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GELIEBTE CLARA

GELIEBTE CLARA

Regie Helma Sanders-Brahms
Kinostart 04.12.2008

Kritiken • GELIEBTE CLARA

08. Dezember 2008 | GELIEBTE CLARA • Kritik • Neues Deutschland

Für Martin Hatzius ist der Film umstritten. "Das liegt vor allem an ärgerlichen Oberflächlichkeiten. So innig sich Martina Gedeck auch in ihre Clara-Figur hineinfühlt: Klavier spielen kann sie nicht. Von der bedeutungsschwangeren Mimik bis hin zur verkrampften Handhaltung: Derart darf man eine Schauspielerin nicht vorführen. Das beleidigt Darstellerin und Dargestellte gleichermaßen. Wenigstens die Finger auf den Tasten hätte man doubeln müssen – was man hört, ist ja auch nicht von Laien eingespielt. Ganz schlimm wird es aber erst, wenn Clara ihren indisponierten Gatten bei den Orchesterproben als Dirigentin vertritt. Die ausladenden Gesten wirken peinlich und unmusikalisch."

05. Dezember 2008 | GELIEBTE CLARA • Kritik • Die Tageszeitung

Hölzern nennt Barbara Schweizerhof den Film. "Nun kann man der deutschen Autorenfilmerin nicht zum Vorwurf machen, dass die Erzählschablone "Frau zwischen zwei Männern" zum Passepartout für fernsehgerechte Aufbereitung deutscher Geschichte geworden ist. Sehr wohl aber darf man sich wundern, dass ihr ausgerechnet zu einer so schillernden Figur wie Clara Schumann nichts anderes einfiel, als sie auf ihre Rolle des erotischen Mittelpunkts zwischen zwei "großen" Komponisten zu reduzieren."

04. Dezember 2008 | GELIEBTE CLARA • Kritik • Berliner Zeitung

Beatrix Borchard lobt die Regisseurin: Sie schuf ein modernes Filmporträt von Clara Schumann. "So wie jede Biografie Effekt von Überlieferung ist, steht GELIEBTE CLARA (GELIEBTE CLARA Trailer) in einer filmischen Tradition, die Clara Schumann als Heldin feierte, weil sie sich für das Werk ihres Mannes opferte. Vor diesem Hintergrund kann man GELIEBTE CLARA (GELIEBTE CLARA Trailer) als eine aktuelle Umschrift von "The Song of Love" sehen. Kraftvoll und patent war schon Katharine Hepburn. Martina Gedeck darf zudem - unserer Zeit entsprechend - ihren Mann auf dem häuslichen Teppich verführen oder im Unterkleid mit Brahms Klavier spielen, ja sogar - fast - mit ihm schlafen."

04. Dezember 2008 | GELIEBTE CLARA • Kritik • Der Tagesspiegel

Der hohe Ton ist für Christina Tilmann ein Problem. "Die leidenschaftliche Liebe, die Erhebung durch Musik, all das wird mit großer Geste gespielt und mit bedeutungsvollen Sätzen betont. Pascal Greggory gibt Robert Schumann als wirrköpfiges Genie und eifersüchtigen Macho, Malik Zidi seinen Johannes Brahms als bedenkenlosen Kindskopf. Ja, so wie Martina Gedeck beim Dirigieren, gestikuliert der ganze Film. Die Wunder der Musik wie auch des Lebens, sie finden leiser statt."

04. Dezember 2008 | GELIEBTE CLARA • Kritik • Frankfurter Rundschau

Heike Kühn vergleicht den Film mit anderen und stellt fest: Die Regisseurin macht in ihrer Adaption der fiebrigen Künstlerbiographien eine Menge richtig. "Wenn nur die exaltierten Gesten nicht wären, in die die Schauspieler sich hineinsteigern. Pascal Greggory missdeutet Schumanns Reise in den Wahn als Ausflug ins Fuchteln, Martina Gedeck zeigt als Clara mehr Decollete denn Eros. Am schlimmsten trifft es den über weite Strecken bemerkenswerten Malik Zidi, wenn er als Brahms beweisen soll, dass er sich in Clara verguckt hat: Dann nimmt das Anstarren kein Ende, als sei die Liebe ein Nicht-Blinzeln-Wettbewerb."

