotel, und die Regisseurin wäre schön blöd gewesen, etwas daran zu ändern. So dreht sich auch bei ihr trotz einer überirdisch-mörderischen Nebenhandlung alles um die erste Liebe und natürlich ist das Ganze ebenfalls auf die Altersstufe der Pre-Teens zugeschnitten. Über Sex wird nicht geredet, geschweige denn, dass er auch nur ansatzweise zu sehen wäre."
Wieland Freund hat mit Autorin Stephenie Meyer und den schlimmen Sex vor der Ehe gesprochen.
Großartig nennt Harald Peters die Verfilmung und lobt besonders Regisseurin Catherine Hardwicke. "Die Sorgen und Nöte verliebter Vampire sind ihr offenbar nicht fremd. Im Unterschied zu den HARRY POTTER-Filmen benehmen, kleiden, sprechen und bewegen sich die Teenager tatsächlich wie Teenager. Ihr gelingt sogar das Kunststück, die heillos romantischen Bedürfnisse der kitschverliebten "Twilight"-Leserschaft zu bedienen und gleichzeitig den Kitsch derart zu überhöhen, dass TWILIGHT - BISS ZUM MORGENGRAUEN (
) auch mit nüchternerem Blick überaus unterhaltsam ist. Stets inszeniert Catherine Hardwicke den Film immer auch als Gegenteil dessen, was er eigentlich vorgibt zu sein. Man kann ihn sehr ernst und dramatisch finden, aber auch anrührend und unfassbar komisch."
Mit intakten Jungfernhäutchen hat Regisseurin Catherine Hardwicke Erfahrung, meint Thorsten Funke: In TWILIGHT - BISS ZUM MORGENGRAUEN (
) nähert sich die Regisseurin "der Boys- und Girls-Welt mit dem Gespür fürs Wesentliche. Sie verfolgt die schüchternen Blicke zwischen den Liebenden, und sie entdeckt in den gestanzten Nebenfiguren herkömmlicher Highschool-Geschichten wenigstens etwas Individualität. Kristen Stewart als Bella, auch sie fahler geschminkt als die "normalen" Kids, gewinnt dem zugleich sehnsüchtigen und versperrten Charakter ihrer Figur einige Intensität ab ... Filmpartner Robert Pattinson wiederum ist bereits zum Mädchenschwarm geworden: Ein netter Vampir (sprich: ein netter Junge), wo gibt es so etwas im wirklichen Leben einer Dreizehnjährigen schon?"
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