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EIN GEHEIMNIS

EIN GEHEIMNIS

Regie Claude Miller
Kinostart 18.12.2008

Kritiken • EIN GEHEIMNIS

18. Dezember 2008 | EIN GEHEIMNIS • Kritik • Der Tagesspiegel

Wie Christina Tilmann findet, ist der Film immer "dort überzeugend, wo er das unbekümmerte Dasein zu Beginn der Dreißigerjahre ausmalt. Mit Körperkult und Sportbegeisterung, mit selbstbewussten Schönen, mit Picknicks im Grünen und einer verführerisch in der Luft liegenden Dreierbeziehung. Doch der Schwerpunkt des Geschehens liegt in den elegisch sepiagetönten Nachkriegsszenen, in denen alles Verbitterung, Düsternis, Rätsel bleibt."

18. Dezember 2008 | EIN GEHEIMNIS • Kritik • Die Tageszeitung

Barbara Schweizerhof fast ihre Kritik wie folgt zusammen. "Das eine Geheimnis, das der Titel verspricht, entpuppt sich am Ende als ganze Kette von Geheimnissen, an deren Ende doch keine "Aufklärung" steht, sondern allenfalls ein Einblick in die vielen Motive, die Schweigen haben kann. In seinem Bestehen auf die Subjektivität der Erinnerung führt Claude Miller vor, wie angreifbar diese sind, mit ihren innewohnenden Verschachtelungen des Verleugnens, nicht nur von Schuld, auch von Ohnmacht, von solcher gegenüber einem Regime genauso wie gegenüber eigenen Gefühlen."

18. Dezember 2008 | EIN GEHEIMNIS • Kritik • Frankfurter Rundschau

Michael Kohler entdeckt viel Trauerarbeit. "Auf verblüffende Weise stilisiert Claude Miller die jüdische Identität zum Leitmotiv des Films. In einer Szene lässt er Wochenschaubilder der olympischen Spiele über die Leinwand eines Kinos flimmern und macht uns mit dem Gedanken vertraut, dass die verhinderten Geliebten einander vielleicht auch deswegen begehren, weil sie beide so gar nicht dem jüdischen Klischee entsprechen. Am Ende lüftet der Regisseur das tragische Geheimnis und stellt seine Figuren doch nicht vor der Welthistorie bloß. Die Geschichte bleibt die ihre, auch wenn sie nahtlos im großen Ganzen aufzugehen scheint."

18. Dezember 2008 | EIN GEHEIMNIS • Kritik • perlentaucher.de

Je länger der Film dauerte, umso unbehaglicher wurde es Ekkehard Knörer. "Seine beträchtliche Raffinesse schlägt irgendwann nämlich um, und zwar in etwas, das ich nur als Kunstgewerbe bezeichnen kann. Das Weiterzwitschern der Vögel kann man nämlich sehr wohl so inszenieren, dass etwas Finsteres am hellichten Tag darin klingt. Das aber gelingt Claude Miller nicht. Und zwar, denke ich, aus mehreren Gründen. So erweist sich die erzählerische Konstruktion nach und nach nicht nur, aber auch: als Trick. Alles geht auf, aber zu gut. Die Leerstellen werden gefüllt und das zuvor unerklärliche Verhalten der Figuren wird nicht etwa einfach mehr oder minder verständlich, sondern sozusagen restlos erklärt."

18. Dezember 2008 | EIN GEHEIMNIS • Kritik • Jungle World

Jürgen Kiontke sah Jugenddrama, Geschichtswerkstatt, Antifaschismus und beste Schauspielerei in einem. "Die nationalsozialistische Realität erreicht den Zuschauer nur in Spu­­renelementen – hier eine Träne, dort das Schild, dass Juden der Zutritt zum Schwimmbad unter­sagt ist. Dennoch ist die Bedrohung allgegenwärtig und macht die Spannung aus – sie stellt sich zwischen den Protagonisten ein, ihrer Schönheit und der hässlichen Wirklichkeit. Die Erinnerungen der Familie, die oral history, die der Junge allein durch seine Anwesenheit weckt, und die Lebenslügen, die er allein durch seine Anwesenheit prüft – sie konfrontieren ihn und den Zuschauer mit der drastischen Aussage, dass das Leben vor ihm da war und er ein Schick­sal hat, das er wenig beeinflussen kann."

