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EIN SOMMER IN NEW YORK

EIN SOMMER IN NEW YORK

Regie Thomas McCarthy
Kinostart 14.01.2010

Kritiken • EIN SOMMER IN NEW YORK

12. Januar 2010 | EIN SOMMER IN NEW YORK • Kritik • critic.de Partner von film-zeit

Birte Lüdeking hat mehr von den Figurenzeichnungen erwartet. "Das Hauptproblem von EIN SOMMER IN NEW YORK (EIN SOMMER IN NEW YORK Trailer) ist, dass die meisten nichtamerikanischen Charaktere als Aufklärer fungieren und Unwissenheiten oder Vorurteile beim Zuschauer abbauen sollen. Das mag gut gemeint sein, ist oft aber mit großem Ausrufezeichen umgesetzt, tendiert teilweise zur Idealisierung oder Schwarzweißmalerei. Die Nebenfiguren werden vorrangig auf ihre Rasse oder Religion reduziert und bleiben so zu eindimensional."

14. Januar 2010 | EIN SOMMER IN NEW YORK • Kritik • Berliner Zeitung

Auch wenn die kulturellen Unterschiede nur angerissen werden können, nimmt dieser Film sie doch überaus ernst, schreibt Anke Westphal. "Thomas McCarthys Film zeigt nicht allein das Ende einer privaten Trauerstarre - er begleitet vielmehr das Erwachen des Bürgers aus einer gewissen politischen Blindheit, mag er auch noch so gebildet sein. Walter Vales Fachgebiet ist das ökonomische Wachstum von Entwicklungsländern. Aber erst die praktische Erfahrung mit zwei Vertretern dieser dritten Welt ändert seinen Blick auf die USA, die Gesetze, das Leben, sich selbst."

14. Januar 2010 | EIN SOMMER IN NEW YORK • Kritik • Der Tagesspiegel

Es ist die Wiederentdeckung der Humanität, von der Thomas McCarthy erzählt, meint Martin Schwickert. "Sicherlich ist die Entwicklungslinie der Hauptfigur überschaubar und auch der Plot hat außer zwei markanten Wendepunkten wenig zu bieten. Aber die Qualität von Thomas McCarthys Eigenbrötler-Porträt liegt in der Konzentration auf seinen Protagonisten. Wie Robert Jenkins den langsamen Auftauprozess mit kleinsten Gesten, Blicken und Kopfdrehungen verkörpert – das ist einfach brillant. Ihm gegenüber steht mit Hiam Abbass eine Meisterin subtiler Schauspielkunst, die dieser scheinbaren Nebenrolle Textur und emotionale Tiefe verleiht."

14. Januar 2010 | EIN SOMMER IN NEW YORK • Kritik • Der Spiegel

David Kleingers ist überaus angetan. "Was unter anderen Vorzeichen leicht ein kitschiges Kennenlernspiel mit ethnographischen Einschlag hätte werden können, berührt hier als unaufdringliches Drama. Das zudem einen unverbrauchten, lebensbejahenden Humor offenbart, an dem Hauptdarsteller Richard Jenkins wesentlichen Anteil hat. ... Walter und Tarek finden eingangs über das gemeinsame Trommelspiel zueinander, zu dem auch das Üben ohne Hose gehört. Was furchtbar nach neuzeitlichem Hippietum klingt, aber auf der Leinwand mit unpeinlicher Gelassenheit funktioniert. Und auch sonst schildert Thomas McCarthy die beginnende Freundschaft der WG-Bewohner ohne falsches Pathos, sondern mit stillem Witz und Sensibilität für prekäre Lebenssituationen."

13. Januar 2010 | EIN SOMMER IN NEW YORK • Kritik • Deutschlandradio

Hans-Ulrich Pönack sah einen feinfühligen Independentfilm, "der nie in stereotype Beschreibungen oder weinerliche Charakter-Klischees verfällt, sondern intelligenten Denkspuren und "diskrete" emotionale Berührungen verfolgt. Sehr helfen ihm dabei die hervorragenden Akteure, allen voran natürlich Richard Jenkins. Sowie vor allem auch die einmal mehr wunderbare, franko-palästinensische Grand Dame Hiam Abbas als Tareks Mutter Mouna Khalil."

13. Januar 2010 | EIN SOMMER IN NEW YORK • Kritik • Frankfurter Rundschau

Daniel Kothenschulte ist begeistert. "Neben der psychologischen Glaubwürdigkeit ist da schließlich noch eine politische Haltung, die imponiert, gerade weil sie zu keinen positiven Ergebnissen kommt. Thomas McCarthy gelingt es auch hier, mit ganz wenigen Strichen ein Bild von der Entmenschlichung des Abschiebeverfahrens zu zeichnen. Als Professor Vale Tareks Mutter das Gefängnis von außen zeigt - sie kann es nicht wagen, dort selbst anzuklopfen - bemerkt sie in der Gestaltung des Betonklotzes nichts, was auf dessen Bestimmung hindeutete. "Darum geht es ja gerade", antwortet der Professor."