04. Dezember 2008 | GELIEBTE CLARA • Kritik • Junge Welt

So sprechen die Düsseldorfer nicht, meint Anja Trebbin. "Der Film leidet unter aufdringlichen Metaphern und behäbiger Symbolik: Während des Hamburger Konzertes spielt Robert Schumann an seinem Ehering herum. Er fällt zu Boden. Brahms hebt ihn auf. In genau diesem Moment blickt Clara bedeutungsvoll zu Brahms hinüber. Oder zu Beginn: Claras und Roberts sich gegenseitig umklammernde Hände – die sich dann doch voneinander lösen müssen. Zuweilen gleitet der Film ins Alberne ab."

02. Dezember 2008 | GELIEBTE CLARA • Kritik • film-dienst 25/2008

Für Alexandra Wach ist der Film mehr als enttäuschend. "Weder geht trotz spekulativer Momente – etwa der Mutmaßung, dass Clara von dem laudanum-süchtigen Schumann verprügelt wurde – die komplizierte Anatomie der dreifachen Liebesgeschichte auf, noch fesselt das Porträt einer willensstarken Frau. Martina Gedeck ist gefangen zwischen mitfühlendem Verständnis und blasser Ohnmacht, zwischen mütterlicher Liebe und ungläubigem Erschrecken, wie fremd sie sich selbst unter der Last des lähmenden Kampfs zwischen Berufung und Verantwortung für andere geworden ist. Die Inszenierung gönnt ihr keinen feministischen Aufruhr."

01. Dezember 2008 | GELIEBTE CLARA • Kritik • kino-zeit.de

Unterm Strich ist Helma Sanders-Brahms ein beeindruckendes Frauenportrait gelungen, resümmiert Peter Gutting. "Dass der Film ein wenig hinter den Erwartungen zurückbleibt, hängt wohl auch mit der kurzfristigen Umbesetzung der Hauptrollen zusammen. Helma Sanders-Brahms wollte ursprünglich mit Isabelle Huppert und Ulrich Tukur drehen. So hatte Martina Gedeck, als sie nach der Absage von Huppert die Rolle annahm, lediglich vier Wochen Zeit bis Drehbeginn. Gewiss, Martina Gedeck hat schon oft bewiesen, dass sie eine starke Frau spielen kann, die gleichzeitig Gefühl zeigt. Insofern funktioniert das auch hier. Aber manchmal fragt man sich schon, ob diese Fragezeichen in ihrem Gesicht, dieses vieldeutige Heben der Augenbraue, eher zur Figur Clara Schumann oder eher zu Martina Gedeck gehören."

01. Dezember 2008 | GELIEBTE CLARA • Kritik • br-online.de

Kirsten Liese lobt die schönen Bildern und die prächtige Ausstattung, kritisiert aber die wenig authentischen Dialoge. "Das größte Manko aber ist eine mangelnde fachliche Beratung in musikalischen Dingen. Einige Probenszenen bezeugen in ihrer Künstlichkeit schier Dilettantismus. Das will man gar nicht glauben, schließlich gehört die Regisseurin zum Stammbaum der Familie Brahms. Die treffliche Martina Gedeck wirkt immerhin am Flügel glaubwürdig und nähert sich ihrer Rolle mit adäquater Maske so gut an, wie es das mittelmäßige Drehbuch eben zulässt. Aber retten kann sie den Film nicht."

30. November 2008 | GELIEBTE CLARA • Kritik • programmkino.de

Was Schumann als Künstlerin und Frau antreibt, bleibt für Volker Mazassek undeutlich. "Erschwerend kommt hinzu, dass nicht Clara, sondern Robert Schumann (Pascal Greggory) immer mehr ins Zentrum des Films rückt. Was nicht an seiner Dominanz, sondern an seiner Schwäche liegt. Fast alles, was seine Frau und Brahms tun, ist auf ihn ausgerichtet, der in seinen letzten Lebensjahren immer weltentrückter dahinsiecht. So wirkt es oft nicht so, als ob zwei Sterne die "geliebte Clara" umkreisen, sondern Clara Schumann und Brahms einen verglühenden Planeten begleiten."

30. November 2008 | GELIEBTE CLARA • Kritik • programmkino.de

Der Film ist etwas für Liebhaber, schreibt Thomas Engel.

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