DIE PERLMUTTERFARBE

film-zeit Film: DIE PERLMUTTERFARBE
Regie Marcus H. Rosenmüller
Kinostart 08.01.2009
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Inhalt • DIE PERLMUTTERFARBE

Der Schüler Alexander würde so gern den großen Malwettbewerb seiner Schule gewinnen, um seiner Mitschülerin Lotte zu imponieren, in die er verliebt ist. Als der Zufall ihm Maulwurfs neueste Erfindung, die Perlmutterfarbe, in die Hände spielt, gerät Alexanders Leben aus den Fugen. In der Klasse wird fieberhaft nach dem Dieb gefahndet, aber statt mit der Wahrheit herauszurücken, greift Alexander zu einer Notlüge...

Kritiken • DIE PERLMUTTERFARBE

09. Januar 2009 | Kritik •

Schwache Heimatwürze ist der Film für Jenny Hoch. "Was Marcus H. Rosenmüller wirklich gut kann, ist, sich in die naive und oftmals verzerrte Erlebniswelt von Kindern hineinzuversetzen. Die Erwachsenen wirken darin alle so irreal wie gepuderte Zombies und an sich harmlose Probleme und Verfehlungen drücken auf die kindlichen Seelen wie schreckliche Albträume. Auch findet er an einigen Stellen wie nebenbei eindrückliche Bilder für den aufkeimenden Nationalsozialismus und dessen Verführungskraft: Es werden Bücher verbrannt, die Hände zum Gruß erhoben und Andersdenkende verunglimpft."

08. Januar 2009 | Kritik •

Als sehr unkompliziert bezeichnet Susan Vahabzadeh den Film. "Das ist alles ganz schön, vor allem dann, wenn es rühren will ... Und doch: Vom Sitz reißt einen der Film, als Ganzes, nicht. Dazu ist die Geschichte doch nicht komplex genug erzählt, sind vor allem die Gags zu offensichtlich der Abteilung für Schenkelklopfer entliehen. Wenn er schon Josef Hader engagiert, sollte dann nicht auch alles wie Josef Hader sein? Marcus H. Rosenmüllers Dörfler sind auf die Dauer einfach zu betulich, zumal er sie ja in Scharen über die Leinwand hetzt."

08. Januar 2009 | Kritik •

Für Julia Teichmann versteht es der Regisseur nicht wirklich, sich in kindliche Gemüter einzufühlen. "Der Autor Marcus H. Rosenmüller scheint talentierter zu sein als der Regisseur; die Dialoge sind meist lebensnah und originell, während Regieeinfälle und Auflösung manchmal ein wenig zu hektisch, zu verspielt sind: Gern wird herangezoomt, die Kamera bewegt sich schnell, statt einfach mal ein Bild, ein Gesicht stehen zu lassen - was der nostalgische Look des Films eigentlich nahe legt."

08. Januar 2009 | Kritik •

Barbara Schweizerhof findet es klug, dass der Regisseur weise darauf verzichtet, "den zeitlichen Kontext durch Hakenkreuze zu betonen. Hitler taucht nur einmal kurz auf: als gezeichnetes Porträt auf einem zunächst verdeckten Kalenderblatt, das ein ahnungsvoller Wind für einen Moment entblößt. Die zeitliche Unschärfe bei gleichzeitiger Genauigkeit im bayerischen Lokalkolorit und der konzentrierten Wahrhaftigkeit seiner Darsteller machen den Film spannend und aktuell."

01. Januar 2009 | Kritik •

Katrin Hoffmann fühlte sich an verschiedene andere Filme erinnert. "Marcus H. Rosenmüller gelingt es erneut, einen ganz eigenen, authentischen Kosmos zu kreieren, der von seiner charakteristischen Handschrift geprägt ist. Nicht nur die Höllenqualen, die Alexander physisch wie psychisch durchlebt, sind uns schon aus WER FRÜHER STIRBT, IST LÄNGER TOT bekannt, sondern auch die Konzentration auf die bayerische Kultur und Sprache, die von einem erfrischenden Selbstbewusstsein zeugt. Unverhohlen sind hier Anleihen beim Fliegenden Klassenzimmer gemacht, es gibt aber auch Referenzen etwa an FARGO, wenn in einer endlosen Schneelandschaft, aus großer Höhe gefilmt, nur ein einziger Mensch dunkle Spuren im winterlichen Weiß hinterlässt, bevor er zusammenbricht."

