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O'HORTEN

O'HORTEN

Regie Bent Hamer
Kinostart 18.12.2008

Kritiken • O'HORTEN

18. Dezember 2008 | O'HORTEN • Kritik • Berliner Zeitung

Der Film zeigt laut Jan Brachmann die Winterfreuden des Lebens. Der Regisseur "hätte all diese Turbulenzen auch als solche inszenieren können - hat er aber, Gott sei Dank, nicht. Ganz leise, fast regungslos wie sein Hauptdarsteller Baard Owe, nimmt der Film all diese Verrücktheiten hin, auch die Menschen, die auf ihrem Po die glatten Straßen abwärts rutschen. Ums Zulassen geht es hier vor allem, zulassen auch, dass ein 72-Jähriger einen 67-Jährigen spielt, was im Kino der geleckten Filme ja gleich gar nicht ginge. Karg, aber groß ist die Symbolik bei Bent Hamer."

18. Dezember 2008 | O'HORTEN • Kritik • Der Tagesspiegel

Zwar tun sich für Martina Scheffler allerlei Klischeefallen auf – "nur schafft O'HORTEN (O'HORTEN Trailer) das Kunststück, eben nicht hineinzutappen, obwohl er genau das alles thematisiert. Regisseur und Autor Bent Hamer packt diese so oft gehörten Weisheiten in stille Bilder mit einem stillen Mann als Held seines eigenen Alltags. Das Leben ist ein langer ruhiger Fluss - aber er fließt."

18. Dezember 2008 | O'HORTEN • Kritik • Die Tageszeitung

Dietmar Kammerer schreibt eine Hommage an Baard Owe, einen der profiliertesten Schauspieler Norwegens. "O'HORTEN (O'HORTEN Trailer) ist bis an den Leinwandrand voll von solch locker aneinandergehäkelten Beinahe-Plots, Anekdoten, Begegnungen und szenischen Umwegen. Weniger ein Film als ein Album der Sonderbarkeiten in klirrender skandinavischer Winterkälte. Solche episodische Dramaturgie liefe leicht Gefahr, auseinanderzufallen, würde sich all das nicht um ein Zentrum gruppieren: um das Gesicht von Baard Owe."

18. Dezember 2008 | O'HORTEN • Kritik • Neue Züricher Zeitung

Christoph Egger sah zarten Surrealismus. "Bent Hamer ist ein Meister in der Kunst, einen scheinbar ganz gewöhnlichen Alltag mit Elementen eines zarten Surrealismus zu versetzen. Die bisherigen Regeln sind nicht auf einen Schlag ausser Kraft gesetzt, aber sie sehen sich leicht subversiv unterlaufen und erweitert."

18. Dezember 2008 | O'HORTEN • Kritik • Frankfurter Rundschau

Heike Kühn mag den Film. "Wie EGGS, KITCHEN STORIES oder FACTOTUM ist auch O'HORTEN (O'HORTEN Trailer) von dem tragikomischen Bewusstsein geprägt, wie schwierig es ist, in existenzielle Einsamkeit hineingeboren worden zu sein, geschweige denn, ein Mensch (mit Kontakten) zu werden. Diesmal ist Hamers Humor weniger grotesk als melancholisch. O'Horten erwacht aus einem Leben, das kein schöner Traum war. Aber noch ist es nicht vorbei."

18. Dezember 2008 | O'HORTEN • Kritik • Der Freitag

Ehrlich nennt Barbara Schweizerhof den Film. "Manche Zuschauer werden sich auf gepflegte Weise langweilen beim freundlichen Witz der aneinandergereihten Situationen, die immer wieder einen Drall zum Absurden entwickeln, eingetaucht in das gleichzeitig gemütliche und unheimliche Dunkel des norwegischer Winters. Andere aber werden den leisen Ton echter Verzweiflung erkennen, der diese vorgeblich so nette Komödie durchzieht. Das Alter, das zeigen Odds Missgeschicke, wirkt manchmal wie eine Tarnkappe: Man wird leicht übersehen, was kränkend, aber auch befreiend sein kann."

