| Regie | Maximilian Plettau |
| Kinostart | 20.11.2008 |
Gerade in der anscheinenden Beliebigkeit der Einblicke ist der Film dramaturgisch geschickt montiert, lobt Wilfried Hippen. "Die Bilder sprechen bei diesem Film wirklich für sich - seien es nun Aufnahmen von Hartensteins Training, Szenen in der Küche daheim bei seiner Großmutter, mit der er sich in einem schweren, für Außenstehende kaum verständlichen, Pfälzisch unterhält oder schließlich die Szenen vom Kampf, die noch am ehesten den Konventionen einer Sportdokumentation folgen. Dabei leistet der Film viel mehr, denn er fängt einen Lebensabschnitt in seiner ganzen Komplexität und und Schönheit ein."
Intim nennt Knud Kohr die Dokumentation. "Weil COMEBACK kein Hollywood Märchen ist, passiert das Vorhersehbare: Hartenstein geht in der zweiten Runde zu Boden. Plettau hinterlässt die Zuschauer mit einem zwiespältigen Gefühl: Zum Schluss schaut Hartenstein noch einmal direkt ins Objektiv. Ein geschlagener Mann, der dennoch lächelt. Er ist zurück."
Boris Hermann sah ein beklemmend intimes Drama über einen Außenseiter, "der ohne Aussicht auf einen Kampf vor sich hinschwitzt, der alles verliert außer seinen unverbesserlichen Optimismus. Die Kamera folgt Hartenstein ins Bett, auf die Yogamatte und bis unter die Kaltwasserdusche. Und doch gelingt es Plettau, die Würde des Boxers nicht anzutasten."
Joachim Kurz ist des Lobes voll: "Immer wieder gelingen dem Film sehr intimer Einblicke in das Leben eines Boxers, in den Alltag, die strenge, beinahe mönchische Disziplin, der er sich unterwirft, um an seinem Comeback zu arbeiten. Und nebenbei streift Plettau immer wieder den Mythos, den Glanz des Boxens, um im nächsten Moment wieder klar zu machen, dass das hier das wahre Leben ist und nicht die Hollywood-Version des ewigen Überlebenskampfes. Dieser Durchboxer ist ganz und gar echt, ein melancholischer Held des Lebens, dessen Durchhaltevermögen und Willenskraft durchaus beispielgebend sind."
"Maximilian Plettau begleitete ihn mit der Kamera bei diesem Prozess und hat als wahrer Autorenfilmer bis auf Musik, Schnitt und Ton den Film weitestgehend alleine gemacht. Als ein großes Talent entpuppt er sich dabei auf jeden Fall bei der Kameraarbeit, denn so brillant fotografierte Stimmungsbilder und solch ein gutes Auge für jene Details, die mehr erzählen können als viele Worte, findet man bei deutschen Dokumentarfilmern selten. Deshalb kann Plettau es sich auch leisten, auf einen Kommentar im Off oder erklärende Schriftzüge zu verzichten. Die Bilder sprechen bei diesem Film wirklich für sich - seien es nun Aufnahmen von Hartensteins Training, Küchenszenen daheim bei seiner Großmutter oder schließlich die Szenen vom Kampf, die noch am ehesten den Konventionen einer Sportdokumentation folgen."
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Wie Margret Köhler findet, nähert sich der Filmemacher der Person "vorsichtig und ohne direkte Interviews, beobachtet ihn beim körperlichen und mentalen Training, beim Ausflug aufs Land, wo er inmitten von Feldern einen Moment der Besinnung und Ruhe findet. Nicht nur die strahlenden Sieger im Scheinwerferlicht sind interessant, die Sympathie gilt auch den Verlierern, den gescheiterten Helden, die im Dunkeln ihre Wunden lecken. Hartenstein ist eine Figur mit seelischen Brüchen, der konsequent und leidenschaftlich seine Utopie verfolgt. Und eines ist sicher: Mag er auch angezählt sein, ausgezählt ist er noch lange nicht."
"Maximilian Plettau gelingt es, eine unprätentiöse Bildsprache zu entwickeln und konsequent durchzuhalten, die sowohl Milieu als auch Seelenleben des Protagonisten in jeder Situation adäquat und sinnlich abbildet. Selbst mit den schwierigsten Raum- und Lichtbedingungen geht er kreativ um und nutzt sie optimal. Sein sicheres Gespür für Situationen und die sensible Umsetzung machen diesen Film auch für Nicht-Box-Fans zu einem eindrucksvollen Erlebnis."