13. Januar 2010 | EIN SOMMER IN NEW YORK • Kritik • perlentaucher.de

Der Kitsch hat viele Gesichter, bemerkt Ekkehard Knörer. "Mild lächelt Thomas McCarthys Film mit sanftem Augenaufschlag. Nie schießt er über das Ziel, seufzt immer nur still. Zu viel zu tun ist den Darstellern streng verboten. Wie Donnerhall exquisit kleine Gesten. Attraktiv ist die Frau aus dem Osten, aufgetaut der Mann aus dem Westen. Man geht gemeinsam ins Musical in der 42. Straße und speist und trinkt hinterher im warmen Licht des Restaurants nahe den Fifth Avenuen. Der gute Geschmack, der ein höflicher, aber streng blickender Herr ist im Anzug, untersagt ein zu glückliches Ende. Sitzt der Professor am Bahnsteig und trommelt. Fährt eine U-Bahn vorüber. Würden alle Menschen doch Brüder!"

12. Januar 2010 | EIN SOMMER IN NEW YORK • Kritik • br-online.de

Zoran Gojic lobt den Regisseur. "Thomas McCarthy ist klug genug, auf ein verbindliches, unglaubwürdiges Happy End zu verzichten. Der Film ist ein kluger und warmherziger Essay darüber, was einen Menschen ausmacht. Und zugleich eine Kampfansage: Aufgeben kommt nicht in Frage. Die Welt macht man nur besser, wenn man bei sich selber anfängt."

10. Januar 2010 | EIN SOMMER IN NEW YORK • Kritik • film-dienst

Der Regisseur überrascht Franz Everschor "immer aufs Neue damit, wie seine feinfühlige Versenkung in die Personen alle Klischees und konventionellen Emotionen zu vermeiden versteht. Wie schon STATION AGENT gelingt es auch diesem Film, aus einer Figur, die sich fundamental von allem unterscheidet, was heutiges Kinopublikum als attraktiv betrachtet, einen Handlungsträger zu formen, dem zunehmend Sympathie und Anteilnahme zuwachsen und dessen seelischen Verbarrikadierungen sowie deren schrittweiser Überwindung man mit wachsender Aufmerksamkeit zusieht. EIN SOMMER IN NEW YORK (EIN SOMMER IN NEW YORK Trailer) erweist sich als einer der seltenen Filme, die mehr am Menschen als an Ereignissen interessiert sind."

05. Januar 2010 | EIN SOMMER IN NEW YORK • Kritik • br-online.de

Subtil und frei von Platitüden nennt Ronja Dittrich den Film. "In einem Märchen über einen gealterten Amerikaner, der seine Lebensfreude durch die Freundschaft zu einem illegalen Einwanderer und dessen Musik wieder findet, lauern Plattitüden und Sentimentalitäten hinter jeder Abzweigung des Plots. Doch seine Inszenierung ist präzise und klar, wirft einen angenehm subtilen Blick auf den Problemkomplex und bietet keinen einfachen Ausweg an. Die Stärke seines Films liegt auch in seinem großartigen Hauptdarsteller Richard Jenkins, der im Kino sonst üblicherweise als Nebenfigur in Filmen von Woody Allen oder den Coen-Brüdern zu sehen war. Mit zurückhaltendem und präzisem Spiel gelingt es ihm, einen ungewöhnlichen Protagonisten zu einem berührenden Sympathieträger zu machen."

01. Dezember 2009 | EIN SOMMER IN NEW YORK • Kritik • programmkino.de

Michael Meyns bescheinigt Thomas McCarthy, nicht den Fehler zu machen "zu simpel zu erzählen. Er suggeriert keinen einfachen Ausweg aus der Lage, klebt kein forciertes Happy End an. EIN SOMMER IN NEW YORK (EIN SOMMER IN NEW YORK Trailer) ist ein kleiner, feiner Film, um eine exzellente, subtile Darstellung herum gebaut, präzise beobachtet und unbedingt sehenswert."

01. Dezember 2009 | EIN SOMMER IN NEW YORK • Kritik • Jury der evangelischen Filmarbeit

"Urbane Beziehungslosigkeit und multikulturelles Miteinander sind Lebenserfahrungen, die beispielhaft mit dem Mythos von New York verknüpft sind. Der Film ist eine Hommage an diese Stadt, die für viele Eingewanderte immer noch den "amerikanischen Traum" repräsentiert. Er erzählt hoffnungsvoll von den Möglichkeiten, die in der Begegnung verschiedener Kulturen liegen, ohne soziale Härte und politische Hindernisse zu verschweigen. Die Musik wird zur Brücke, die neues Hören und Empfinden eröffnet. Richard Jenkins als Walter Vale spielt virtuos den Wandel von linkischer Zurückhaltung zu Rhythmusbegeisterung, von Abwehr zu Anteilnahme. Als sympathische Identifikationsfigur verkörpert er die Sehnsucht nach einem lebendigen, offenen Austausch mit den Fremden. Ihr Schutz und ihr Recht sind dafür eine unabdingbare Voraussetzung."

01. Dezember 2009 | EIN SOMMER IN NEW YORK • Kritik • schnitt.de

Die Auseinandersetzung mit 9/11 prägt die Festivalbeiträge, so Carsten Happe. Am deutlichsten werde dies bei EIN SOMMER IN NEW YORK (EIN SOMMER IN NEW YORK Trailer). "Tom McCarthy schafft hier den Spagat zwischen engagiertem Politfilm und unterhaltsamem Schauspielerkino – neben Jenkins besticht die phänomenale Hiam Abbass als besorgte Mutter des Inhaftierten – und sorgt mit seiner bedachten Inszenierung für den stärksten Film des gesamten Festivals."

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