Film-Zeit auf  Film-Zeit bei Facebook   Film-Zeit auf Twitter

GERDAS SCHWEIGEN

GERDAS SCHWEIGEN

Regie Britta Wauer
Kinostart 06.11.2008

Kritiken • GERDAS SCHWEIGEN

07. November 2008 | GERDAS SCHWEIGEN • Kritik • Frankfurter Rundschau

Heike Kühn ist von der selbstkritischen Haltung der Filmemacher beeindruckt. "Britta Wauer hat mit ihrem nicht minder einfühlsamen Dokumentarfilm über GERDAS SCHWEIGEN Knut Elstermanns zutiefst integere Reflexion über die Konsequenzen des Erzählens adaptiert. Zwar ist die alte Dame, die den Film mit ihrer Zurückhaltung prägt, erleichtert, ihr Geheimnis preisgegeben zu haben. Doch ihr Sohn, den sie nicht in ihr Trauma einbezogen hat, ist verstört und gekränkt."

06. November 2008 | GERDAS SCHWEIGEN • Kritik • Berliner Zeitung

Ein Gemisch aus Schuld und Scham hat Daniela Zinser ausgemacht. "Film wie Buch gewähren Gerda explizit das Recht, etwas zu verschweigen. Die Schuldfrage wird nie gestellt. Aber viele andere Fragen stellt Knut Elstermann sich, den der Film im Zug, in den Straßen New Yorks, in Gerdas Küche zeigt. Aus dem Off spricht er über seine Zweifel, was darf er Gerda zumuten, wie muss er mit dem Enthüllten umgehen? Für ihn wird ihre Geschichte auch zu einer Auseinandersetzung mit der eigenen Familie. Diese zweite Ebene der Reflexion macht den Film noch wertvoller."

06. November 2008 | GERDAS SCHWEIGEN • Kritik • Der Tagesspiegel

Es gibt keine Ordnung des Überlebens, meint Kerstin Decker. "Aufarbeiten. Verdrängen. Das sind unbeholfene Worte Nichtbetroffener, die nicht verstehen, dass, wer weiterleben will, vor allem auch eins können muss: vergessen. Sogar ein Kind vergessen, das man einmal hatte und verlor. Und sich irgendwann doch daran erinnern? Es gibt noch eine zweite Ebene in dem Film. Die Geschichte der übergroßen Scheu und Scham dieser so mutigen Frau, dem eigenen über 50-jährigen Sohn mit einem konservativ-jüdischen Weltbegriff das zu sagen, was dank einem deutschen Buch längst viele Unbeteiligte wissen."

06. November 2008 | GERDAS SCHWEIGEN • Kritik • Neues Deutschland

Vergessen ist unmöglich, findet Hanno Harnisch. "Britta Wauer geht sehr behutsam vor in ihrem Film. Sie lässt Gerdas Sohn ins Bild kommen. Und zu Wort. Über Google hat er von dem Geheimnis seiner Mutter erfahren. Sein Hass auf alles Deutsche wird verständlich. Sein neues Nachdenken setzt ein nach der Konfrontation mit dieser Seite der Wahrheit. Er hat plötzlich eine Schwester. Seine Mutter ist jetzt eine Frau, über die die Zeitungen schreiben. Das Vergangene ist nicht mehr vorbei, sondern sehr gegenwärtig."

03. November 2008 | GERDAS SCHWEIGEN • Kritik • film-dienst 23/2008

Der Gestus von GERDAS SCHWEIGEN erinnert Ulrich Kriest an US-amerikanische TV-Dokumentationen oder auch Guido Knopps Filme, "wo es ja auch immer mit erheblichem Aufwand darum geht, dem Zuschauer zu beweisen, dass man "Geschichte" erzählen kann. Und zwar als geschlossene Erzählung, die möglichst keine Frage offen lässt. Dass das in diesem Fall glücklicherweise nur ansatzweise gelingt, verdankt man Gerdas Sohn Steven, der im Film zwar nur am Rande vorkommt, dessen Präsenz aber von der Komplexität der psychologischen Konflikte, die aus Gerdas Biografie resultieren, erzählt. Schließlich gründet GERDAS SCHWEIGEN nicht nur auf dem Tod der Tochter, sondern auch darauf, dass Sylvia ein uneheliches Kind gewesen ist."

01. November 2008 | GERDAS SCHWEIGEN • Kritik • br-online.de

Ergreifend nennt Margret Köhler die Dokumentation. "Dem Film zugute kommen die ruhigen Momente, die die Möglichkeit zum Nachdenken bieten, zum "Luft holen". Ambivalent und manchmal störend dagegen die starke Präsenz des Autors und Journalisten, der Gerdas Ausführungen kommentiert und sein Eindringen in ihr Geheimnis, das sie mit ins Grab nehmen wollte, rechtfertigt. Denn dass Gerda ihr Schweigen nach Jahrzehnten brach, belastet das fragile Verhältnis zu ihrem Sohn, der ausgerechnet bei Google von der Existenz seiner früh verstorbenen Schwester erfuhr, nicht direkt von der Mutter. GERDAS SCHWEIGEN ist ein anrührendes Dokument."

01. November 2008 | GERDAS SCHWEIGEN • Kritik • programmkino.de

Diese Erlebnisse sind ein Albtraum, stellt Volker Mazassek fest. "Aber Elstermann erliegt einem kindlichen Faszinosum, das sich bei tieferer Recherche relativiert hätte. Für ihn mag das alles neu gewesen sein, aber dass und warum Überlebende des Holocaust schweigen, ist ein vielfach bezeugtes und psychologisch durchleuchtetes Phänomen. Die Überlebensschuld ist groß."

01. November 2008 | GERDAS SCHWEIGEN • Kritik • programmkino.de

Thomas Engel hat viel Lob für den Film: Das überaus bewegte Leben der tapferen Jüdin Gerda ist zu einem erzählenswerten und Anteilnahme bewirkenden Dokument geworden, filmisch tadellos vorgestellt. "Wie gesagt, viele Holocaust-Überlebende gibt es nicht mehr. Deshalb ist jedes Zeugnis wertvoll. Dieses hier ist ruhig, überzeugend, teilweise erschütternd vorgebracht. Ergänzt wird es durch Aufnahmen aus dem Berlin der 30er und 40er Jahre, aus KZs, aus New York, aus dem Ost-Berlin der DDR-Zeit und dem heutigen Berlin, ebenso durch charakteristische Aussagen ehemaliger und jetziger Nachbarn."

01. November 2008 | GERDAS SCHWEIGEN • Kritik • kino-zeit.de

Es ist laut Peter Gutting "die große Stärke von GERDAS SCHWEIGEN, den Zuschauer die Arbeit der Erinnerung miterleben zu lassen. Und ihn in all die Widersprüche, aber auch in all die schönen Momente und all die schier unglaublichen Zufälle zu verwickeln, die das Leben für Gerda bereithielt. Ob es gut war, 60 Jahre lang zu schweigen, oder ob dies ein großer Fehler war – darauf gibt der Film mit gutem Grund keine Antwort. Denn beides ist richtig. Das mag nach den Gesetzen des Verstandes unmöglich sein. Aber ein guter Film ist keine Frage der Logik. Sondern des Lebens."

Weitere Filme, die euch interessieren könnten

Aktueller Stand der Datenbank:
18738 Filme,
72604 Personen,
6594 Trailer,
873 Biographien,
54 Themen & Listen
all: 0,29556