18. Dezember 2008 | EIN GEHEIMNIS • Kritik • kino-zeit.de

Wir können der Vergangenheit nicht entkommen, stellt Joachim Kurz fest. "Die unauflösliche Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart auf solch elegante und unaufgeregte Weise ins Gedächtnis gerufen zu bekommen, macht den großen Reiz dieses keineswegs perfekten, aber sehr feinsinnigen und klugen Filmes aus, der zudem durch die wunderbare Filmmusik von Zbigniew Preisner auch ein Fest für die Ohren ist."

09. Dezember 2008 | EIN GEHEIMNIS • Kritik • critic.de

Das Drama erreicht laut Birte Lüdeking nicht ganz die emotionale Kraft wie die Vorlage. "Möglicherweise liegt das an dem Wechsel zwischen mehreren Perspektiven und vier verschiedenen Zeitebenen, die zwar auch im Buch vorkommen, dort aber eine stärkere Einheit bilden. Claude Miller inszeniert zum Teil schöne ästhetische Übergänge, wenn eine Zimmerdecke zu einem Swimmingpool zerfließt, und als reines Kopfkino sind die zahlreichen Zeitsprünge und Sichtwechsel mit ihren Ergänzungen, Widersprüchen und Ungereimtheiten aufschlussreich und spannend, ein tiefes gefühlsmäßiges Eintauchen ins Geschehen erschweren sie allerdings."

02. Dezember 2008 | EIN GEHEIMNIS • Kritik • br-online.de

Für Thilo Wydra ist das leider häufig nur bloßes Ausstattungs-Kino, wenngleich der feineren Art. "Denn neben allem weltpolitischem Hintergrund ist es die privat-emotionale Geschichte, die hier mehr berühren müsste. Schließlich geht es um Liebe und Leidenschaft, um ehelichen Betrug und lange gehütete Familiengeheimnisse und -Verstrickungen. Claude Miller, der insbesondere in seinen etwas älteren Filmdramen die menschliche Seele geradezu subtil und nuanciert einfühlsam zu sezieren und beschreiben wusste, dies oftmals mit Elementen des psychologischen Thrillers verband, ihm gelingt diese Tiefe mit der Verfilmung von Philippe Grimberts gleichnamigem Roman leider nicht. Diesmal eben."

02. Dezember 2008 | EIN GEHEIMNIS • Kritik • programmkino.de

Laut Hendrike Bake wird der Film "umso farbenfroher, umso tiefer der Film in die Vergangenheit eindringt. Die Gegenwart dagegen hat Claude Miller in Schwarz-Weiß gefilmt. Die komplizierte Konstruktion und die Umwege, die der Film nimmt, bevor er bei einer kleinen, alles entscheidenden Begebenheit in den 40er Jahren des 20. Jahrhunderts ankommt, erscheinen dabei nur auf den ersten Blick mühsam und umständlich. Sie erzählen davon, wie die 'unschuldigen' Gesten, Blicke und Geschichten von damals heute nur noch gebrochen durch das Wissen, die psychischen Verwerfungen und die Geheimnisse der Überlebenden und der Nachgeboren gesehen werden können. Ein kluger Film, der einem bei aller Distanziertheit das Herz bricht."

02. Dezember 2008 | EIN GEHEIMNIS • Kritik • programmkino.de

Thomas Engel lobt den Film. "Mit großer Sensibilität für die Charaktere sowie das Tun und Lassen der Hauptpersonen, mit sicherer Hand für die Beschreibung der einzelnen geschichtlichen Epochen, mit einem dramaturgisch gekonnten Überblick über das Geschehen des zugrunde liegenden Romans – konzentrierte Aufmerksamkeit ist vonnöten! -, mit glänzenden Milieuzeichnungen, mit wachrufender Erinnerung an diese jüdische Familie, mit Herzblut und Schmerz über die geschilderte Tragik hat Regisseur Claude Miller diesen Film geschaffen. Es ist ein ebenso trauriges wie schönes Werk geworden, an dem man als Kinozuschauer stärksten Anteil nimmt."

01. Dezember 2008 | EIN GEHEIMNIS • Kritik • filmz.de

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