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GRAN TORINO

GRAN TORINO

Regie Clint Eastwood
Kinostart 05.03.2009

Kritiken • GRAN TORINO

05. März 2009 | GRAN TORINO • Kritik • Der Standard

Der Filmemacher bewegt sich hier entlang eines schmalen Grats, meint Dominik Kamalzadeh. "Denn allzu leicht könnte diese Geschichte um einen Unbelehrbaren, der sich mit einem ihm bisher verhassten Milieu auseinandersetzen muss, didaktisch erscheinen - als Läuterung, die diesem in letzter Sekunde zuteilwird. Den Weg der Annäherung mit der Hmong-Gemeinde - einer Minderheit aus dem Grenzgebiet zischen Laos, Vietnam und Thailand, die während des Vietnamkriegs auf US-Seite kämpfte - erzählt GRAN TORINO (GRAN TORINO Trailer) über die beiden Nachbarskinder. Ein jeder erkennt sich hier im anderen wieder, und so kommt man sich allmählich näher, ohne sich je ganz zu verstehen."

05. März 2009 | GRAN TORINO • Kritik • Der Freitag

Clint Eastwood hat in Gran Torino womöglich seinen letzten großen Auftritt – als beinahe sympathischer ­Rassist, schreibt Andreas Busche. Sein "skeptischer Blick auf Amerika ist zwangsläufig eingeschränkt, aber in der Beschreibung gesellschaftlicher Verhältnisse mitunter eben auch genau. So schafft er in seinen Filmen immer wieder überraschende Allianzen. Thaos Familie ist wie Walt zwischen Tradition und Moderne gefangen. Ihre Geschichten sind gleichermaßen von Gewalt gezeichnet."

05. März 2009 | GRAN TORINO • Kritik • perlentaucher.de

Ekkehard Knörer versucht zu beschreiben, "wie es Clint Eastwood mit diesem Kowalski hält: Distanz wäre nicht das richtige Wort. Identifikation auch nicht. Natürlich affirmiert der Film nicht die rassistischen Äußerungen, die sein Held gegen die neu zugezogenen asiatischen Nachbarn schleudert. Was er aber teilt, ist seine Haltung zur Sprache - eine Haltung, in der die Fähigkeit zur Selbstdistanzierung vom eigenen Vorurteil bereits vorgezeichnet ist. Es besteht immer die Möglichkeit, sagt GRAN TORINO (GRAN TORINO Trailer), dass die Hate Speech, eine Sprache also, die an beleidigender Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig lässt, nur die rauhe Schale ist, unter der ein weicherer Kern liegt."

05. März 2009 | GRAN TORINO • Kritik • telepolis.de

Dies ist für Matthias Huber einer der wichtigsten Beitrag zum Action- und Westerngenre der letzten Jahre. "Es ist ein ewiges Spiel mit der Überraschung, das Clint Eastwood in GRAN TORINO (GRAN TORINO Trailer) mit seinem Publikum treibt. Immer wieder führt er Altbekanntes vor, greift Stereotypen, Phrasen und Klischees auf, und modifiziert sie ganz plötzlich gerade so weit, dass sie zur Selbstreflexion werden. Und immer wieder entstammen diese Elemente den früheren Filmen Clint Eastwoods."

05. März 2009 | GRAN TORINO • Kritik • Neues Deutschland

Caroline M. Buck lobt die schnörkellose Erzählweise. "Das interkulturelle Miteinander im Schmelztiegel Amerika – und in der Arbeiterstadt Detroit im Besonderen – bringt Kowalski seinem Schützling bei, indem er ihn zu seinem italienischstämmigen Barbier mitnimmt, mit der er stets zutiefst rassistische Beschimpfungen austauscht, wie das in rauen Männerfreundschaften eben so ist. Die unweigerliche Eskalation der Gewalt aber, die Walt mit seinem Widerstand gegen die Vorstadtbanden in Gang setzt, endet mal nicht mit einem Blutbad, sondern mit einem grandiosen Moment der Sühne. Ein Mann übernimmt Verantwortung für Leben und Tod: den seinen, und das der anderen."

04. März 2009 | GRAN TORINO • Kritik • Der Spiegel

Christian Buß sah mit GRAN TORINO (GRAN TORINO Trailer) eine ironische Elegie aus dem verwaisten Herzland Amerikas - der Altmeister Clint Eastwood bringt darin seinen eigenen Mythos zur Strecke. Es ist erstaunlich, "wie dieser in nur fünf Wochen leichthändig abgedrehte Film bei aller Ironie und bei aller Selbstbespiegelung des Gesamtkunstwerks Clint Eastwoods nach und nach an Tiefe und Tragik gewinnt. Das liegt zum einen natürlich daran, dass der Regisseur bei seiner Detroiter Nachbarschaftsballade genau in jenes amerikanische Herzland vorgestoßen ist, in dem die Wirtschaftskrise zurzeit die größten sichtbaren sozialen Verwerfungen zeitigt. Das liegt zum anderen aber auch daran, wie er hier fast ohne jede Revolver-Rhetorik die verheerende Wirkung von Gewalt nachzeichnet."

04. März 2009 | GRAN TORINO • Kritik • Berliner Zeitung

Für Anke Westphal zieht der Regisseur die Bilanz seiner Arbeit am Heldenbild. "Hollywoods großer Einzelgänger verkörpert hier einen Mann, der der Letzte seiner Art ist und noch einmal die Chance erhält, etwas zu bewirken mit seinem Leben. Clint Eastwoods Walt ist der Inbegriff dessen, was gut ist am alten Amerika: wertekonservativ, aber aufrecht und lernfähig. Mit Thaos Familie lernt dieser Mann langsam und unter erheblichen, oft nicht unkomischen Schwierigkeiten, dass Vorurteile wie Zementwände stehen vor Erfahrungen, die ja nicht zwangsläufig schlecht sein müssen."

