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MILK

MILK

Regie Gus Van Sant
Kinostart 19.02.2009

Kritiken • MILK

19. Februar 2009 | MILK • Kritik • Der Spiegel

Andreas Borcholte ist angetan: "Es ist ein buntes, lebhaftes, manchmal hektisches, oft spannendes Werk im Stil des Politkinos der Siebziger, das keinen Hehl aus seinen Sympathien macht: Milk mag am Ende sterben, doch sein Wirken als Bürgerrechtler, sein erfolgreicher Kampf für die Akzeptanz von Schwulen in der Öffentlichkeit, reicht weit über seinen Tod hinaus. Der Film zeigt mit dokumentarischer Akribie und beherzt inszenierter Fiktion, wie Milk zum Messias werden konnte."

19. Februar 2009 | MILK • Kritik • Die Tageszeitung

Der Regisseur hat für Diedrich Diedrichsen "die Geschichte des Harvey Milk geradlinig und ohne den kinematographischen Ehrgeiz erzählt, der seine Filme in den letzten Jahren ausgezeichnet hat. Das ebenso populäre wie langweilige Biopic-Format wird nur an einer, allerdings entscheidenden Stelle gebrochen. Es gibt hier keine Kindheit, die individualpsychologisch Späteres erklären soll. ... Mit Sean Penn hat Gus van Sant einen die halbe Miete einfahrenden Charismatiker und Energetiker gecastet, der diese Spannung aus authentischen Anliegen und einer Figur, die sich selbst und eine dazugehörige Öffentlichkeit aus dem Hut zaubert, auf hoher Voltzahl auskostet."

19. Februar 2009 | MILK • Kritik • Der Standard

Isabella Reicher lobt den Autor: "Der Film, den der 34-jährige Dustin Lance Black auf Basis umfangreicher Recherchen und Interviews geschrieben und den Gus Van Sant inszeniert hat, ist trotzdem kein Melo. Er feiert vielmehr Lebendigkeit, Optimismus, den kollektiven Kampf um Bürgerrechte. Damit ist er auch im Einklang mit Milks politischem Programm: sich outen, seine Anliegen selbst repräsentieren und sich lautstark über Diskriminierung empören - Dinge, an die, so Dustin Lance Black im Rahmen eines Gesprächs, man nicht genug erinnern könne. "

19. Februar 2009 | MILK • Kritik • Neue Züricher Zeitung

An dem Hauptdarsteller indes liegt es nicht, dass Gus van Sants Film nur ein schwaches Abbild des wahren Harvey Milk bietet, meint Susanne Ostwald. "Sean Penn spielt ihn virtuos als den Mann mit sonnigem Gemüt und gewitztem Optimismus, als welcher Milk sich auch in den historischen Aufnahmen präsentiert. Dass er sich eine so heitere Wesensart erhalten konnte, ist bemerkenswert, wenn man bedenkt, gegen welche Widerstände Schwule zu kämpfen hatten."

19. Februar 2009 | MILK • Kritik • Frankfurter Rundschau

Daniel Kothenschulte fasziniert von der Ausstattung. "Gus Van Sant leistet Erstaunliches in der Rekonstruktion des Zeitgeists der frühen siebziger Jahre. Was ihn dabei besonders fasziniert, ist die Abwesenheit eines verordneten Schönheitsideals in den Nachwehen der Hippie-Ära. Auch das berühmte Schwulenviertel von San Francisco war damals noch nicht durch seine Fitness-Center bestimmt, sondern durch das Castro-Kino und ein paar alternative Läden und Bars darum herum."

19. Februar 2009 | MILK • Kritik • Jungle World

Knud Kohr hat sich in der ehemaligen Flower-Power-Hochburg an den Originalschauplätzen umgesehen.

18. Februar 2009 | MILK • Kritik • Berliner Zeitung

Laut Anke Westphal hat der Regisseur ein Manifest der Demokratie inszeniert. "Mit Sean Penn hat [der Regisseur] einen überschwänglich gefeierten Charakterdarsteller Hollywoods für die Titelrolle gewonnen - die Oscar-Nominierung für MILK (2008) (MILK (2008) Trailer) war da nicht mehr als eine Formalie. Sean Penn hat die historische Person Harvey Milk ganz offenkundig akribisch studiert, seine Herangehensweise an die Figur ist mimetisch: Einfühlung und möglichst detailliertes Nachahmen zur Herstellung von Authentizität. Penns Kunst schwebt wie ein dickes Ausrufezeichen über dem Film."

12. Februar 2009 | MILK • Kritik • Frankfurter Rundschau

In seiner Machart gleicht MILK (2008) (MILK (2008) Trailer) laut Michael Kohler "den filmischen Denkmälern aufs Haar, mit denen die Traumfabrik traditionell verdiente Helden ehrt. Die Inszenierung steht ganz im Dienst der Sache: Lediglich den Tod seines Helden stilisiert Gus Van Sant zur großen Oper, ansonsten bleibt er auf dem Boden der erzählerischen Konvention. Dabei unterscheidet sich MILK (2008) (MILK (2008) Trailer) thematisch gar nicht so sehr von seinen letzten Filmen: Wie in ELEPHANT oder LAST DAYS erzählt er die Geschichte eines angekündigten Todes, nur dass dieses Mal der Glauben an die Heilkräfte des klassischen Erzählkinos schwerer wiegt als die Lust am formalen Experiment."