01. Januar 2009 | Kritik •

Horst Peter Koll lobt den Film. "Das Reizvolle daran ist, wie Marcus H. Rosenmüller im guten Sinne "bedenkenlos" Spielerisches und Ernsthaftes, Analytisches und Emotionales, Komisches und Bedrohliches zu verbinden weißt, um den literarisch in die Jahre gekommenen, thematisch aber ungebrochen wichtigen Roman zu adaptieren, der – wie Kästner – in den Kindern künftige Erwachsene sieht, die die gerufenen Geister wieder los werden müssen. Das mag inszenatorisch nicht ganz so kraftvoll sein, ist aber immer noch souverän – und differenziert, auch und gerade im Umgang mit dem Begriff "Wahrheit", der allzu leicht missbraucht werden kann."

30. Dezember 2008 | Kritik •

Die Geschichte um Freundschaft und Verrat, Schuld und Mitläufertum und um die weit reichenden Folgen einer Notlüge möchte Alt und Jung ansprechen, stellt Margret Köhler fest. "Mit Liebe zum Detail vor allem in Ausstattung und Kostümen entsteht das Bild einer fernen und fremden Kindheit, die trotz aller Unterschiede zur Gegenwart von ähnlichen Sehnsüchten und Ängsten geprägt ist, wenn auch manches sehr nostalgisch oder gar antiquiert wirkt. Auch wenn heute Handy und Games dominieren, gibt es trotzdem noch Schneeballschlachten und Mutproben, bauen Kids heute ebenfalls "Mist" und lassen sich gerne durch das unbekannte Kribbeln im Bauch beim Anblick der Mitschülerin irritieren. Wer will kann auch Hinweise auf den beginnenden Nationalsozialismus erkennen."

30. Dezember 2008 | Kritik •

Michael Meyns benennt eine Ebene des vielschichtigen Films: Das abwesende Elternteil. "Allein mit seiner Mutter wächst Alexander in schlichten Verhältnissen auf und sucht nach Orientierung. Seine Unsicherheit lässt ihn in ein Geflecht aus Halbwahrheiten und Lügen fallen, aus dem er nur schwer wieder herausfindet. Das endet zwar in einer recht deutlichen erzieherischen Botschaft, die aber den freigeistigen Gesamteindruck des Films nicht allzu sehr untergräbt. Und der überzeugt durch liebevolle Ausstattung, viel Witz und durchweg überzeugende Kinderdarsteller. Die hatten bei den Dreharbeiten ganz offensichtlich viel Spaß, der sich ungebrochen auf den Zuschauer überträgt."

30. Dezember 2008 | Kritik •

Thomas Engel sah einen Film für ein vor allem jugendliches Publikum. "Es geht, auf dem gleichnamigen Roman von Anna Maria Jokl basierend, in dramaturgisch sowie vom Bild her passabler Form um Freundschaft und Streit, Lüge und Wahrheit, Eitelkeit und Überwindung, Kindsein und Erwachsenwerden – und dies in einem Landkindermilieu, das gut getroffen ist. Die Buben – darunter der junge Markus Krojer, der in WER FRÜHER STIRBT, IST LÄNGER TOT so köstlich spielte – machen ihre Sache gut, das Mädchen, das die Lotte spielt, Zoe Mannhardt, bekannt aus HÄNDE WEG VON MISSISSIPPI ebenso."

24. Dezember 2008 | Kritik •

Linksammlung bei filmz.de

22. Dezember 2008 | Kritik •

Almut Steinlein entdeckt die "entscheidende Schwäche des Films: dass er sich nicht ganz entscheidet, was er sein möchte, Parabel über die Lüge oder Lektion über unmündige Obrigkeitshörigkeit, denn wirklich zusammen passen die beiden Konflikte nicht. "Wo kämen wir hin, wenn alle die Wahrheit sagen würden?", echauffiert sich der Schuldirektor am Ende des Films. Frei nach Kant kämen wir nicht in die Situation des moralischen Entscheidungskonfliktes, aber vielleicht dennoch in die Fänge eines gefährlichen Demagogen."

Aktuelle Presseschau vom 11.12.2010

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