18. Dezember 2008 | O'HORTEN • Kritik • kino-zeit.de

Joachim Kurz feiert den Film. "Immer wieder findet Bent Hamer großartige Bilder voller Absurdität, die den Film auch zu einem Panoptikum seltsamer Gestalten machen: Die Lokführer-Vereinigung, die mit kindlicher Freude ihr Lied zelebriert, der Mann, der korrekt gekleidet nachts auf dem Hosenboden die spiegelglatte Straße hinunter gleitet und dabei auf eine aufrechte Haltung achtet, die Fahrt mit einem alten Citroen mit einem Fahrer, der nichts sieht, der Zug, der durch die unendliche Weite der Schneelandschaft gleitet und immer wieder ins Dunkel der Tunnels dringt, um dann wieder ins blendende Weiß zurückzukehren – all das und die ergreifende Musik von John Erik Kaada vergisst man nicht mehr so schnell."

05. Dezember 2008 | O'HORTEN • Kritik • critic.de

Für Arwen Haase hat Bent Hamer "erneut einen sehr eigenwilligen Film gedreht. Allein mit dem hohen Altersdurchschnitt seines Schauspielerstabes setzt er dem allgegenwärtigen Jugend- und Schönheitswahn ein mutiges Kontrastbild entgegen. Oft wird er wegen des tragikomischen Impetus und der trockenen Lakonie seiner Filme mit seinem finnischen Regie-Kollegen Aki Kaurismäki (LICHTER DER VORSTADT) verglichen, doch vielmehr steht er solitär für einen ganz eigenen Stil des modernen norwegischen Films und dafür, die besondere Gabe zu besitzen, das Abstrakte im Alltäglichen aufzuspüren."

02. Dezember 2008 | O'HORTEN • Kritik • br-online.de

Ein Wintermärchen aus dem hohen Norden sah Margret Köhler. "Der trockene und tiefschwarze Humor ist nicht zu toppen, wenn [Odd Horten] als Abschiedsgeschenk vom Chef die Silberne Lokomotive überreicht bekommt oder sich mit seinen Kollegen eins hinter die Binde gießt und zum Abschluss das große Rätselspiel, welches Geräusch gehört zu welchem Zugmodell, vom Stapel gelassen wird. Wer nordische Zurückhaltung zu schätzen weiss und aufmerksam zugucken kann, sollte sich bei diesem total schrägen Porträt mit einer fetten Portion Absurdität vom Feinsten bestens amüsieren."

02. Dezember 2008 | O'HORTEN • Kritik • programmkino.de

Michael Meyns entdeckt Melancholie. "Bisweilen führt dieses Nichtssagen, dieses Abspielen in perfekte Tableaus getauchter Situationen, zu einer Atmosphäre, die, je nachdem wie man es auffasst, zwischen schlafwandlerisch und einschläfernd changiert. Zwar gibt es auch Szenen, deren Humor tatsächlich zu lautem Lachen führt, über weite Strecken ist der Witz von O'HORTEN (O'HORTEN Trailer) jedoch ein melancholischer, einer der leisen Töne. Die Qualität von Bent Hamers Erzählweise verlangt nach großer Aufmerksamkeit, nach einem Sinn für Nuancen und Zwischentöne, deren Bedeutung sich oft erst im Nachhinein zeigt."

02. Dezember 2008 | O'HORTEN • Kritik • programmkino.de

Der Film hat einen Stil, den man mögen muss, konstatiert Thomas Engel. "Er ist getragen-ruhig, langsam erzählend, von ganz wenigen Personen beherrscht – dann plötzlich, fast überfallartig komisch, meist dunkel gehalten, Einsamkeit spüren lassend, oft ganz einfach schön. Diesem Odd Horten widerfährt viel Verrücktes. Eines aber kann ihn stolz machen: Wenn er je ängstlich oder feige war, mit seinem Holmenkollen-Sprung hat er all das überwunden."

01. Dezember 2008 | O'HORTEN • Kritik • filmz.de

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