10. Februar 2009 | MILK • Kritik • Der Tagesspiegel

Für Christiane Peitz findet hier "etwas statt, was heute seltener ist denn je: die Liaison von Politik und Spaß, Intelligenz und Erotik, Sinn und Sinnlichkeit. Nicht nur Milk hat Charisma, sondern alle um ihn herum, sein Lover Scottie, sein blitzgescheiter Berater Cleve (Emile Hirsch) oder die schlagfertige Wahlkampfmanagerin Alison (Anne Kronenberg). In seinem Zurückzucken vor jeder Machtgeste deutet Sean Penn auch das an: Er weiß, es ist eine kurze Liaison, ein prekäres Glück. Man kann sich nicht sicher sein. Obama steht hinter Panzerglas, wenn er auftritt."

10. Februar 2009 | MILK • Kritik • Die Tageszeitung

Laut Barbara Schweizerhof liegt die größte Stärke des Films darin, "wie er die Geschichte des Attentäters Dan White miterzählt. In Epsteins Dokumentation ist White der Bösewicht von rechts, der den Schutz des Establishments genießt. Gus Van Sant gesteht ihm eine zwiespältigere Rolle zu, macht aus ihm jenen "verängstigten, zutiefst verunsicherten" Mann, den Milk in seiner Audiobotschaft an die Nachwelt abstrakt als künftigen Attentäter beschreibt. Josh Brolin verleiht White sein verschlossenes "all american cowboy face", dem die Niederlagen des politischen Kampfes als tiefe, unerträglich werdende Demütigung eingeschrieben sind - und fügt der komplexen Geschichte so eine bislang fehlende Facette hinzu."

02. Februar 2009 | MILK • Kritik • programmkino.de

Wie Marcus Wessel findet, ist MILK (2008) trotz seines zunächst tragischen Ausgangs "im Kern doch ein zutiefst optimistisches Stück Kino. Der Film handelt von der Möglichkeit des Wandels, davon dass sich in einer Demokratie Minderheiten organisieren und dadurch zu Mehrheiten werden können. Emotional und zuweilen mit sichtlicher Wut im Bauch zeichnet Van Sant ein spannendes Zeitgemälde, dem man jeden nur erdenklichen Erfolg wünscht."

02. Februar 2009 | MILK • Kritik • programmkino.de

Thomas Engel resümmiert: "Abgesehen von der professionellen halbdokumentarischen Montage zweifellos ein in Bezug auf die Menschen- und Bürgerrechte von Homosexuellen enorm wichtiger Film. Ein kämpferisch-tragisches Lebensbild. Und eine Bilanz dessen, was inzwischen erreicht wurde. Und noch etwas: Sean Penn spielt diesen Harvey Milk wunderbar und perfekt. Nicht umsonst gab es dafür schon Nominierungen und Preise. Das übrige Team ergänzt ihn in klassischer Weise."

26. Januar 2009 | MILK • Kritik • critic.de

Wie Michael Kienzl festhält, ist der Film "vom kämpferischen Geist der siebziger Jahre geprägt, der besonders bei der Inszenierung politischer Reden zum Tragen kommt. Durch zurückhaltende Bildmittel – während der meisten Reden sieht man Milk von einer gezoomten Handkamera aus, während die jubelnde Menge außen vor bleibt – und den Wortwitz des rhetorisch gewandten Politikers entgeht der Film an vielen Stellen übertriebenem Pathos. Selbst Sean Penn, der dafür berüchtigt ist, sich gerne in den Emotionen seiner Figuren zu suhlen, fängt über weite Strecken das Charisma und die Überzeugungskraft des Politikers ein, ohne daraus die selbstgefällige Darstellung eines gesellschaftlichen Außenseiters zu machen."

05. Januar 2009 | MILK • Kritik • kino-zeit.de

Monika Sandmann lobt die leichter Hand des Regisseurs; er inszeniert humorvoll, eingängig und konventionell. "Sein Thema macht es dem Film schon schwer genug, die Masse anzusprechen. Die Hauptrolle an Sean Penn zu vergeben, könnte in die gleiche Richtung gehen, erweist sich letztlich aber als der Glücksgriff schlechthin. Denn Harvey Milk ist Sean Penns Paraderolle. Er legt eine umwerfende Leistung hin. Seine Performance ist charismatisch, zu Herzen gehend und in jedem Moment wahrhaftig. Als brillanter Redner und energetisches Kraftbündel, das die Menschen mitreißt, genauso wie in den stillen, einsamen Momenten. Im Bewusstsein, dass sein Weg für die Bürgerrechte auch ihre Opfer gefordert hat."

02. Dezember 2008 | MILK • Kritik • Frankfurter Rundschau

Regisseur Gus Van Sant hat sehr viel Liebe und Kunstfertigkeit darauf verwendet, die Person detailgetreu wieder auferstehen zu lassen, lobt Sebastian Moll. "Ursprünglich sollte "Milk" ein erbaulicher "Problem"-Streifen mit einem inspirierenden Helden zum Beginn der Feiertags- und Oscarsaison werden. Aber die Gesetzesvorlage 8, mit der die Entscheidung des obersten kalifornischen Gerichts, die Schwulenehe zu legalisieren, als verfassungswidrig erklärt wurde, hat dem Film unerwartet eine tragische und dringliche Note verliehen: "MILK (2008) (MILK (2008) Trailer) ist plötzlich ein lautes Klagelied und ein Aufruf zum Handeln", schrieb das Internetmagazin Slate."

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