04. März 2009 | GRAN TORINO • Kritik • Die Tageszeitung

So weit ging der bald 80-jährige Clint Eastwood noch nie mit Ironie und Pathos, behauptet Bert Rebhandl. "Es geht schließlich aber auch darum, dass der große amerikanische Epiker, der Clint Eastwood mittlerweile ist, an sich selbst, an seinem Starimage, noch einmal eine andere Seite entdeckt. Er tut dies so fulminant, dass GRAN TORINO (GRAN TORINO Trailer) trotz mancher Konzessionen an vor allem die religiösen Bedürfnisse der amerikanischen politischen Mitte ein großes Werk geworden ist, nicht weniger als eine Summe von Clint Eastwoods Schaffen und ein fast rituell anmutender Abschied von seinem alten Image als "Fremder ohne Namen" oder als "Dirty Harry"."

04. März 2009 | GRAN TORINO • Kritik • Frankfurter Rundschau

Daniel Kothenschulte ist des Lobes voll: "Man kann weit ausholen, um diesen Film zu loben. Man kann erklären wie in ihm noch einmal der konservative Humanismus des großen John Ford für die Gegenwart aufersteht. Wie darin Muster des Western, Thriller und Familienfilm wie selbstverständlich zusammenwachsen. Man kann seine Einzigartigkeit aber auch ganz einfach erklären. Es gibt niemanden sonst, der ihn drehen und keinen Zweiten, der Kowalksi spielen könnte. Der ein solches Drama ohne ein Wimpernzucken über die Rampe brächte und sich dann noch mit einem perfekten, selbstgeschriebenen Abspann-Song zu Wort meldete."

03. März 2009 | GRAN TORINO • Kritik • Der Tagesspiegel

Hier spielt Clint Eastwood einen geläuterten Rassisten – und rechnet mit seinen früheren Helden ab, schreibt Christiane Peitz. "Die erste Hälfte von GRAN TORINO (GRAN TORINO Trailer) hat das Zeug zur Komödie, so sehr markiert und karikiert Clint Eastwood die aus der Zeit gefallenen Helden seiner Karriere, all die Außenseiter, Zyniker, Revolverhelden und Rächer. DIRTY HARRY sorgt als miesepetriger Rentner für Recht und Ordnung. William Munny, der Altwesternheld von ERBARMUNGSLOS (ERBARMUNGSLOS Trailer), stellt sich erneut seiner Vergangenheit. Frankie Dunn, der Boxtrainer aus MILLION DOLLAR BABY, stemmt sich noch einmal gegen die eigene Resignation. Wenn Walt Kowalski in den Spiegel schaut, blicken all die Amerikaner zurück, die Clint Eastwood je verkörpert hat."

01. März 2009 | GRAN TORINO • Kritik • programmkino.de

Für Marcus Wessel folgt der Film den Regeln eines ruhigen, angenehm altmodischen Erzählkinos. "Den gediegenen, atmosphärischen Bildern von Kameramann Tom Stern entgeht nichts. Und auch Clint Eastwoods Spiel bleibt bei allen Anleihen an den bisweilen karikaturistischen Prototyp eines rassistischen Nörglers überaus nuancenreich und vielschichtig. Während seine Mimik meist an einen gewissen Harry Callahan erinnert, sind es die Augen, die verraten, was tatsächlich in ihm vorgeht."

01. März 2009 | GRAN TORINO • Kritik • programmkino.de

Thomas Engel ist begeistert. "Die Geschichte nimmt menschlich eine Wendung, die tief bewegt. Und so ist es letztlich ein sehr schöner Film geworden, auch wegen der erfrischenden Mitwirkung der Geschwister Sue (Ahney Her) und Thao (Bee Vang). "Das Opfer" könnte der Film heißen."

01. März 2009 | GRAN TORINO • Kritik • epd-film 03/2009

Es wäre sicher laut Patrick Seyboth "völlig verfehlt, Clint Eastwood Rassismus vorzuwerfen, doch das Drehbuch von Nick Schenk bringt es fertig, zugunsten seiner Dramaturgie viele Vorurteile, die es vordergründig demontiert, durch die Hintertür wieder hineinzuschmuggeln. Oder ist das nur eine höhere Form postkolonialistischer Ironie? Ganz ironiefrei und höchst pathetisch ist jedenfalls das Finale, das Walt sogar noch einen Heiligenschein aufsetzt. Und je länger man über all die merkwürdigen Implikationen der Story nachdenkt, desto ferner rückt das Vergnügen, das der Film anfangs bereitet."

03. Februar 2009 | GRAN TORINO • Kritik • critic.de

Sascha Keilholz trauert etwas. "Clint Eastwood, als Schauspieler schon immer wählerischer als sein Kompagnon mit dem Schnurrbart, hat in den letzten Jahren zunehmend das Privileg und die Gabe, als Regisseur zu arbeiten, für sich genutzt und wird sich einen ähnlichen Abgang selbst ersparen. Einiges deutet darauf hin, dass sich der große alte Mann des amerikanischen Kinos mit GRAN TORINO (GRAN TORINO Trailer) als Schauspieler bereits von uns verabschiedet hat."

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